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22.11.2017

Was tun gegen den Herbstblues?

Viele Menschen spüren ihn jetzt: den sogenannten Herbstblues. Denn in der dunklen Jahreszeit fühlen wir uns oft müde und antriebslos. Eine Expertin gibt Tipps, wie wir dem Stimmungstief entkommen können.
Winterdepression

Wird es draußen dunkel und kalt, droht vielen Menschen der Herbstblues

Werden die Tage kürzer und der Himmel grauer, kann der Lichtmangel den Hormonhaushalt verändern. So schüttet der Körper mehr Melatonin - das sogenannte Schlafhormon - und weniger Serotonin aus. Häufig leiden Menschen aufgrund des wenigen Lichts auch unter einem Vitamin-D-Mangel. Die Folge: Wir fühlen uns müde, lust- und antriebslos. Herbstblues oder Winterblues wird das Phänomen häufig genannt. Experten sprechen von einer saisonal abhängigen Depression. Doch man kann einiges dagegen tun, wie nun Katja Mierke, Psychologieprofessorin an der Hochschule Fresenius im Fachbereich Wirtschaft & Medien in Köln, erklärt.

Der Körper braucht nun mehr Ruhe

Zunächst rät Mierke dazu, die veränderten Bedingungen zu akzeptieren. „Wir sind es nicht mehr gewohnt, den Jahreszeiten entsprechend zu leben. Nicht ohne Grund machen andere Lebewesen einen Winterschlaf und ziehen sich in ihre Höhlen zurück“, so die Psychologin. Die Herbst- und Winterzeit diene auch der Entschleunigung. „Wir sollten uns - wie die Natur - auch mal Ruhe gönnen, um neue Kraft für den nächsten Frühling zu tanken“, führt die Psychologin weiter fort. Für die Psyche seien diese Zeiten des Innehaltens wichtig, nicht umsonst ist der November in vielen Kulturen ein Monat der Trauertage. „Indem man von Vergangenem Abschied nimmt, schafft man wieder Platz für Neues“.

 

Licht, Bewegung und Wärme können gegen den Herbstblues helfen

Wer sich dennoch nicht allzu tief ins Novemberloch fallen lassen möchte, dem empfiehlt Mierke, sich so viel wie möglich draußen zu bewegen und Licht zu tanken, notfalls mit Hilfe spezieller Lichttherapielampen. Diese helfen auch in gravierenderen Fällen wiederkehrender Phasen von Winterdepression, der so genannten Seasonal Affective Disorder (SAD). Auch die Kälte spiele eine entscheidende Rolle. „Aktuelle sozialpsychologische Studien belegen, dass sich Menschen einsamer fühlen, wenn sie körperlicher Kälte ausgesetzt sind. Daher tut es uns jetzt besonders gut, wenn wir näher zusammenrücken. Anlässe dafür gibt es in der Vorweihnachtszeit reichlich.“

Auch über die Nahrung könne man der Psyche Gutes tun und dem Herbstblues entgegenwirken: Die in Nelken und Zimt enthaltenen ätherischen Stoffe wirken nachgewiesenermaßen antidepressiv. Offenbar wissen wir hier instinktiv, was uns in der dunklen Jahreszeit guttut und haben uns mit der Weihnachtsbäckerei entsprechende kulinarische Traditionen geschaffen, betont Mierke. Wer dauerhaft unter dem Stimmungstief leidet, sollte jedoch ärztliche Hilfe aufsuchen, denn es kann sich auch eine ernsthafte Depression dahinter verstecken.

Foto: © Gerhard Wanzenböck - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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