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Warum wir bei Stress zu Süßigkeiten und Fast Food greifen

Donnerstag, 6. April 2017 – Autor: Anne Volkmann
Viele Menschen kennen das: Bei Stress greifen wir lieber zu ungesunden, fetten und süßen Speisen als zu gesunden Nahrungsmitteln. Ursache sind die Stresshormonone, die den Appetit steigern und gleichzeitig unsere kognitive Entscheidungsfähigkeit senken.
Stress-Essen

Bei Stress bevorzugen viele Menschen ungesundes Essen – Foto: ferkhova - Fotolia

Stress setzt die Selbstkontrolle herab und lässt uns impulsivere Entscheidungen treffen – das gilt auch für die Ernährung. So konnten schon frühere Studien zeigen, dass wir bei Stress eher zu ungesundem und süßem Essen greifen als zu gesunden Speisen. Das bestätigt nun eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE). Bedenklich ist das vor allem, weil immer mehr Menschen unter chronischem Stress leiden. Das zunehmende Übergewicht hierzulande könnte somit auch mit einem anhaltend hohen Stresslevel zusammenhängen. Die gute Nachricht ist: Dagegen lässt sich etwas tun.

Nach einer anstrengenden Situation verlangt der Körper Kohlenhydrate

Rund 40 Prozent der Menschen essen durch Stress mehr, wie André Kleinridders vom DifE erklärt. Interessanterweise bewirkt ständiger Druck bei genauso vielen Menschen aber genau das Gegenteil: Sie essen so gut wie gar nichts mehr. Und bei den übrigen 20 Prozent ändert sich das Essverhalten gar nicht. Wie jemand auf Stress reagiert, ist also durchaus individuell.

Wer jedoch zu den sogenannten „Stress-Essern“ gehört, sollte versuchen, Gegenstrategien zu entwickeln. Doch warum neigen wir überhaupt dazu, in oder nach unangenehmen Situationen vermehrt zu essen? Die Erklärung liegt in unseren Genen. Unser Körper ist darauf programmiert, bei Gefahr sofort zu reagieren. Stresshormone versetzen ihn in einen Alarmzustand – bereit zum Weglaufen oder Kämpfen. In der folgenden Ruhephase steigt dann der Appetit, damit sich der Körper die verbrauchten Kalorien zurückholt. Insbesondere nach leicht verwertbaren Kohlenhydraten steigt dann das Verlangen. Gleichzeitig wird damit Entspannung suggeriert und das Essen wird als Belohnung für die Anstrengung empfunden.

 

Bewegung und Entspannung können Stress-Essen vorbeugen

Das Problem: Der heute vorherrschende kognitive und seelische Stress verbraucht viel weniger Energien als ein Kampf oder die Flucht. Doch der Körper reagiert ähnlich und suggeriert, dass er dringend Kalorien braucht. Sinnvoller wäre es daher, andere Strategien zur Entspannung zu suchen, und zwar am besten, bevor es überhaupt zur Stresssituation kommt. Dazu gehört vor allem, zu erkennen, was uns besonders belastet, und hier Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ein klärendes Gespräch mit dem Vorgesetzten oder Partner kann da manchmal schon viel bewirken. Sport kann dazu beitragen, Stresshormone besser und schneller zu verarbeiten. Und nicht zuletzt helfen Entspannungstechniken und ausreichender Schlaf, um mit den Anforderungen des Alltags besser umgehen zu können.

Foto: © ferkhova - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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