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ECMObil hilft bei schwerem Herz-Kreislauf- oder Lungenversagen

Mittwoch, 21. Februar 2018 – Autor:
Die Charité und das Berliner Rote Kreuz haben das ECMObil in Betrieb genommen. Damit können Patienten mit schwerstem Lungen- oder Herz-Kreislauf-Versagen zu Intensivstationen transportiert werden und unterwegs mit der transportablen Herz-Lungen-Maschine behandelt werden.
ECMObil, Therapie bei Lungenversagen, Herz-Kreislauf-Versagen, Charité

Das ECMObil hilft Patienten mit schwerem Lungen- oder Herz-Kreislauf-Versagen – Foto: Charite Universitätsmedizin Berlin

Eine Therapie mit ECMO-Unterstützung ist ein etabliertes intensivmedizinisches Verfahren zur Versorgung von Patienten mit schwerstem Lungen- oder Herz-Kreislauf-Versagen. Mit Hilfe von ECMO (= Extrakorporale Membranoxygenierung) wird das Blut außerhalb des menschlichen Körpers durch eine medizinische Membranlunge soweit modifiziert, dass - wie in einer gesunden Lunge - Sauerstoff aufgenommen und Kohlendioxyd in den Gewebezellen entfernt wird. Die Therapie kommt dann zum Einsatz, wenn die Lunge des Patienten nicht in der Lage ist, den lebensnotwendigen Gasaustausch im Blut selbst zu vollbringen. ECMO übernimmt also die Lungenatmung des Patienten teilweise oder vollständig.

ECMO-Therapie kann Leben retten

Bei Patienten mit schwerem Schock, Kreislaufstillstand oder Lungenversagen kann die Behandlung durch die Anlage eines künstlichen Kreislaufs lebensrettend sein. Nun haben die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Berliner Rote Kreuz mit seiner Tochtergesellschaft DRK Rettungsdienst Berlin gGmbH ein spezielles Einsatzfahrzeug, das ECMObil, in Betrieb genommen, mit dem schwerstkranke Patienten, die dringend eine ECMO-Therapie brauchen, auf Intensivstationen gebracht und dort weiter versorgt werden können.

„Mit dem ECMObil werden wir in Zukunft auf Anforderung anderer Intensivstationen unsere intensivmedizinische Kompetenz auch außerhalb der Charité zur Verfügung stellen können. Dabei soll auch wissenschaftlich untersucht werden, welche Patientengruppe von dieser Art extremer Intensivtherapie profitiert“, erklärt Professor Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung in Berlin, fügte bei der Vorstellung des ECMObils hinzu: „Es geht um die Sicherheit von Patienten. Nur wenige Krankenhäuser können Betroffene mit einer Herz-Lungen-Maschine stabilisieren und eine Verlegung solcher Menschen in ein Zentrum wie die Charité setzt eine transportable Herz-Lungen-Maschine voraus.“

 

Verbesserte Versorgung von Schwerstkranken

„Durch einen vorbereitenden Vor-Ort-Anschluss und den Transport mit dem ECMObil können die Patienten nun deutlich sicherer versorgt werden“, so Kolat. Das ECMObil ist ein Kooperationsprojekt, bei dem die Charité die Geräte und das Team von Spezialisten bereitstellt, das Berliner Rote Kreuz steuert das Fahrzeug bei. Das Mobil wird am Campus Virchow-Klinikum stationiert sein und gehört zum Reanimationszentrum | Circulatory Arrest Center (CAC) der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Foto: © Charité / Baar

Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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