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15.07.2020

Wie man Sportverletzungen richtig behandelt

Fuß verstaucht beim Joggen, Platzwunde am Kopf beim Fußball: Wenn Sportverletzungen schnell versorgt werden, kann das den Heilungsprozess beschleunigen und man kann schneller wieder körperlich aktiv sein. Deshalb ist es ratsam, vor allem beim Sport in der Natur ein Erste-Hilfe-Set mit dabei zu haben. Als einfache Behandlungs-Checkliste für den Notfall gilt die „PECH"-Regel aus vier Sofortmaßnahmen.
Wanderin legt sich blaue Kühlkompresse aufs Knie

Kühlkompressen sind eine wichtige Komponente einer Mini-Reiseapotheke, die Outdoor-Sportler immer dabei haben sollten – beim Wanderurlaub in den Bergen zum Beispiel.

Wenn man Pech hat beim Sport und sich verletzt, kann eine einfache Regel gleichen Namens helfen, sich oder andere gut mit Sofortmaßnahmen zu versorgen, ohne dass man lange nachdenken muss: die „PECH“-Regel. Im Akronym PECH steht P für Pause, E für Eis oder Kühlen. C kommt vom englischen Ausdruck Compression für Kompression und H vom Hochlagern.

Die vier Buchstaben fassen einprägsam die Behandlungsmaßnahmen bei Muskel- und Gelenkverletzungen zusammen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. „Eine schnelle Erstversorgung kann den Heilungsprozess beschleunigen", sagt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. "Verletzungen lassen sich nicht planen. Beim Wanderurlaub oder anderen sportlichen Aktivitäten sollte man deshalb die entsprechenden Hilfsmittel auch unterwegs immer dabei haben": eine Art Mini-Reiseapotheke mit Desinfektionsmittel, Pflaster, Kompresse, elastischer Binde, Kühlkompresse und Schmerzmittel.

„Bei einer Verletzung Sport sofort unterbrechen“

„Bei einer Verletzung sollte der Sport sofort unterbrochen werden“, rät der Experte der Apothekerkammer. Verletzt man sich beim Sport die Haut, ist es wichtig, die Wunde mit einem Desinfektionsmittel und sterilen Kompressen zu versorgen, um Entzündungen vorzubeugen. Die verletzte Stelle sollte sofort gekühlt werden, zum Beispiel mit einem kalten Umschlag oder einem Kältepack. Durch eine Kühlung der verletzten Körperpartie verengen sich dort die Blutgefäße. Blutungen und Schwellungen werden vermindert. Der Stoffwechsel im Gewebe verlangsamt sich, ein möglicher Gewebeschaden breitet sich dadurch langsamer aus. Außerdem lindert Kälte den Schmerz.

 

Kühlkompressen nicht direkt auf die Haut legen

Bei der Kühlung sind allerdings ein paar Punkte zu beachten. „Kühlkompressen bitte nicht auf die nackte Haut legen. Denn nach dem Entfernen der Kühlung würde die Blutung sehr stark ansteigen und der Schmerz stärker werden. Besser ist es, zwischen der Kühlkompresse und der Haut ein dünnes Tuch zu legen", sagt Apotheker Benkert. Gekühlt werden sollte über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden. In dieser Zeit sollte die Kühlung regelmäßig unterbrochen werden, damit die Muskeln wieder durchblutet werden können.

Hochlagern verringert Schwellungen

Damit der verletzte Bereich nicht zu stark anschwillt, kann ein Kompressionsverband angelegt werden. Notfalls kann ein Stück Stoff Verwendung finden; beim Fußgelenk kann für den Anfang eine enge Socke schon eine Lösung sein. Da die Schwellung in den ersten Stunden zunimmt, sollte die Spannung des Kompressionsverbands regelmäßig kontrolliert und angepasst werden. Wichtig ist hier auch eine gezielte Lagerung: Lagert man die verletzte Stelle auf ein Niveau oberhalb des Herzmuskels, wird der Rückfluss des Blutes verbessert und statische Blutdruck an der Verletzung verringert. Die Schwellungen und die damit verbundenen Schmerzen verringern sich. Es dringt weniger Blut in das umliegende Gewebe ein.

Schmerzmittel als Gel oder Salbe auf die Wunde

Bei Sportverletzungen können auch schmerzstillende Wirkstoffe wie zum Beispiel Ibuprofen als Gel oder Salbe lokal aufgetragen werden. Dabei ist auf eine ausreichende Dosierung zu achten: Ein drei bis fünf Zentimeter langer Salbenstrang wird zwei- bis dreimal täglich auf unverletzte Haut aufgetragen und einmassiert. Alternativ können Schmerzmittel als Tabletten eingenommen werden. Neben den synthetischen Wirkstoffen helfen bei Sportverletzungen auch pflanzliche Präparate, zum Beispiel aus Beinwell oder Arnika.

Die Maßnahmen der PECH-Regel können sofort von dem Patienten oder einem helfenden Laien durchgeführt werden. Zu bedenken ist aber, dass es sich hier um die vorläufige Erstversorgung von leichten Verletzungen handelt – nicht um eine abschließende Therapie. Wichtig ist auch daran zu denken, dass auch unblutige Verletzungen nicht unterschätzt werden dürfen. Beispiel: Gehirnerschütterung.

Akut-Phase einer Sportverletzung dauert meist zwei Tage

„Die Akut-Phase einer Verletzung endet meist am zweiten Tag. Danach sollte die verletzte Region ruhig wieder dosiert beansprucht werden“, sagt Sportwissenschaftler Joachim Fuchshuber von der Techniker Krankenkasse (TK). Voraussetzung hierfür ist aber immer, dass die Verletzung (zum Beispiel Prellung oder Zerrung) harmlos ist und ärztlicherseits keine weiteren Behandlungsschritte angeraten werden. Und Apotheker Benkert ergänzt: „Verbessert sich eine Sportverletzung nicht innerhalb von drei Tagen, oder ist die Funktion des Gelenks eingeschränkt, sollten sich Patienten unbedingt an einen Arzt wenden."

Foto: AdobeStock/Marina Lohrbach

Foto: ©Marina Lohrbach - stock.adobe.com

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
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