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03.06.2019

Klimawandel: Malaria Mücken kommen nach Europa

Der Klimawandel sorgt nicht nur für heißere Temperaturen und Unwetter. Er wird auch Mücken nach Europa treiben, die Krankheitserreger wie Malaria übertragen. Ein Modell der Uni Augsburg zeichnet ein düsteres Szenario bis Ende des Jahrhunderts.
Klimawandel, Malaria, Europa

Malaria-übertragende Mücken-Arten profitieren vom Klimawandel und werden sich in Europa und dem Mittelmeerraum weiter ausbreiten.

Der Klimawandel hat die Erde fest im Griff. Während im Norden die Gletscher schmelzen, wachsen im Süden die Wüstengebiete um mehrere Dutzend Kilometer pro Jahr. Schon heute haben bewohnte Gebiete im Nahen Osten oder Afrika mit Temperaturen von über 50 Grad im Schatten zu kämpfen. Der Klimawandel ist darum auch eine Ursache der Migration. Doch nicht nur Menschen werden zunehmend ins kühlere Europa flüchten. Mit den steigenden Temperaturen werden sich auch tropische Mücken in Europa und dem Mittelmeerraum weiter ausbreiten. Etwa die Amopheles-Mücke, die Malaria übertragt. Das jedenfalls sagen Forscher der Uni Augsburg anhand eines neuen Modells voraus.

Ausmaß der Ausbreitung genau vorhersagbar

„Ein Aspekt des Klimawandels ist die Ausbreitung so genannter vektorübertragener Krankheiten, also Krankheiten, die von einem Erreger tragenden Organismus übertragen werden. Dazu zählt zum Beispiel die Malaria, die von Anopheles, einer Stechmücken-Gattung übertragen wird“, sagt Geographin PD Dr. Elke Hertig von der Universität Augsburg. „In welchem Ausmaß diese Ausbreitung voranschreitet, können wir nun ziemlich genau vorhersagen.“

 

Wärmere Temperaturen und mehr Regen sind ideal für Malaria-Mücken

Mit dem geostatistischen Ansatz „boosted regression tree“ – kurz BRT, modelliert die Geographin das Vorkommen der Mücken in Europa bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Das Modell zeigt: Veränderungen in Temperatur und Niederschlag werden zu einem deutlichen Ausbreiten von Malariamücken in Richtung Norden führen. „Günstig für die Insekten sind vor allem die zu erwartenden wärmeren Frühlingstemperaturen und die kräftigeren Niederschläge in Sommer und Herbst“, weiß Hertig.

In Süd- und Südosteuropa sind demnach gegen Ende des 21. Jahrhunderts die deutlichsten Zuwächse der Mückenpopulationen zu erwarten. Entwarnung gibt das Modell lediglich für einzelne Gebiete des Mittelmeerraums, für die sinkende Niederschlagsmengen vorausgesagt werden. Dort soll das Mückenvorkommen sogar sinken.

Foto: pixabay

Autor: ham
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