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26.08.2018, aktualisiert: 20.11.2020

Woran erkennt man eine Gürtelrose?

Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine Erkrankung, die durch dasselbe Virus ausgelöst wird, das auch Windpocken verursacht. Die Krankheit schnell zu erkennen und zu behandeln, ist besonders wichtig – sonst drohen Langzeitschäden.
Gürtelrose

Ein schmerzhafter Ausschlag mit Bläschen, meist im Rumpfbereich, kann Zeichen für eine Gürtelrose sein

Ein schmerzhafter streifenförmiger Hautausschlag mit Bläschen: Das kann eine Gürtelrose (Herpes Zoster) sein. Ursprünglicher Grund ist eine Infektion mit dem Erreger der Windpocken, dem Varicella-Zoster-Virus, der zur Gruppe der Herpesviren gehört. Nach einer überstandenen Windpocken-Erkrankung verbleibt ein Teil der Erreger im Körper. Nach Jahren, beispielweise bei geschwächten Abwehrkräften, können die Viren reaktiviert werden. Sie bewegen sich entlang der Nervenbahnen bis zur Haut und verursachen dort den Ausschlag.

Gürtelrose tritt daher nur bei Menschen auf, die bereits Windpocken hatten. Mediziner weisen darauf hin, dass Patienten, die an Gürtelrose erkrankt sind, so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen und mit einer Therapie beginnen sollten. Sonst können Langzeitfolgen wie die Post-Zoster-Neuralgie (PNZ) drohen. Wichtig ist es daher, die Symptome richtig zu deuten.

Gürtelrose beginnt mit Schmerzen und Hautausschlag

Oft kommt es bereits vor dem Hautausschlag zu Schmerzen an der betreffenden Hautpartie – danach oder zeitgleich dazu entwickeln sich die typischen Bläschen. Diese sind in der Regel auf ein Hautareal beschränkt. Da die Blasen nicht selten gürtelförmig am Rumpf auftreten, spricht man von einer Gürtelrose. Ein kompletter Kreis rund um den Körper schließt sich aber so gut wie nie. Zudem sind oft ganz andere Regionen wie Arme, Beine, Gesicht oder Hals betroffen.

Die flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die meist stark jucken und schmerzen, stehen typischerweise in kleinen Gruppen zusammen. Hinzu kommen im Frühstadium oft allgemeine Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber. Es kann auch zu Bindehaut- oder Hornhautentzündungen kommen. Selten sind der Sehnerv oder der Gehörgang betroffen. Wie schwer die Symptome sind, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich.

 

Früher Behandlungsbeginn empfohlen

Wie bei Windpocken dürfen die flüssigkeitsgefüllten Bläschen nicht aufgekratzt werden, damit keine bakteriellen Entzündungen auftreten und Narben zurückbleiben. Eine frühzeitige Behandlung ist ratsam, insbesondere bei starken Schmerzen. Experten raten zu einem Behandlungsbeginn innerhalb der ersten 72 Stunden nach Auftreten der Hautveränderungen bzw. so lange noch frische Bläschen vorhanden sind. Danach vermehren sich die Viren meist nicht mehr, und der Patient befindet sich bereits in der Heilungsphase. Als Medikamente werden verschiedene Virustatika eingesetzt. Zusätzlich sollten Schmerzmittel verabreicht werden, damit die Schmerzen nicht chronisch werden. Auch desinfizierende Puder oder Cremes können sinnvoll sein.

Üblicherweise heilt eine Gürtelrose nach zwei bis vier Wochen bei entsprechender Behandlung ab. Jeder zehnte Patient leidet jedoch noch einige Monate nach dem Abklingen der Gürtelrose unter starken Schmerzen. Grund kann eine anhaltende Nervenschädigung sein, die wiederum in eine Post-Zoster-Neuralgie (PZN) übergehen kann.

Ansteckungsgefahr von Gürtelrose nicht unterschätzen

Die Gürtelrose ist nicht ganz so ansteckend wie Windpocken. Möglich ist eine Ansteckung dennoch - allerdings nur über den direkten Kontakt mit dem virushaltigen Inhalt der Bläschen. Wenn sich ein Patient daher beispielsweise kratzt und dann Gegenstände berührt, können sich die Viren darüber auf andere Menschen übertragen. Ansteckend ist der Betroffene vom Auftreten des Hautausschlags bis zum vollständigen Verkrusten der Bläschen. Insbesondere der Kontakt zu Schwangeren sollte vermieden werden, da ein besonderes Infektionsrisiko für das ungeborene Kind besteht und eine Infektion zu Entwicklungsstörungen führen kann.

Um sich zu schützen, gibt es auch die Möglichkeit einer Impfung gegen Gürtelrose. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) schützt sie zwar nicht hundertprozentig, doch sie trägt unter anderem dazu bei, schwere Krankheitsverläufe und sehr selten auftretende Todesfälle zu verhindern. Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, ist er auch für immunsupprimierte Menschen geeignet, bei denen abgeschwächte Lebendimpfstoffe (wie beispielsweise der Impfstoff gegen Windpocken) kontraindiziert sind. Der Impfstoff wird im Abstand von zwei Monaten verabreicht und kann zum Beispiel mit der Grippeimpfung kombiniert werden.

Foto: © Adobe Stock / hawanasfu

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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