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13.10.2020

Mit Grippe-Impfung Schlaganfall-Risiko senken

Viele Infektionskrankheiten erhöhen das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen des Gefäßsystems wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Das gilt auch für Grippe und COVID-19. Die Grippe-Impfung ist daher eine wichtige Präventionsmaßnahme zum Schutz vor Schlaganfällen.
Impfung, Grippe, Influenza

Wer sich gegen Grippe impft, kann auch einem Schlaganfall vorbeugen

Laut einer Metaanalyse ist das Risiko an einem ischämischen Schlaganfall zu erkranken einen Monat nach akuten Infektionen um mehr als das Doppelte erhöht. Der Grund: Infektionen und andere akute Entzündungen können das Blutgerinnungssystem aktivieren. Sie erhöhen so das Risiko für Thrombosen und Embolien, die wiederum Schlaganfälle nach sich ziehen können. Impfungen wie die gegen das Grippevirus sind daher wichtige Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Schlaganfällen.

Häufige Reihenfolge: Infektion – Thrombose - Schlaganfall

„Bei einer Thrombose können kleine Blutgerinnsel über den normalen Blutfluss bis zum Gehirn gelangen und dort den Durchfluss von Blutgefäßen versperren. Infolgedessen wird das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt, wodurch ein Schlaganfall ausgelöst werden kann“, erläutert Professor Dr. Armin Grau, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Aufgrund dieses Zusammenhangs sei das Risiko für einen Hirninfarkt nach einer Influenzagrippe oder nach anderen Infektionen erhöht.

 

Schlaganfallrisiko kann noch wochenlang erhöht sein

Das Schlaganfallrisiko ist vor allem nach akuten Infektionen der Atem- und der Harnwege erhöht. In den ersten drei Tagen nach einer Infektion ist es besonders hoch, danach sinkt das Risiko langsam wieder ab. Unter Umständen besteht sogar wochenlang ein erhöhtes Risiko für einen Hirninfarkt. „Infektionen und andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Rauchen wirken zusammen und erhöhen das Schlaganfallrisiko“, betont Grau, Direktor der Neurologischen Klinik mit Klinischer Neurophysiologie und Stroke Unit am Klinikum der Stadt Ludwigshafen.

„In selteneren Fällen können aber auch bei jungen Menschen ohne Risikofaktoren Schlaganfälle nach einer Infektion auftreten“, so Grau weiter. Der DSG-Experte empfiehlt Personen mit Gefäßrisikofaktoren sowie Patienten, die schon einmal einen Schlaganfall hatten, sich jährlich gegen die Influenzagrippe impfen zu lassen. Das würde auch den aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) entsprechen.

Impfungen und gesunder Lebensstil können schützen

Neben der Grippeschutzimpfung sei es empfehlenswert, Risikofaktoren für einen Schlaganfall möglichst zu senken. Mit ausreichender, regelmäßiger Bewegung und einer gesunden Ernährung kann einem Schlaganfall gezielt vorgebeugt werden. Zudem sollten Menschen mit Bluthochdruck diesen medikamentös richtig einstellen lassen und Raucher sich den Griff zur Zigarette abgewöhnen, so die DSG.

Auch das Corona-Virus kann die Entstehung von Schlaganfällen begünstigen. Mehrere Untersuchungen konnten diesen Zusammenhang bereits zeigen. Zur Behandlung bei COVID-19 gehört daher auch die möglichst schnell einsetzende Thrombose-Prophylaxe.

Foto: Adobe Stock / terovesalainen

Foto: ©terovesalainen - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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