. Acetaldehyd

Krebsrisiko: Wie Alkohol die DNA schädigt

Dass Alkoholkonsum das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen kann, ist bekannt. Nun haben britische Wissenschaftler genauer untersucht, warum Alkohol krebserregend wirkt. Offenbar kann er direkt und indirekt die DNA schädigen.
Alkohol und Krebs

Durch Alkoholkonsum steigt das Krebsrisiko

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt schon seit längerem vor einem erhöhten Krebsrisiko durch Alkohol. Verschiedene Studien belegen einen eindeutigen Zusammenhang. Vor allem für Tumore des Mund- und Rachenraums, des Kehlkopfes, der Speiseröhre sowie für Darm-, Leber- und Brustkrebs ist Alkohol nachweislich ein Risikofaktor. Wie genau Alkohol die Krebsentstehung beeinflusst, ist jedoch noch nicht geklärt. Nun haben britische Wissenschaftler durch Experimente mit Mäusen zu klären versucht, wie gefährlich Alkohol tatsächlich sein kann und warum der Konsum krebserregend ist. Das Ergebnis: Alkohol beschädigt das Erbgut und kann Mutationen auslösen.

Durch Alkohol kommt es zu Mutationen in der DNA

Forscher vermuten schon länger, dass verschiedene Stoffe, die beim Abbau von Alkohol im Körper entstehen, eine Rolle bei der Krebsentstehung spielen. Dazu zählt beispielsweise Acetaldehyd. Dieser Stoff geht leicht Bindungen mit anderen Molekülen ein, darunter auch mit Bausteinen der Erbsubstanz DNA, wodurch es zu direkten Mutationen kommen kann. In ihrer aktuellen Studie konnten die Wissenschaftler um Juan Garaycoechea und Mike Stratton vom Wellcome Trust Sanger Institute in Cambridge zeigen, dass Alkohol jedoch auf verschiedene Weisen dem Körper schadet und das Krebsrisiko erhöht.

Für ihr Analyse, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde, verabreichten die Forscher Mäusen entweder Alkohol oder direkt Acetaldehyd. Dabei konnten sie nachweisen, dass Acetaldehyd die DNA von Stammzellen schädigen und in der Folge das Krebsrisiko für verschiedene Krebsarten erhöhen kann. Aber nicht nur das: Der Körper versucht, sich mit Hilfe von Enzymen gegen die schädlichen Auswirkungen zu schützen und die durch das Acetaldehyd ausgelösten DNA-Doppelstrangbrüche zu reparieren. Dabei kann es Chromosomenumlagerungen kommen. Diese Mutationen des Stammzellgenoms wiederum erhöhen das Risiko für die Entstehung von Krebs.

 

Manchen Menschen fehlt Enzym zum Alkoholabbau

Die Forscher sind der Ansicht, dass sich ihre Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Dabei könnten einige Menschen stärker gefährdet sein als andere. Denn meistens wird Acetaldehyd im Körper schnell abgebaut, doch manchen Menschen fehlt das Enzym dazu. Auch bei besonders hohem Alkoholkonsum werden die Abwehrmechanismen außer Gefecht gesetzt, so dass die schädlichen Acetaldehyde nicht schnell genug abgebaut werden. Um diesen Mechanismus nachzuahmen, waren die Mäuse genetisch so verändert worden, dass ihnen das Enzym für Entfernung von Aldehyden fehlte. Somit waren sie der Wirkung des Alkohols hilflos ausgeliefert.

Foto: © Klaus Eppele - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alkohol , Alkoholsucht , Krebs , Brustkrebs , Darmkrebs , Kopf-Hals-Tumore
 

Weitere Nachrichten zum Thema Alkohol

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Etwa jeder Dritte in Deutschland hat Schilddrüsenknoten. Meist sind sie harmlos. Müssen sie behandelt werden, weil sie Beschwerden hervorrufen oder der Verdacht auf Bösartigkeit besteht, gibt es mehrere Therapie-Optionen.
Immer mehr Menschen kommen mit einer schweren Lungenembolie ins Krankenhaus. Doch nur jeder vierte bekommt eine Thrombus-auflösende Therapie. Dass ein Blutgerinnungshemmer indiziert ist, zeigt nun eine aktuelle Studie der Universität Mainz.
Wenn Profi- oder Amateursportler gewinnen wollen, muss die Mundhygiene hohe Priorität haben. Karies oder Zahnfleischerkrankungen können Entzündungen im gesamten Körper auslösen – und die sportliche Leistungsfähigkeit herabsetzen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.