Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
28.04.2017

Alkohol wird im Alter schlechter abgebaut

Fast jeder sechste über 60-Jährige trinkt mehr Alkohol als ihm gut tut. Über die gesundheitlichen Folgen von „Alkohol“ im Alter informiert jetzt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf der website „Kenn Dein Limit“.
Im Alter wird Alkohol nicht mehr so gut vertragen. Vielen ist das gar nicht bewusst

Im Alter wird Alkohol nicht mehr so gut vertragen. Vielen ist das gar nicht bewusst

Drei Bier, danach einen Schnaps – für viele Menschen ist das völlig normal. Die meisten wissen jedoch nicht, dass der Körper im Alter den Alkohol nicht mehr so gut abbauen kann wie in jungen Jahren. Das liegt unter anderem an der langsamer arbeitenden Leber und einem trägeren Stoffwechsel, aber auch der Flüssigkeitshaushalt verändert sich im Alter. Darum führt die dieselbe Menge an Wein, Bier oder Schnaps jetzt zu einer höheren Alkoholkonzentration im Blut.

Heidrun Thaiss, Leiterin Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weist auf einen weiteren Umstand hin: Medikamente. „Mir ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass bei einer Medikamenteneinnahme besondere Vorsicht im Umgang mit Alkohol geboten ist“, sagt sie. Hier gelte Zweifelsfall das Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen.

Mehr Alkoholvergiftungen bei Rentnern

Zwar trinken die Deutschen mit steigendem Alter tendenziell immer weniger Alkohol. Jedoch schauen nach BZgA-Informationen 15 Prozent der über 60-Jährigen zu tief ins Glas und gefährden mit ihrem riskanten Alkoholkonsum ihre Gesundheit. Wegen einer akuten Alkoholvergiftung mussten im Jahr 2015 rund 14.000 Menschen über 60 ins Krankenhaus. Zehn Jahre zuvor waren es nur 9.900.

„Gerade der Eintritt ins Rentenalter stellt für manche Menschen eine schwierige Zeit dar, Phasen mit depressiven Verstimmungen können häufiger werden – all das kann zu einem missbräuchlichen Alkoholkonsum und letztlich zur Sucht führen“, sagt Thaiss. Vielen älteren Menschen sei gar nicht bewusst, dass Alkohol bei ihnen stärker wirke als im jüngeren Erwachsenenalter.

 

Grenzwerte sinken ab 65 drastisch

Um über die Gefahren von zu viel Alkohol im Alter aufzuklären, hat die BZgA im Internetportal http://www.kenn-dein-limit.de die Rubrik „Für Ältere“ erstellt. Hier können sich Interessierte sich über einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol im Alter informieren. Auch die empfohlenen Grenzwerte werden hier bekannt gegeben.

Danach liegt das Limit für Frauen und Männer jenseits des 65. Lebensjahrs bei 10 Gramm Alkohol pro Tag. Diese Menge steckt in einem kleinen Glas Bier (0,25 Liter) oder Wein (0,1 Liter).

Diese Grenzwerte hat nicht jeder im Blick. Denn für jüngere gelten viel höhere Grenzwerte, vor allem für Männer: 24 Gramm Alkohol ist ihnen pro Tag erlaubt, bei Frauen unter 65 hingegen liegt die rote Linie bei 12 Gramm täglich.

Foto: © Ljupco Smokovski - Fotolia.com

Autor: ham
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alkohol
 

Weitere Nachrichten zum Thema Alkohol

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
In Deutschland gibt es ein weltweit einmaliges System von mehr als 12.000 Betriebsärzten – eine Option, um die schleppend laufende Breitenimpfung gegen COVID-19 in Schwung zu bringen. Eine große Mehrheit der Beschäftigten würde ein Impfangebot ihres Arbeitgebers begrüßen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV.


Alkohol kann im weiblichen Körper schneller Schäden anrichten als im männlichen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hin. So kommt es bei Frauen leichter zu alkoholbedingten Leberschäden. Als besonders schädlich gilt auch das Trinken in der Schwangerschaft.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin