. Brandverletzungen

Vorsicht beim Grillen: Vor allem Kindern drohen schwere Verbrennungen

Sommerzeit ist Grillzeit. Doch es drohen auch Gefahren. Denn noch immer benutzen viele Menschen flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus– mit fatalen Folgen. Vor allem Kinder sind aufgrund ihrer Körpergröße gefährdet, schwerste Verbrennungen zu erleiden.
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Kinder drohen schwere Verbrennungen beim Grillen

In Deutschland erleiden jährlich mehr als 30.000 Kinder Verbrennungen und Verbrühungen, die so schwer sind, dass sie ärztlich versorgt werden müssen. Ein Teil davon geht auf Grillunfälle zurück. „Etwa 4.000 Grillunfälle ereignen sich pro Jahr in Deutschland. Bei Kindern sind schwerste Verbrennungen keine Seltenheit, denn sie stehen auf direkter Augenhöhe zum Grill“, erklärt Henrik Menke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin. Besonders gefährlich ist der Einsatz von Brandbeschleunigern wie Spiritus oder Benzin. Dadurch entstehen „explosionsartige Flammenwände“, wie Menke betont.

Über die Gefahren sprechen!

Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V., weist auf die schwerwiegenden physischen und emotionalen Folgen hin. „Diese folgenschweren Unfälle traumatisieren die ganze Familie. Die verletzten Kinder haben eine lange, belastende Behandlung vor sich“. Deshalb fordert Adelheid Gottwald dazu auf, Mitmenschen anzusprechen, die Spiritus zum Anzünden eines Grills nutzen und Geschäfte aufmerksam zu machen, dass Brandbeschleuniger nicht als Anzündhilfen zum Grillen angeboten werden dürfen.

Paulinchen e.V. bittet alle Menschen, sich aktiv an der Aufklärungsarbeit zu beteiligen, denn je bekannter die Gefahren sind, desto weniger Grillunfälle werde es geben. Die Initiative für brandverletzte Kinder berät und begleitet Familien mit betroffenen Kindern in jeder Phase nach dem Unfall. Ziel ist es, für jedes brandverletzte Kind individuell die bestmögliche Versorgung zu erreichen. Zudem bemüht sich die Initiative um die Prävention von Verbrennungen und Verbrühungen im Kindesalter.

 

Tipps zum sicheren Grillen

In einer Pressemitteilung geben die Experten von Paulinchen nun Tipps zum sicheren Grillen. Dazu gehören vor allem:

  • Grill kippsicher und windgeschützt aufstellen.
  • Niemals flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin verwenden!
  • Feste, geprüfte Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden.
  • Grill stets beaufsichtigen.
  • Kinder nicht in die Nähe des Grills lassen. Sie sollten einen Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern einhalten.
  • Grill nicht von Kindern bedienen oder anzünden lassen.
  • Eimer mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten.
  • Brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.
  • Nach dem Grillen das Grillgerät weiter beaufsichtigen, bis die Glut vollständig auskühlt ist.
  • Nicht in geschlossenen Räumen grillen und den Grill niemals zum Auskühlen ins Haus stellen. Es droht Vergiftungsgefahr!
  • Heiße Grillglut nach dem Grillen am Strand nicht im Sand vergraben – die Kohle bleibt noch tagelang glühend heiß, und Kinder ziehen sich immer wieder schwere Verbrennungen zu, weil sie in die Glut hineintreten oder -fallen.
  • Einmalgrills am Strand mit Wasser löschen und abkühlen, auch den Sand unter dem Grill!

Foto: © ivanko80 - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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