Anzeige
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt

Neue Rheumamedikamente zugelassen

Donnerstag, 10. August 2017 – Autor:
In Europa sind zwei neue Rheumamedikamente zugelassen worden. Die neue Wirkstoffklasse soll Patienten zu Gute kommen, die auf Biologika nicht ansprechen. Der Stellenwert dieser neuen Therapie ist derzeit noch schwer zu beurteilen.
Ergänzen Basismedikamente und Biologika: Zwei neu zugelassene Rheumamedikamente machen Hoffnung

Ergänzen Basismedikamente und Biologika: Zwei neu zugelassene Rheumamedikamente machen Hoffnung

Zwei neue zugelassene Medikamente erweitern das Spektrum der Behandlung der rheumatoiden Arthritis in Europa. Es handelt sich um sogenannte Kinase-Inhibitoren, die auf den Wirkstoffen Tofacitinib und Baricitinib basieren. Damit steht Ärzten und Rheuma-Patienten nun eine neue Wirkstoffklasse zur Verfügung. Dies sei ein großer Erfolg, da nicht jeder Patient auf die zur Verfügung stehenden Mittel anspreche, betont Professor Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). „Die neuen Kinase-Inhibitoren sind die neuen Hoffnungsträger in der Rheumatologie – insbesondere für Patienten, bei denen auch die Biologika keine Wirkung zeigten“, erklärt der Rheumatologe. Denn selbst die derzeit viel eingesetzten Biologika schlügen nicht bei jedem Patienten an oder verlören mit der Zeit ihre Wirkung. Ein weiterer Vorteil sei, dass sie im Gegensatz zu Biologika in Tablettenform vom Patienten selbst eingenommen werden könnten.

Neue Medikamente ähnlich sicher wie Biologika

Der Stellenwert der neuen Medikamente ist im Moment jedoch noch schwer abschätzbar. Für Tofacitinib existieren bereits große Datenbanken aus den USA, Schweiz und Russland, wo der Wirkstoff schon länger zugelassen ist. „Dadurch wissen wir zumindest, dass die Therapie ähnlich sicher ist wie die mit Biologika und kaum unvorhergesehene Nebenwirkungen auftreten“, sagt Professor Bernhard Hellmich, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Rheumatologie und Immunologie an der Medius Klinik Kirchheim.

Die neuen Kinase-Inhibitoren hemmen spezielle Enzyme, die sogenannten Janus-Kinasen 1 und 3. Bei Patienten mit rheumatoiden Arthritis sind diese Enzyme überaktiviert, was zu Entzündungen an den Gelenken führt. Durch deren Hemmung wird dieser Prozess gestoppt. „Mit den neuen Wirkstoffen ist es gelungen, Entzündungsprozesse, die die Arthritis hervorrufen, auf zellulärer Ebene zu unterbinden“, erklärt Lorenz. Klinische Studien belegten, dass die Medikamente bislang recht gut vertragen werden.

Alternative zu Cortison

Erhält ein Patient die Diagnose rheumatoide Arthritis, sollte innerhalb der ersten drei Monate eine Therapie beginnen, da den Gelenken ansonsten nachhaltiger Schaden droht. Als Basismedikation wird seit den 1950er Jahren Cortison eingesetzt und meist mit weiteren Medikamenten kombiniert. Schlagen die Basismedikamente nicht an, können Ärzte Biologika verordnen und nun auch die neuen  Signaltransduktionsinhibitoren. Letztere sind nach Auskunft der DGRh aktuell die effektivsten Therapien gegen rheumatoide Arthritis.

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rheuma , Rheumatoide Arthritis , Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Rheuma

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten


Während es die Evolution so eingerichtet hat, dass Babys gern geknuddelt werden, um sich gesund zu entwickeln, sind Berührungen unter Erwachsenen nicht mehr so selbstverständlich. Dabei sind für sie genauso wichtig und gesund. Beispiel: Stressabbau.
 
Kliniken
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin