Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
01.05.2020

Strategie zur Eindämmung von Covid-19: Forschungsorganisationen legen Stellungnahme vor

Wie kann Deutschland am besten die derzeitige Corona-Pandemie eindämmen? Dazu haben vier große Forschungsgemeinschaften gemeinsam ein Strategiekonzept erarbeitet. Demnach erfordert die Lage vor allem Geduld. Eine Herdenimmunität oder Ausrottung anzustreben, halten die Experten hingegen nicht für sinnvoll.
Corona-Pandemie, Covid-19, Eindämmung

Mehr Tests und Kontaktverfolgungen könnten dazu beitragen, die Corona-Pandemie einzudämmen

Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck- Gesellschaft haben in einer gemeinsamen Erklärung eine Stellungnahme herausgegeben, auf welchem Weg die Covid-19-Epidemie in Deutschland ihrer Ansicht nach eingedämmt werden könnte. Die vorgestellt Strategie setzt zunächst auf weitere konsequente Kontaktbeschränkungen, gefolgt von gelockerten, aber engmaschig kontrollierten Maßnahmen.

Die Forscher stellen fest, dass es mit den bisherigen Maßnahmen gelungen ist, die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland zu senken. Die Lage sei allerdings nicht stabil, warnen sie. Ihrer Argumentation zufolge sind weder das Erreichen einer Herdenimmunität noch eine vollständige Ausrottung des Virus aktuell sinnvolle Ziele.

Herdenimmunität nicht sinnvoll

Eine Herdenimmunität sei nach den vorliegenden Daten erst nach einem Zeitraum von einigen Jahren erreichbar, wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet werden soll. Dies würde zu vielen Todesfällen führen und zusätzlich müssten die gesamte Zeit über weiter strenge Maßnahmen eingehalten werden.

Diese Strategie sei außerdem hinfällig, sollten Genesene nicht langfristig immun gegen das Virus sein. Zudem sei von einer Durchseuchung der Bevölkerung allgemein abzuraten, sollten sich die Hinweise auf Langzeitfolgen durch Covid-19 bestätigen. Eine vollständige Ausrottung des Virus halten die Experten ebenfalls für realistisch.

 

Zweiphasige Strategie vorgestellt

Eine sinnvolle Strategie zur Eindämmung der Corona-Pandemie müsse aus zwei Phasen bestehen – darin sind sich die Autoren einig. In der ersten Phase würden die Neuinfektionen durch anhaltende Einschränkungen weiter reduziert, bis eine effektive Kontaktverfolgung einzelner Infektionsketten möglich sei.

In der zweiten Phase schließe sich dann eine "adaptive Strategie" an, wobei gelockerte Kontaktbeschränkungen von effektiven Hygienemaßnahmen, ausgebauten Test-Kapazitäten und verstärkter Kontaktverfolgung begleitet und beschleunigt würden. Neue Möglichkeiten hin "zu einem normalen gesellschaftlichen Leben" ergäben sich insbesondere durch Medikamente, Impfstoffe, neue Tests und eine Tracing-App sowie aus Querschnittsstudien zur Bestimmung der weiterhin unbekannten Dunkelziffer.

Foto: Adobe.stock / Microgen

Autor: anvo
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

03.05.2020

In der Corona-Pandemie ruhen die Hoffnungen darauf, dass bald wirksame Impfstoffe oder Medikamente vorliegen. Als aussichtsreicher Kandidat unter den Medikamenten gilt unter anderem das Ebola-Mittel Remdesivir. Erste Ergebnisse aus drei randomisierten Studien fallen jedoch unterschiedlich aus.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Krebs ist oft Zufall und die Wahrscheinlichkeit, ihn zu bekommen, steigt mit dem Alter. Für mindestens sieben Arten von Krebs aber lässt sich das Erkrankungsrisiko durch eine Abkehr von gesundheitsschädlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten deutlich nach unten schrauben. Darauf macht die Deutsche Krebshilfe aufmerksam.


Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin