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02.04.2021

Wie Leistenschmerzen zu behandeln sind

Leistenschmerzen treten bei Sportlern häufig auf. Eine zuverlässige Diagnose, was wirklich den Leistenschmerz auslöst, ist aber oft schwierig. Dabei hängt von der Ursache die richtige Behandlung ab.
Schmerzen in der Leiste

Leistenschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben; eine genaue Diagnose ist jedoch Voraussetzung für die richtige Behandlung

Als Leiste wird der Körperbereich zwischen Unterleib, Hüfte und Oberschenkel bezeichnet. Obwohl eher selten darüber geredet wird, sind Beschwerden in diesem Bereich nicht selten. Mehr als 200.000 Operationen werden jedes Jahr aufgrund von Leistenbrüchen durchgeführt. Damit gehören sie zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen in Deutschland.

Leistenschmerzen können jedoch auch andere Ursachen haben. Neben einem Leistenbruch können auch Überlastung im Sport, Hüftleiden oder Harnsteine zu den Problemen führen. Die Diagnose erweist sich dabei häufig als kompliziert.

Sport mit abrupten Bewegungen erhöht Risiko für Leistenbrüche

Vor allem Fußballspieler, die im Laufschritt tretende und drehende Bewegungen ausführen, kombiniert mit kraftvollem Schießen des Balles, kommt es häufig zu einem akut einsetzenden Leistenschmerz. Ähnlich sieht es aus bei Rugby, Football, Eis- und Feldhockey. Aber auch Tennisspieler und Marathonläufer sind nicht selten betroffen. Und selbst beim einfachen Joggen konnte eine Belastung des Hüftgelenkes mit dem Achtfachen des eigenen Körpergewichts nachgewiesen werden, so dass auch hier Beschwerden in der Leiste auftreten können.

 

Ursache bei Leistenschmerz oft unklar

„Trotz der Häufigkeit von Leistenschmerzen bei Sportlern gibt es immer noch eine große diagnostische Unsicherheit“, erklärt Dr. Andreas Koch, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie, Cottbus. „Dabei ist die klare Differenzierung entscheidend, um unnötige Operationen zu vermeiden, dauerhaften Schäden vorzubeugen und eine zielgerichtete Therapie einzuleiten.“

Auch bei der Versorgung von Sportlerleisten gibt es noch kein ideales Therapiekonzept, so die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS). Die Therapie richtet sich vor allem nach der „vermuteten“ zugrundeliegenden Ursache. Sie reicht von Schonung und anschließenden konservativen Trainingsprogrammen bis hin zu teils aufwendigen Operationen.

Verschiedene Behandlungsmethoden

Zerrungen, Risse, Entzündungen und Reizungen werden eher konservativ behandelt, also durch Vermeidung des auslösenden Reizes und gegebenenfalls entzündungshemmende Medikamente. Physiotherapie ergänzt das Behandlungskonzept.

Bei der operativen Therapie kommen je nach vermuteter Ursache verschiedene Verfahren in Frage. Die Rekonvaleszenz umfasst mindestens zwei bis sechs Wochen. Schonung und das Vermeiden schweren Hebens werden heute nicht mehr empfohlen. Experten sind sich einig, dass die Druckbelastung eines Husten- oder Niesstoßes deutlich höher liegt. Der Patient soll sich also nach erfolgreicher Operation möglichst normal bewegen.

Gerade nach offenen Nahtverfahren wie dem Minimal-Repair ist eine schnelle Rückkehr zur normalen Aktivität und Wiederaufnahme des sportlichen Trainings möglich, so die GOTS. Bei komplexeren operativen Eingriffen wie dem „Anterior pelvic floor repair“ ist eine Rückkehr zum vollen Training oft erst nach 8 bis 12 Wochen realistisch.

Foto: Adobe Stock / HENADZY

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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