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Carotisstenose verursacht jeden siebten Schlaganfall

In Deutschland leben etwa eine Million Menschen mit einer Carotisstenose. Unbehandelt kann die verkalkte Halsschlagader zu einem Schlaganfall führen. Doch wegen Corona haben viele Betroffene die Behandlung aufgeschoben. Gefäßmediziner raten, den Arztbesuch dringend nachzuholen.
Carotisstenose: Schlaganfallgefahr durch verengte Halsschlagader

Carotisstenose: Schlaganfallgefahr durch verengte Halsschlagader

Wenn die Halsschlagader zu mehr als 50 Prozent durch Kalkablagerungen verengt ist, spricht man von einer Carotisstenose. Lösen sich aus den Ablagerungen Stückchen heraus, droht ein Schlaganfall. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DDG) gehen jedes Jahr 30.000 Schlaganfälle auf diese Ursache zurück. Damit löst die Carotisstenose jeden siebten Schlaganfall aus. Betroffene sollten deshalb notwendige Kontrolluntersuchungen oder anstehende Operationen nicht länger verschieben, sagt die DDG. Die Angst vor einer Corona-Infektion im Krankenhaus sei weitgehend unbegründet.

Carotisstenose unbedingt behandeln lassen

„Wir befinden uns fast wieder im Normalbetrieb“, betont DGG-Experte PD Dr. Farzin Adili, Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin am Klinikum Darmstadt.  Patienten sollten vor einem Klinikaufenthalt einen Corona-Abstrich vornehmen lassen. „Andernfalls müssen wir den Abstrich in der Klinik machen“, so Adili. „Aber auf keinen Fall sollten Kontrolluntersuchungen und Operationen von Gefäßerkrankungen auf die lange Bank geschoben werden.“

Eine Carotisstenose wird mittels Ultraschall diagnostiziert. Patienten ohne Symptome werden zunächst medikamentös behandelt und das Ausmaß der Verengung regelmäßig per Duplex-Sonografie kontrolliert.

 

Operation bei Symptomen und beidseitigen Verengungen

Eine Operation der Carotisstenose wird laut der neuen Experten-Leitlinie nötig, wenn bereits deutliche Anzeichen einer Minderdurchblutung vorhanden sind und beide Halsschlagadern stark verengt sind. Bei dem Eingriff wird die Engstelle ausgeschält, das heißt die Ablagerungen chirurgisch entfernt.

„Problematisch wird es, wenn sich an der Oberfläche der Ablagerungen Blutgerinnsel bilden, die sich von Zeit zu Zeit ablösen und immer wieder Blutgefäße im Gehirn verstopfen“, erläutert  Gefäßexperte Adili. „Es kommt dann zu vorübergehenden oder auch dauerhaften Durchblutungsstörungen des Gehirns mit neurologischen Ausfallerscheinungen – einem Schlaganfall.“

Die Ausfälle zeigen sich in Form von Lähmungserscheinungen oder Kribbeln an Händen, Armen oder Beinen einer Körperhälfte, seitenbetontem Schwächegefühl oder dem Einknicken eines Beines. Weitere Alarmzeichen sind Sprach- oder einseitige Sehstörungen. „Bei solchen Symptomen und einer Verengung der Halsschlagader auf beiden Seiten von mehr als 50 Prozent sollte eine Operation durchgeführt werden, um die Ablagerungen zu entfernen“, sagt Gefäßchirurg Adili.

Auf die Komplikationsraten des Gefäßchirurgen achten

Die Operation an der Halsschlagader sei ein sicherer, wissenschaftlich gut untersuchter Eingriff. „Der Operateur sollte aber über viel Erfahrung verfügen", betont der Experte.

Wichtig zu wissen: Die Komplikationsrate des Chirurgen darf bei Vorliegen einer symptomatischen Verengung maximal vier Prozent betragen. Angaben dazu finden sich in den Qualitätsberichten der Kliniken. Komplikationsraten sind ein guter Anhaltspunkt für die Wahl des Gefäßchirurgen. 

Besonders gefährdet für eine Carotisstenose sind Raucher, Diabetiker, Herzkranke und Menschen mit Bluthochdruck oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).

Foto: © Adobe Stock/Henrie

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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