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22.02.2019

Warum Mettbrötchen die Gesundheit gefährden

Die Zahl der Hepatitis-E-Infektionen in Deutschland steigt immer weiter. Die häufigste Ursache hierzulande ist der Verzehr von rohem Schweinefleisch. Insbesondere immungeschwächte Menschen, Schwangere oder Kinder sollten daher beispielsweise auf Mettbrötchen verzichten.
Mettbrötchen, Hepatitis E, rohes Schweinefleisch

Rohes Schweinefleisch ist häufig mit Hepatitis E kontaminiert

Der Verzehr von rohem Fleisch ist einer der Hauptwege bei der Übertragung von Krankheitskeimen vom Tier auf den Menschen. Dazu gehört auch Hepatitis E: Die Viruserkrankung wird insbesondere durch rohes Schweinefleisch übertragen. Auf Mettbrötchen und ähnliches sollte daher lieber verzichtet werden.

Offenbar gehen trotzdem viele Menschen nach wie vor zu sorglos mit dem Thema um. So ist die Zahl der in Deutschland gemeldeten Hepatitis-E-Fälle in den vergangenen Jahren stark gestiegen: Während es im Jahr 2013 noch 458 Erkrankungen gab, stiegt die Zahl 2015 auf 1.246. Im Jahr 2018 wurden rund 3.000 Infektionen mit Hepatitis E gemeldet. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher liegt.

Immer mehr Hepatitis-E-Infektionen in Deutschland

„Die Zahl lebensmittelbedingter Krankheiten, die durch Viren verursacht werden, nimmt stetig zu“, erklärt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und ergänzt: „So wird immer häufiger Hepatitis E über Lebensmittel von infizierten Schweinen und Wildtieren übertragen.“ Wird das Fleisch komplett durchgegart, werden die Viren allerdings vernichtet. Das Hauptrisiko besteht daher im Verzehr von nicht durchgegartem Fleisch.

Viele Menschen bemerken eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus allerdings gar nicht. So konnte eine Studie zeigen, dass 17 Prozent der Deutschen Antikörper gegen Hepatitis E im Blut haben; erkrankt sind allerdings sehr viel weniger. Doch bei Schwangeren, Leberkranken oder Menschen mit schwachem Immunsystem kann die Infektion mit Hepatitis E dramatische Verläufe annehmen. Auch Kinder sind gefährdet. Bei etwa 20 Prozent der Erkrankten verläuft die Infektion sogar tödlich.

 

Schweinefleisch nur komplett durchgegart verzehren

Bei akuter oder chronischer Hepatitis E können auch Symptome an anderen Organen als der Leber auftreten. Insbesondere das Nervensystem und die Nieren können in Mitleidenschaft gezogen werden. Da es weder eine Impfung noch Medikamente zur Heilung gibt, ist der einzige Weg, sich zu schützen, das Vermeiden von Infektionsquellen. Nicht nur Mett, sondern auch kurz gereifte Rohwürste, zum Beispiel Salami oder Cabanossi, können eine Infektionsquelle sein. Das BfR hat Bestandteile von Hepatitis-E-Erregern in mehr als 100 verschiedenen Wurstsorten nachgewiesen.

Foto: © ExQuisine - Fotolia.com

Foto: ©ExQuisine - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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