Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
05.11.2019, aktualisiert: 22.08.2020

Frühe Symptome: Pupillentest lässt auf Alzheimer-Risiko schließen

Bei anspruchsvollen Aufgaben weiten sich die Pupillen bei Menschen mit hohem Alzheimer-Risiko stärker als bei Gesunden. Das stellten Forscher in einer aktuellen Studie fest. Der Pupillentest könnte daher in Zukunft dazu dienen, Alzheimer im Frühstadium zu erkennen.
Pupille, Pupillentest, Alzheimer

Erste Alzheimer-Symptome können sich an den Pupillen zeigen

Vergesslichkeit, Antriebslosigkeit, eine Veränderung der Persönlichkeit – Das sind meist die ersten Anzeichen, die auf eine Alzheimer-Erkrankung schließen lassen. Doch es gibt Zeichen, die noch früher auf die Entstehung von Alzheimer hinweisen. Eine neue Art der Früherkennung könnte ein Pupillentest sein: Forscher der Universität San Diego in Kalifornien haben herausgefunden, dass eine bestimmte Art der Pupillenreaktion mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko assoziiert ist. Die Ergebnisse ihrer Studie wurden in der Fachzeitschrift Neurobiology of Aging veröffentlicht.

Weitung der Pupillen weist auf Alzheimer-Risiko hin

Die Forscher stellten fest, dass sich bestimmte Proteine im Gehirn, von denen man annimmt, dass sie zu dem fortschreitenden geistigen Verfall bei Alzheimer führen, zuerst in einem Bereich namens Locus Coeruleus ansammeln. Dieser ist für die Erregung und Regulierung der kognitiven Funktionen zuständig und auch für die Pupillenreaktion verantwortlich.

Abhängig von der Schwierigkeit einer Aufgabe weiten sich die Pupillen bei allen Menschen weniger oder stärker: Je anspruchsvoller eine Aufgabe ist, desto stärker weiten sie sich. Nun konnten die Wissenschaftler ihre Vermutung bestätigen: Bei geistig besonders fordernden Aufgaben weiteten sich die Pupillen bei Personen, die ein hohes Alzheimer-Risiko hatten, stärker als die von anderen – auch wenn die gleichen Ergebnisse erzielt wurden.

 

Pupillentest zeigt erste kognitive Beeinträchtigungen

Die Erklärung: Auch wenn alle Probanden die gleichen Ergebnisse erzielten, mussten sich diejenigen, die bereits leichte kognitive Beeinträchtigungen hatten, stärker anstrengen. Das war an der Weitung ihrer Pupillen erkennbar. Somit könnte nach Ansicht der Forscher der Pupillentest eine Methode zur Früherkennung von Alzheimer sein, bevor deutliche Symptome auftreten.

Wer sein Risiko für Demenzerkrankungen reduzieren will, sollte auf das Rauchen verzichten, sich gesund ernähren und körperlich aktiv bleiben. Auch das Pflegen sozialer Kontakte, Gedächtnistraining und das Erlernen bzw. Beherrschen mehrerer Sprachen trägt Studien zufolge zum Erhalt der geistigen Fitness bei.  

Foto: pixaby

Autor: anvo
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alzheimer , Alter
 

Weitere Nachrichten zum Thema Alzheimer-Risiko

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Bei starkem Übergewicht kann ein Magenbypass zu einer bedeutenden Gewichtsabnahme führen. Ärzte aus Gießen nutzen für die Operation jetzt den OP-Roboter daVinci. Das sind die Vorteile.

Geschwollene Hubbel, kreisförmige Rötungen und – besonders lästig – der Juckreiz: Mit ihrer zarten Haut und ihren zarten Gefühlen haben Mückenstiche für Kinder eine ganze andere Dramatik als für Erwachsene. Hier ein paar Tipps für Eltern, um schnell und wirksam etwas dagegen zu tun.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin