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Hitzewellen, Infektionen, schlechte Luft: Wie der Klimawandel unserer Gesundheit schadet

Im deutschen Gesundheitswesen fand das Thema „Klimawandel und Gesundheit“ bis vor kurzem kaum statt. Doch allmählich setzen auch hierzulande Gesundheitsforscher und Akteure das Thema immer mehr auf ihre Agenda.
Klimawandel, Gesundheit, Hitzwellen, Infektionskrankheiten

Vermehrt auftretende Dürreperioden sind nur eine der Folgen des Klimawandels

Das Thema Klimwandel ist derzeit so aktuell wie lange nicht. Überschwemmungen, Dürreperioden, Hungersnöte, Armut und Vertreibung – die Folgen sind vielfältig. Aber was bedeutet der Klimwandel für unsere Gesundheit? Diese Frage rückt erst allmählich in den Fokus von Gesundheits- und Klimaforschern, auch in Deutschland. Immer mehr Experten erkennen jedoch, dass zunehmende Hitzewellen, Stark- und Dauerregen und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten auch unsere Gesundheit beeinträchtigen können. Nun wurde an der Charité sogar Deutschlands erste Professor für Klimawandel und Gesundheit eingerichtet.

Ärzteschaft erkennt Bedeutung des Klimawandels

Der Klimawandel sei „die größte Gefahr für die globale Gesundheit“, twitterte der Marburger Bund, mit 118.000 Mitgliedern der größte deutsche Ärzteverband, im Mai dieses Jahres und forderte eine Begrenzung des menschengemachten Klimawandels und dessen Folgen für die Gesundheit. Das Thema müsse absolute Priorität im gesundheitspolitischen Handeln bekommen, so der Bund.

Auch der deutsche Hausärzteverband setzte ein Zeichen und verabschiedete bereits im vergangenen Jahr „eine Resolution zu einer Nachhaltigkeits-Agenda […] angesichts der bedrohten Gesundheit unseres Planeten und damit der Menschen“. Auf dem diesjährigen Deutschen Ärztetag wurde der Klimawandel hingegen noch nicht ausgiebig thematisiert. Im nächsten Jahr soll er allerdings zu einem „prominenten Schwerpunktthema“ werden.

 

Klimawandel bedroht die Gesundheit von Millionen Menschen

Der Klimawandel bedrohe schon heute die Gesundheit von Millionen Menschen – das ist das Ergebnis einer Studie, an der sowohl die UN als auch 27 führende Forschungseinrichtungen beteiligt waren. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht. Der Klimawandel habe Millionen Menschen weltweit krank gemacht, heißt es in der Studie. Hauptgründe dafür sind vermehrt auftretende Hitzewellen, die Ausbreitung von Tropenkrankheiten sowie eine höhere Luftverschmutzung.

Die Auswirkungen von Hitzewellen spüren die Menschen auch hierzulande. Während für gesunde Menschen bei ausreichender Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme und angepasster Lebensführung auch bei großer Hitze kein erhöhtes Risiko für die Gesundheit besteht, können die erhöhten Temperaturen für Säuglinge, Kleinkinder, ältere und pflegebedürftige Menschen durchaus gefährlich werden. Und wie auch das Umweltbundesamt mitteilt, ist auf der Basis der aktuellen Klimamodelle auch weiterhin mit einem Anstieg der Jahresmitteltemperatur sowie mit einer steigenden Anzahl extrem heißer Tage im Sommer zu rechnen.

Infektionskrankheiten breiten sich aus

Auch tropische Krankheiten könnten sich durch die steigenden Temperaturen weiter ausbreiten. Davor warnen auch die Autoren der aktuellen UN-Studie. Zu diesen Infektionskrankheiten gehören demnach vor allem Malaria und das Denguefieber. Auch gehen der Klimawandel und die erhöhten Temperaturen mit einer stärkeren Luftverschmutzung in den Städten einher, so die Wissenschaftler. Ihren Angaben zufolge erfüllen schon jetzt 97 Prozent der untersuchten Städte in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau nicht die Luftqualitätsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Klimawandel bringt auch indirekte Gesundheitsrisiken mit sich

Laut Umweltbundesamt gehören zu den Gefahren für die Gesundheit auch andere Auswirkungen des Klimawandels, wie vermehrt auftretende Stürme und Orkane sowie Hochwasser und Überschwemmungen durch Stark- oder Dauerregen. Die hierdurch ausgelösten gesundheitlichen Auswirkungen könnten demnach nicht nur physischer Natur sein, wie z. B. Infektionen, Verletzungen oder im Extremfall auch Todesfälle, sondern auch psychische Belastungen wie Stress, Angstzustände, Traumata und Depressionen verursachen. Auch die Qualität und Quantität von Trinkwasser und Lebensmitteln, ein verlängertes Auftreten biologischer Allergene (beispielsweise von Pollen) sowie die Ausbreitung von Zecken gehören zu den direkten und indirekten Gefahren des Klimawandels.

Foto: © Herby ( Herbert ) Me - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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