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Begleiterkrankungen bei Rheuma häufig

Menschen mit Gelenkrheuma haben oft auch ein erhöhtes Risiko für eine Reihe anderer Erkrankungen. Gleichzeitig werden sie weniger gut rheumatologisch versorgt, wenn sie Begleiterkrankungen haben. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie warnt nun vor einer Unterversorgung der Betroffenen.
Rheuma, Komorbiditäten, rheumatologische Versorgung

Eine gute medizinische Versorgung von Rheumapatienten ist dringend nötig, um Folgeschäden zu reduzieren

Rheuma kommt selten allein, heißt es. Und tatsächlich haben Rheumatiker ein erhöhtes Risiko für weitere Erkrankungen wie beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen, Osteoporose, Depressionen oder Erkrankungen des Magen-Darmtrakts. Das bestätigt eine auf deutschen Krankenkassendaten basierende Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Journal of Rheumatology erschienen ist.

Daher ist es besonders wichtig, dass Rheuma-Patienten medizinisch gut betreut werden und auch über Präventionsmöglichkeiten aufgeklärt werden. Doch oft haben die behandelnden Ärzte die Begleitkrankheiten nicht ausreichend im Blick. Zudem werden gerade Menschen, die neben Rheuma noch unter diversen Begleiterkrankungen leiden, häufig weniger gut rheumatologisch versorgt, wie die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) betont.

Bei Komorbiditäten fällt Weg zum Spezialisten häufig flach

Dass Rheuma-Patienten mit mehreren Begleiterkrankungen häufig schlechter versorgt sind, klingt zunächst widersprüchlich, könnte aber eine innere Logik haben: „Es ist naheliegend, dass bei vielen Begleiterkrankungen der Hausarzt die führende Rolle übernimmt und gerade ältere Patienten nicht mehr für jede Komorbidität einen Spezialisten aufsuchen“, vermutet Dr. Katinka Albrecht vom Programmbereich Epidemiologie und Versorgungsforschung des DRFZ.

Gerade multimorbide Patienten sollten jedoch besonders intensiv rheumatologisch betreut werden. Denn mit der Zahl der Krankheiten und der eingenommenen Medikamente steigt das Risiko von medikamentösen Wechselwirkungen und anderen Komplikationen deutlich an. „Dass gerade diese Patientengruppe eine schlechtere rheumatologische Behandlung erhält, ist absurd und muss geändert werden“, sagt Prof. Dr. med. Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, Leiter der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg und medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des ACURA-Rheumazentrums Baden Baden.

 

Bei Verdacht auf Rheuma zum Rheumatologen gehen

Als zentrale Ansprechpartner seien es vor allem die Hausärzte, denen es zukommt, Patienten mit Verdacht auf Rheuma an einen internistischen Rheumatologen zu überweisen, so der Experte. Denn bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter anti-entzündlicher Therapie ließen sich die Symptome in vielen Fällen beherrschen und Folgeschäden wie dauerhafte Bewegungseinschränkungen vermeiden. Sind jedoch Gelenkschäden erst mal eingetreten, lassen sie sich meist nicht mehr umkehren. Allerdings besteht in der Rheumatologie ein Ärztemangel. So kann die Wartezeit auf einen Termin beim Facharzt mehrere Wochen bis Monate dauern.

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Demografischer Wandel
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