Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
22.10.2019

Deutschland bei Organspende Schlusslicht

Jedes Jahr sterben in Deutschland Tausende Menschen, nachdem sie vergeblich auf ein Spenderorgan gewartet haben. Experten monieren, dass Deutschland bei den Spenderzahlen im Vergleich mit den anderen Ländern des Eurotransplant-Verbundes das Schlusslicht bildet.
Organspende

Viele Deutsche, die zur Organspende bereit wären, haben trotzdem keinen Organspende-Ausweis

Die Zahl der Organspenden ist in Deutschland im Jahr 2018 mit 955 Fällen erstmals wieder leicht angestiegen. Dennoch ist der Bedarf an Spenderorganen bei weitem nicht gedeckt. So sterben Jahr für Jahr Tausende von Menschen, die durch ein Spenderorgan gerettet werden könnten. Das liegt vor allem daran, dass zu wenige Menschen bereit zur Organspende sind bzw. zu viele ihre Spenderbereitschaft nicht dokumentieren.

Deutschland hinkt hinterher

Im Vergleich mit den Ländern des Eurotransplant-Verbundes bildet Deutschland mit 11,3 Organspendern pro einer Million Einwohner im Jahr das Schlusslicht. An der Spitze steht Spanien, wo 48,0 Organspender pro einer Million Einwohner registriert wurden. Diese Zahlen entstammen dem Jahresbericht der Deutschen Transplantationsgesellschaft e.V. (DTG).

Zum Jahresende 2018 warteten der DTG zufolge 9.407 Menschen auf ein Spenderorgan, darunter 7.526 auf eine Niere, 852 auf eine Leber, 719 auf ein Herz und 314 auf eine Lunge. Dabei bilden diese Zahlen lediglich die aktive Warteliste ab. Viele Patienten lassen sich aber erst gar nicht listen, da Chance, rechtzeitig ein lebenserhaltendes Organ zu bekommen, für sie nur minimal ist. Die DTG geht davon aus, dass bis zu 30.000 Patienten transplantiert werden müssten.

 

Experten für doppelte Widerspruchslösung

Mit dem neuen Gesetz für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende wurden zwar strukturelle Mängel behoben, aber das allein werde nicht ausreichen, um die Zahl der zur Verfügung stehenden Organe ausreichend zu erhöhen, so die DTG. Die Gesellschaft spricht sich daher eindeutig für die Widerspruchslösung aus.

Mit der Widerspruchslösung soll jeder Bürger Organspender werden, wenn er nicht ausdrücklich widerspricht. In Deutschland steht zurzeit die doppelte Widerspruchslösung zur Diskussion. Dabei sollten im Zweifel auch die Angehörigen die Möglichkeit haben, einer Organspende zu wiedersprechen. Über einen entsprechenden Gesetzesentwurf soll im Dezember 2019 im Bundestag abgestimmt werden.

Foto: © Alexander Raths - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Organspende
 

Weitere Nachrichten zum Thema Organspende

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Mit einer steilen These hat sich der Berliner Infektionsschutzexperte Klaus-Dieter Zastrow in die laufende Debatte über Wege aus den Lebensbeschränkungen infolge der COVID-19-Pandemie eingeschaltet. „Warum desinfizieren wir uns nicht die Mundhöhle, da wo das Virus sitzt?", sagte Zastrow im TV-Sender Phoenix. Wenn man das befolge, könnten Schulen, Geschäfte, Restaurants und Kulturstätten in Kürze wieder öffnen.

Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
 
Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.

Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin