Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
06.01.2018

Krebsrisiko: Wie Alkohol die DNA schädigt

Dass Alkoholkonsum das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen kann, ist bekannt. Nun haben britische Wissenschaftler genauer untersucht, warum Alkohol krebserregend wirkt. Offenbar kann er direkt und indirekt die DNA schädigen.
Alkohol und Krebs

Durch Alkoholkonsum steigt das Krebsrisiko

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt schon seit längerem vor einem erhöhten Krebsrisiko durch Alkohol. Verschiedene Studien belegen einen eindeutigen Zusammenhang. Vor allem für Tumore des Mund- und Rachenraums, des Kehlkopfes, der Speiseröhre sowie für Darm-, Leber- und Brustkrebs ist Alkohol nachweislich ein Risikofaktor. Wie genau Alkohol die Krebsentstehung beeinflusst, ist jedoch noch nicht geklärt. Nun haben britische Wissenschaftler durch Experimente mit Mäusen zu klären versucht, wie gefährlich Alkohol tatsächlich sein kann und warum der Konsum krebserregend ist. Das Ergebnis: Alkohol beschädigt das Erbgut und kann Mutationen auslösen.

Durch Alkohol kommt es zu Mutationen in der DNA

Forscher vermuten schon länger, dass verschiedene Stoffe, die beim Abbau von Alkohol im Körper entstehen, eine Rolle bei der Krebsentstehung spielen. Dazu zählt beispielsweise Acetaldehyd. Dieser Stoff geht leicht Bindungen mit anderen Molekülen ein, darunter auch mit Bausteinen der Erbsubstanz DNA, wodurch es zu direkten Mutationen kommen kann. In ihrer aktuellen Studie konnten die Wissenschaftler um Juan Garaycoechea und Mike Stratton vom Wellcome Trust Sanger Institute in Cambridge zeigen, dass Alkohol jedoch auf verschiedene Weisen dem Körper schadet und das Krebsrisiko erhöht.

Für ihr Analyse, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde, verabreichten die Forscher Mäusen entweder Alkohol oder direkt Acetaldehyd. Dabei konnten sie nachweisen, dass Acetaldehyd die DNA von Stammzellen schädigen und in der Folge das Krebsrisiko für verschiedene Krebsarten erhöhen kann. Aber nicht nur das: Der Körper versucht, sich mit Hilfe von Enzymen gegen die schädlichen Auswirkungen zu schützen und die durch das Acetaldehyd ausgelösten DNA-Doppelstrangbrüche zu reparieren. Dabei kann es Chromosomenumlagerungen kommen. Diese Mutationen des Stammzellgenoms wiederum erhöhen das Risiko für die Entstehung von Krebs.

 

Manchen Menschen fehlt Enzym zum Alkoholabbau

Die Forscher sind der Ansicht, dass sich ihre Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Dabei könnten einige Menschen stärker gefährdet sein als andere. Denn meistens wird Acetaldehyd im Körper schnell abgebaut, doch manchen Menschen fehlt das Enzym dazu. Auch bei besonders hohem Alkoholkonsum werden die Abwehrmechanismen außer Gefecht gesetzt, so dass die schädlichen Acetaldehyde nicht schnell genug abgebaut werden. Um diesen Mechanismus nachzuahmen, waren die Mäuse genetisch so verändert worden, dass ihnen das Enzym für Entfernung von Aldehyden fehlte. Somit waren sie der Wirkung des Alkohols hilflos ausgeliefert.

Foto: © Klaus Eppele - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alkohol , Alkoholsucht , Krebs , Brustkrebs , Darmkrebs , Kopf-Hals-Tumore
 

Weitere Nachrichten zum Thema Alkohol

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.

Für Babys ist liebevolle Berührung existenziell: um sich geborgen zu fühlen, physisch und psychisch zu gedeihen und später normale Beziehungen eingehen zu können. Zwischenmenschliche Berührung wirkt auf sie wie ein sanftes Arzneimittel: Sie verlangsamt den Herzschlag, baut Stress ab und führt im Körper zu Entspannung.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin