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Stammzelltransplantation: Überlebenschance steigt mit Fallzahlen

Bei der Stammzelltransplantation steigt der Behandlungserfolg ab einer bestimmten Mindestmenge behandelter Patienten. Das bestätigt ein aktueller Bericht des IQWiG. Vor einem Eingriff lohnt es sich also für Patienten, die Fallzahlen der Kliniken zu überprüfen.
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Verfügen Ärzte über mehr Erfahrung bei der Stammzelltransplantation, sind die Erfolgsaussichten größer

Bei bestimmten operativen Eingriffen steigt der Behandlungserfolg mit der Höhe der Fallzahlen in einer Klinik – davon sind Experten längst überzeugt. Nun überprüft das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) dies für acht verschiedene Indikationen.

Für die erste untersuchte Indikation, die Stammzelltransplantation, wurde der IQWiG-Bericht kürzlich vorgelegt. Demnach bestätigen Studien, den Zusammenhang zwischen dem Ergebnis der Behandlung und der Häufigkeit der erbrachten Leistung bei der „Stammzelltransplantation“. Das gilt insbesondere in Hinblick auf die Überlebenschancen der Patienten: Sie sind umso höher, je häufiger der Eingriff an einer Klinik durchgeführt wird.

IQWiG untersucht Studiendaten zu acht Indikationen

Immer mehr Untersuchungen belegen, dass Behandlungsergebnisse besser ausfallen, wenn eine medizinische Maßnahme häufiger durchgeführt wird. Bestimmte (planbare) stationäre Leistungen dürfen Kliniken daher nur dann erbringen, wenn sie die festgelegten jährlichen Mindestmengen erreichen.

Seit 2016 ist für diese Festlegung nur noch eine Studienlage erforderlich, die auf einen „wahrscheinlichen Zusammenhang hinweist“. Der G-BA passte seine Mindestmengen-Regelung im Jahr 2017 entsprechend an. Nun hat der Ausschuss das IQWiG mit der Überprüfung der Studienlage in acht Indikationen beauftragt.

 

Stammzelltransplantation: Erfahrung erhöht Überlebenschance

Bei der Stammzelltransplantation konnte das Institut feststellen, dass die Leistungsmenge und die Qualität der Behandlung miteinander zusammenhängen. Nicht festzustellen war jedoch, wie sich eine verbindlich vorgegebene Fallzahl auf den Therapieerfolg auswirkt. Der Grund dafür ist, dass es nicht genügend Studien mit ausreichender Aussagekraft gibt. Auch waren die Daten der Studien insgesamt sehr heterogen, so dass sie sich nicht statistisch zusammenführen ließen. Die IQWiG-Forscher konnten sich daher nur auf die Ergebnisse einzelner Studien berufen.

Ein klares Ergebnis schien es immerhin zu geben: Eine der qualitativ hochwertigen Studien (Loberiza-Studie) zeigte, dass Patienten nach einer Stammzelltransplantation länger überleben, wenn die Ärzte diesen Eingriff bereits häufiger durchgeführt haben. Zwei Studien stützten dieses Ergebnis auch in Hinblick auf die Leistungsmenge der Klinik. Allerdings waren diese beiden Studien unter methodischen Gesichtspunkten weniger aussagekräftig.

Konkrete Mindestmengen nicht auszumachen

Für andere Zielgrößen sind die Zusammenhänge dem IQWiG zufolge deutlich schwächer ausgeprägt oder gar nicht vorhanden. So gab es für die Abstoßungsreaktionen bei einem fremden Spender (allogene Stammzelltransplantation) oder die Lebensqualität in den vier betrachteten Studien gar keine Daten

„Bei der Sterblichkeit sehen wir für Stammzelltransplantationen einen positiven Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Behandlungserfolg“, erläutert Projektleiterin Eva Höfer die Ergebnisse des Berichts. „Welche Auswirkungen allerdings die Festlegung von konkreten Mindestmengen auf die Versorgung, zum Beispiel auf die Sterblichkeit von Patientinnen und Patienten nach Stammzelltransplantationen hat, kann mangels brauchbarer Daten nicht beurteilt werden“, so Höfer. Ob eine Fallzahl von 25 Fällen pro Klinikstandort und Jahr eine optimale Überlebenschance für die Betroffenen gewähre, bleibe deshalb offen.

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Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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