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Strategie zur Eindämmung von Covid-19: Forschungsorganisationen legen Stellungnahme vor

Wie kann Deutschland am besten die derzeitige Corona-Pandemie eindämmen? Dazu haben vier große Forschungsgemeinschaften gemeinsam ein Strategiekonzept erarbeitet. Demnach erfordert die Lage vor allem Geduld. Eine Herdenimmunität oder Ausrottung anzustreben, halten die Experten hingegen nicht für sinnvoll.
Corona-Pandemie, Covid-19, Eindämmung

Mehr Tests und Kontaktverfolgungen könnten dazu beitragen, die Corona-Pandemie einzudämmen

Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck- Gesellschaft haben in einer gemeinsamen Erklärung eine Stellungnahme herausgegeben, auf welchem Weg die Covid-19-Epidemie in Deutschland ihrer Ansicht nach eingedämmt werden könnte. Die vorgestellt Strategie setzt zunächst auf weitere konsequente Kontaktbeschränkungen, gefolgt von gelockerten, aber engmaschig kontrollierten Maßnahmen.

Die Forscher stellen fest, dass es mit den bisherigen Maßnahmen gelungen ist, die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland zu senken. Die Lage sei allerdings nicht stabil, warnen sie. Ihrer Argumentation zufolge sind weder das Erreichen einer Herdenimmunität noch eine vollständige Ausrottung des Virus aktuell sinnvolle Ziele.

Herdenimmunität nicht sinnvoll

Eine Herdenimmunität sei nach den vorliegenden Daten erst nach einem Zeitraum von einigen Jahren erreichbar, wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet werden soll. Dies würde zu vielen Todesfällen führen und zusätzlich müssten die gesamte Zeit über weiter strenge Maßnahmen eingehalten werden.

Diese Strategie sei außerdem hinfällig, sollten Genesene nicht langfristig immun gegen das Virus sein. Zudem sei von einer Durchseuchung der Bevölkerung allgemein abzuraten, sollten sich die Hinweise auf Langzeitfolgen durch Covid-19 bestätigen. Eine vollständige Ausrottung des Virus halten die Experten ebenfalls für realistisch.

 

Zweiphasige Strategie vorgestellt

Eine sinnvolle Strategie zur Eindämmung der Corona-Pandemie müsse aus zwei Phasen bestehen – darin sind sich die Autoren einig. In der ersten Phase würden die Neuinfektionen durch anhaltende Einschränkungen weiter reduziert, bis eine effektive Kontaktverfolgung einzelner Infektionsketten möglich sei.

In der zweiten Phase schließe sich dann eine "adaptive Strategie" an, wobei gelockerte Kontaktbeschränkungen von effektiven Hygienemaßnahmen, ausgebauten Test-Kapazitäten und verstärkter Kontaktverfolgung begleitet und beschleunigt würden. Neue Möglichkeiten hin "zu einem normalen gesellschaftlichen Leben" ergäben sich insbesondere durch Medikamente, Impfstoffe, neue Tests und eine Tracing-App sowie aus Querschnittsstudien zur Bestimmung der weiterhin unbekannten Dunkelziffer.

Foto: Adobe.stock / Microgen

Autor: anvo
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin , Corona
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