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Hausmittel Kamille – Was kann es bewirken?

Kamille ist eines der bekanntesten Hausmittel. Klinische Studien, die eine Wirkung eindeutig nachweisen, sind zwar rar, doch in der Erfahrungsmedizin hat sich das Heilkraut bewährt. Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei vielfältig.
Kamille, Heilpflanzen

Die Kamille ist ein vielseitiges Hausmittel

Die Kamille ist bereits seit vielen Jahrhunderten als Heilkraut bekannt und beliebt. Sie wird äußerlich oder innerlich angewendet und kann als Tee, Tinktur oder Salbe verabreicht werden. Kamille soll gegen Entzündungen und Bakterien wirken, Krämpfe verringern, die Wundheilung fördern und den Hautstoffwechsel anregen. Viele dieser Wirkungen sind erfahrungsmedizinisch belegt, doch klinische Studien gibt es dazu kaum. Zudem haben viele Arbeiten zur Wirkung der Kamille das Problem, das die Qualität der verwendeten Wirkstoffe oft nicht angegeben wird, wie Forscher in der Pharmazeutischen Zeitung berichten.

Kamille beruhigt Magen und Darm

Der Pharmazeutischen Zeitung zufolge gehören zu den in der Kamille enthaltenen Wirkstoffen Bisaboloide, Guajanolide beziehungsweise Proazulene, die daraus entstehenden Azulene, Spathulenol und Spiroether. Neben den genannten Inhaltsstoffen beinhaltet echte Kamille weitere lipophile und hydrophile Substanzen. Wichtig sind die Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Cumarine, Polysaccharide, Lipide, Phytosterole, Cholin, Aminosäuren und mineralische Bestandteile. Die pharmazeutisch bedeutsamsten Inhaltstoffe (16) sind Matricin, Chamazulencarbonsäure, Chamazulen, (-)-a-Bisabolol sowie Apigenin und dessen 7-Glucosid.

Innerlich angewendet wird die Kamille vor allem bei Entzündungen und Krämpfen im Magen-Darm-Trakt. Die Blüten sollen gegen Durchfall, Blähungen, Magenschleimhautentzündungen, Schmerzen und Krämpfe im Magen-Darm-Bereich helfen. Für diese Symptome wird die Kamille vor allem als Tee zubereitet: Dazu werden etwa drei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten mit einem Viertelliter kochendem Wasser aufgegossen und zehn Minuten ziehen gelassen. Ein halber bis ein Liter Kamillentee am Tag sind bei akuten Beschwerden empfehlenswert – solange keine Kontraindikationen bestehen.

 

Ätherische Öle der Kamille wirken entzündungshemmend

Gegen entzündete und gereizte Atemwege, Husten und Schnupfen werden die Dämpfe der ätherischen Öle eingesetzt. Aufgrund der antibakteriellen, antiseptischen, entzündungshemmenden und heilungsförderlichen Wirkung soll das Heilkraut die gereizten Schleimhäute beruhigen und Schmerzen lindern. Bei Erkältungen kann die Kamille als Tee, Dampfbad, Gurgellösung oder als Inhalation angewendet werden. Für ein Dampfbad wird ein starker Kamillentee, zwei bis drei Tropfen Kamillenöl oder etwa fünf Tropfen Kamillentinktur auf einen Liter köchelndes Wasser gegeben. Die warmen – aber nicht zu heißen – Dämpfe werden dann inhaliert.

Beruhigung für Haut und Schleimhaut

Auch auf Haut und Schleimhaut soll die Kamille positive Wirkungen haben. Äußerlich wird sie angewendet bei Entzündungen der Haut, Abszessen, Furunkeln, Hämorrhoiden, aber auch bei Entzündungen der Mundhöhle (beispielsweise Aphten) und des Zahnfleisches. Auch hier kommen die antiseptisch, antibakteriell und heilungsfördernd wirkenden Substanzen zum Tragen. Dazu kommt der sofortige Effekt durch eine Linderung von Schmerzen und Juckreiz.

Für die äußere Anwendung kommen Bäder, Salben, Umschläge, Spülungen und das direkte Auftragen in Frage. Kamillenöl kann bei lokal begrenzten Entzündungen wie Abszessen oder Aphten direkt auf die betroffene Stelle gegeben werden. Bei Hautverletzungen, die schlecht heilen, oder juckenden oder geröteten Bereichen kann eine Salbe sinnvoll sein.

Alkoholgehalt beachten

Tinkturen aus Kamille werden mit Wasser verdünnt als Spülung oder Inhalation eingesetzt. Teil- oder Vollbänder können bei gereizter Haut, auch im Anal- oder Genitalbereich, sinnvoll sein. Dafür werden zum Beispiel etwa 250 bis 500 Gramm Kamillenblüten mit einem Liter kochendem Wasser überbrüht und nach zehn Minuten Ziehzeit in das Badewasser gegeben. Alternativ gibt es auch fertiges Kamillenbadeöl zu kaufen, oder es werden einige Tropfen konzentriertes Kamillenöl in das Wasser gegeben.

Bei Kamillenextrakten, insbesondere wenn sie zur inneren Anwendung eingesetzt werden, sollte der Alkoholgehalt beachtet werden. Bei Kamillentee aus Blüten wiederum sollte auf eine hohe Qualität (Arzneiqualität) geachtet werden, da diese Blüten wirkstoffreicher sind. Bei der Verwendung von Echter Kamille kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die meist auf Verunreinigungen mit anderen Kamillesorten oder Korbblütlern beruhen. Ist eine solche Allergie bekannt, sollte auf die Verwendung von Kamille und anderen Korbblütlern verzichtet werden.

Foto: © gigello - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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