. Herpes zoster

Impfstoff schützt Senioren vor Gürtelrose

Ein neuer Impfstoff gegen das Varicella-Zoster-Vorus schützt ältere Menschen wirksam und über mehrere Jahre vor einer Gürtelrose (Herpes zoster). Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachblatt NJEM veröffentlicht wurde.
Gürtelrose

Gürtelrose kann sehr schmerzhaft sein - eine Impfung schützt

Das für die Gürtelrose verantwortliche Virus verursacht bei Kindern Windpocken. Viele Jahre später kann das Varicella-Zoster-Virus erneut zu einer Erkrankung führen: der Gürtelrose. Die äußert sich durch einen schmerzhaften Hautausschlag. Die Hauptkomplikation sind anhaltende Schmerzen, die auch nach Abheilen des Ausschlags Monate oder Jahre andauern können.

Die Gürtelrose tritt meist bei Menschen ab 50 auf. Mit den Lebensjahren steigt das Risiko für den sogenannten Post-Zoster-Schmerz. Personen mit einer schlechten Immunabwehr, etwa durch das Alter oder eine Krebsbehandlung bedingt, sind anfälliger für die Reaktivierung des Virus.

Impfschutz gegen Herpes zoster hielt bis zu drei Jahren

Es gibt bereits einen abgeschwächten Lebendimpfstoff gegen das Varicella-Zoster-Virus, das aber in Studien nur mittelmäßige Ergebnisse zeigte: Die Wirkung ließ recht schnell nach, je älter die Probanden waren, desto weniger gut schlug die Impfung an, außerdem ist sie nicht für immungschwächte Patienten zugelassen.

Eine Alternative wäre ein neuer Subunit-Impfstoff, der jetzt getestet wurde. In einer Phase-II-Studie wurde er in ein oder zwei Dosen in verschiedenen Dosierungen (25 ug, 50 ug, 100 ug) appliziert. Die Probanden waren gesunde Erwachsene ab 60 Jahren. Nach 48, 60 und 72 Monaten wurde die Immunantwort überprüft. Bei zwei Impfungen im Abstand von zwei Monaten führten alle Dosierungen zu einer robusten Immunantwort, die Patienten waren bis zu drei Jahre nach der Impfung vor einer Erkrankung geschützt.

 

Neuer Impfstoff schützt Senioren vor Gürtelrose

In einer anschließenden Phase-III-Studie, die in Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Tschechien durchgeführt wurde, erhielten Patienten ab 50 Jahren zwei Dosen des Impfstoffs in einer Dosierung von 50 ug. Wieder hielt der Impfschutz an und lag nach drei Jahren noch bei 97,2 Prozent, auch bei den älteren Probanden. Eine Gruppe dieser Patienten wurde nun weiter beobachtet.

Wie sich zeigte, hielt der Impfschutz bei ihnen sogar bis zu sechs Jahre an, lag dann allerdings um 20-25 Prozent niedriger als nach drei Jahren. Es gab keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Damit kann dieser Impfstoff für Senioren als sicherer und zuverlässiger Schutz gegen Gürtelrose gelten. Daneben wird für ab 60-jährige unter anderen die Grippeschutzimpfung empfohlen.

Foto: Coloures-pic/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Impfen

| Der G-BA hat entschieden: Die Impfung gegen Gürtelrose wird für besonders gefährdete Personengruppen Kassenleistung. Das gilt für alle Menschen ab einem Alter von 60 Jahren sowie solche mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung ab einem Alter von 50 Jahren.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Wer Kinder hat, lebt länger als Kinderlose. Eine Adoption wirkt sich sogar noch stärker auf die Lebenserwartung aus. Eine neue Untersuchung, ist nun den Gründen nachgegangen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Restaurant „Altes Zollhaus“, Carl-Herz-Ufer 30, 10961 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.