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15.12.2017

Gürtelrose: Wann antiviral behandeln?

Eine Gürtelrose sollte in jedem Alter behandelt werden. Die durch das Windpockenvirus hervorgerufene Krankheit kann langfristige Komplikationen hinterlassen.
Gürtelrose nicht auf die leichte Schulter nehmen. Gerade im Alterdrohen Komplikationen

Gürtelrose nicht auf die leichte Schulter nehmen. Gerade im Alter drohen Komplikationen wie die Post-Zoster-Neuralgie

Einmal eine Kinderkrankheit gehabt und für immer immun? Auf  Windpocken trifft das leider nicht ganz zu. Das auslösende Varizella-Zoster-Virus „überwintert“ nämlich im Körper und kann bei schwacher Immunlage jederzeit als Gürtelrose bzw. „Herpes Zoster“ wieder auftauchen. Anders als bei Windpocken ist dann nicht der ganze Körper mit juckenden Pusteln übersät, sondern meist nur ein Areal, das aber heftig schmerzen kann. Das Risiko für eine Gürtelrose steigt mit dem Alter an. Besonders gefährdet sind Menschen ab 50 und solche mit einem ohnehin schwachen Immunsystem. Darum wird diese Gruppe immer behandelt.

Virostatika zwingend bei Patienten 50 +

Ärzte raten, eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten und Cremes gegen den Juckreiz binnen 72 Stunden einzuleiten. Danach vermehren sich die Viren meist nicht mehr, und der Patient befindet sich bereits in der Heilungsphase. Jedoch soll nach Ansicht von Neurologen in jedem Fall eine Behandlung erfolgen – wegen des Risikos einer Post-Zoster-Neuralgie. Hierbei werden Nerven durch das Virus dauerhaft und unumkehrbar geschädigt. Chronische Schmerzen sind die Folge. Die Komplikation ist zwar eher selten, nimmt mit steigendem Alter aber zu.„Menschen, die an einer Gürtelrose erkranken, sollten sich unbedingt medizinisch behandeln lassen, um bleibenden Schäden an Nerven und chronische Schmerzen vorzubeugen“, sagt Prof. Dr. Gereon Nelles vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN).

 

Schmerzmittel und gut Kühlen

Neben einer Therapie mit Virostatika – zum Beispiel mit Aciclovir -  ist nach Auskunft des Neurologen eine Schmerztherapie angezeigt, damit die Beschwerden nicht chronisch werden. Allerdings wirkten freiverkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oft nicht. Dann sollten schmerzstillende Pflaster (Lidocain-haltig) oder spezielle Antidepressiva eingenommen werden, die dazu beitragen, dass Schmerzen nur noch vermindert über das Rückenmark weitergeleitet werden. Manchen Betroffenen helfe zudem die Anwendungen des Nervenreizstoffes Capsaicin.

Lokal wird die Gürtelrose mit desinfizierendem Puder behandelt, der die Flüssigkeit aus den Pusteln aufnimmt und gegen Bakterien wirksam ist. Gegen Juckreiz helfen Salben, Gels oder Lotionen und kühlende Umschläge.

Bei der Gürtelrose beschränken sich die Schmerzen in der Regel auf das Ausbreitungsgebiet der jeweils von den Viren befallenen Nerven. Typische Symptome für eine Post-Zoster-Neuralgie sind brennende Dauerschmerzen, attackenartige Schmerzen, eine Überempfindlichkeit für sensible Reize sowie auch Juckreiz.

Ab einem Alter von 80 ist jeder zweite einmal von einer Gürtelrose betroffen. In 13 bis 40 Prozent treten Komplikationen wie die Post-Zoster-Neuralgie auf. Weitere Komplikationen sind der Befall von Augen, Ohren und dem Gesicht. Herpes Zoster kann in diesen Fällen schlimmstenfalls zur Erblindung, Hörminderung und einer Facialis-Parese führen. Typischerweise tritt Herpes Zoster aber am Bauch auf. Die Krankheit wird Gürtelrose genannt, weil sie im Gürtelbereich oft zu einer Wundrose führt.

Foto: © magele-picture - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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