. Krebsbehandlung

Drei Berliner Kliniken führen autologe Stammzelltransplantationen durch

Bei Lymphomen oder Hodenkrebs-Rezidiv kann eine Stammzelltransplantation mit körpereigenen Zellen sinnvoll sein. In Berlin wird die autologe Stammzelltransplantation an drei Kliniken durchgeführt.
Der Patient als eigener Stammzellenspender: Charité, Helios und Vivantes führen in Berlin die autologe Stammzelltransplantation durch

Der Patient als eigener Stammzellenspender: Charité, Helios und Vivantes führen in Berlin die autologe Stammzelltransplantation durch

Üblicherweise wird eine Stammzelltransplantation mit blutbildenden Stammzellen eines Fremdspenders durchgeführt. Da oftmals aber kein passender Spender gefunden wird und dieser Eingriff einige Risiken wie Abstoßungsreaktionen birgt, können in bestimmten Fällen auch blutbildende Stammzellen des Patienten genutzt werden. Ärzte nennen dies „autologe Stammzelltransplantation“. Diese besondere Form der Stammzelltransplantation wird in 90 Prozent der Fälle bei Patienten mit Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) oder Multiplem Myelom eingesetzt, gelegentlich auch bei wiederkehrendem Hodenkrebs. Blutkrebs wird dagegen nie mit autologen, sondern ausschließlich mit fremden (allogenen) Stammzellen behandelt.

200 autologe Stammzelltransplantationen pro Jahr

In Berlin werden jedes Jahr im Schnitt rund 200 autologen Stammzelltransplantationen durchgeführt. Die meisten Eingriffe erfolgen an der Charité und am Helios Klinikum Berlin-Buch. Im neuen Krankenhausplan des Landes Berlin ist darüber hinaus das Vivantes Klinikum Neukölln aufgeführt. Dort hat man bereits seit mehreren Jahren Erfahrungen damit gesammelt und erreicht offenbar inzwischen die Mindestmengenvorgabe des G-BA von 25 Behandlungen pro Jahr.

Bei der autologen Stammzelltransplantation erhalten Patienten zunächst eine Chemotherapie, die die Krebszellen weitgehend zerstört, aber das Knochenmark nur wenig angreift. Dann filtern die Ärzte die blutbildenden Stammzellen aus dem Blut, die dann nicht mehr mit Krebszellen vermischt sind, und frieren sie ein. Anschließend bekommt der Patient eine Hochdosischemotherapie, die die eventuell restlich verbliebenen bösartigen Zellen zerstört. Da die blutbildenden Stammzellen eingefroren sind, werden sie von der intensiven Chemotherapie verschont und können dem Patienten zurückgegeben werden. Durch diese Eigenspende baut sich das zerstörte Knochenmark wieder auf und die Blutbildung kann sich normalisieren.

Hochdosischemotherapie belastend

Die Behandlung beinhaltet insgesamt weniger Risiken als die übliche Stammzelltransplantation mit fremden Zellen. Maike de Wit, Chefärztin am Vivantes Klinikum Neukölln, räumt allerdings ein, dass die Hochdosischemotherapie sei für den Körper anstrengend sei. Doch für ansonsten gesunde Menschen sei die Therapie verhältnismäßig gut zu verkraften. Ihrer Auskunft nach verbessert sich schon ein bis zwei Wochen nach der Transplantation das Blutbild. „Nach drei bis vier Wochen können die Patienten in der Regel entlassen werden.“

Foto:  © tunedin - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Stammzellen , Lymphom , Multiples Myelom , Hodenkrebs

Weitere Nachrichten zum Thema Stammzelltransplantation

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Vivantes-Geschäftsführerin Dr. Andrea Grebe würde am liebsten pro Schicht eine Pflegekraft mehr einsetzen, doch das ist unbezahlbar. Im Interview spricht sie über Geldsorgen der Krankenhäuser, freiwillige Qualitätsanstrengungen und die große Bereitschaft in der Berliner Flüchtlingshilfe
. Weitere Nachrichten
Nicht nur junge Menschen, auch viele Senioren trinken mehr Alkohol, als ihnen guttut. Daran etwas zu ändern, ist für ältere Menschen oft besonders schwer. Dennoch lohnt es sich auch im Alter, dem Alkoholkonsum zu entsagen oder ihn zumindest zu reduzieren.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.