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29.12.2020

Verkaufsverbot für Böller: Keine illegalen und veralteten Feuerwerkskörper benutzen!

Das diesjährige Corona-bedingte Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper sollte nicht als Anlass dienen, illegale oder veraltete Böller zu zünden. Denn dabei besteht eine erhebliche Verletzungsgefahr, wie Hand- und Unfallchirurgen jetzt betonen.
Verletzung, Silvester, Feuerwerk

Durch illegale Böller steigt die Verletzungsgefahr deutlich

Schon mit legalem Feuerwerk verletzen sich jedes Jahr an Silvester sehr viele Menschen die Hände – oftmals schwer und mit katastrophalen Folgen. Durch das diesjährige Böller-Verkaufsverbot könnte die Zahl der Verletzungen noch zunehmen, wenn stattdessen nicht zertifiziertes Feuerwerk genutzt oder altes aus dem Keller geholt und gezündet wird. Davor warnen jetzt die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) in einer gemeinsamen Erklärung.

Veraltetes Feuerwerk kann schwere Verletzungen verursachen

Die Bundesregierung hat ein Böllerverkaufsverbot erlassen, die Baumärkte sind geschlossen und andere Verkaufsstellen haben Berichten zufolge ihre Silvester-Bestellung retourniert. DGH und DGOU rechnen jedoch mit Ausweichbewegungen und damit, dass nicht alle Menschen auf das Böllern verzichten werden. Die Mediziner sind sich einig: Bei Unfällen mit selbstgebauten oder nicht-zertifizierten Sprengkörpern kann es zu noch schwereren Verletzungen kommen. Auch veraltete Sprengkörper aus den Vorjahren sollten nicht gezündet werden, um sich keinem unnötigen Risiko für Verletzungen auszusetzen.

 

Abgetrennte Finger, Verbrennungen, Frakturen

Jahr für Jahr stellt die Silvesternacht für das Personal in den Notaufnahmen von Kliniken eine besondere Herausforderung dar. Denn an keinem anderen Tag im Jahr verletzen sich so viele Menschen die Hände wie an Silvester. Besonders unter Alkoholeinfluss entstehen oft schwere Verletzungen, die in Notaufnahmen behandelt werden müssen.

„Die Patienten kommen üblicherweise mit abgetrennten Fingern, Verbrennungen, Frakturen und Weichteilverletzungen an den Händen“, berichtet Dr. Eva-Maria Baur, Handchirurgin in der Gemeinschaftspraxis für Plastische Chirurgie und Handchirurgie in Murnau und Präsidentin der DGH. „Oft sind die Verletzungen so schwer, dass die Patienten trotz schneller ärztlicher Hilfe und erfolgreicher rekonstruktiver Eingriffe irreversible Schäden davontragen.“

Notaufnahmen jetzt schon überfüllt

Hinzu kommt in diesem Jahr noch ein weiteres Problem. Denn: „Aufgrund der steigenden Infektionszahlen sind viele Krankenhäuser derzeit stark gefordert: Weniger Silvester-Verletzungen würden bei der angespannten Personalsituation nicht nur die Notaufnahmen, sondern auch die Rettungsdienste und die Feuerwehr entlasten“, so Prof. Dr. Michael J. Raschke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster. Es gibt also viele Gründe, in diesem Jahr auf Silversterfeuerwerk zu verzichten.

Foto: © bhakpong - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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