Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Stress im Job begünstigt ungesunde Ernährung

Trotz guter Vorsätze greifen viele Menschen immer wieder zu fettem und süßem Essen. Besonders Stress im Job führt zu ungesunden Ernährungsgewohnheiten. Das haben Forscher der Universität Mannheim in einer aktuellen Studie gezeigt.
Stress und ERnährung

Stress lässt uns gute Vorsätze oft vergessen

Viele Menschen nehmen sich immer wieder vor, sich gesünder zu ernähren. Doch oft genug scheitern diese Vorsätze, und nicht selten ist daran zu viel Stress schuld. Vor allem wer im Job unter großer Anspannung steht, entscheidet sich öfter für ungesunde Snacks und Süßigkeiten. Das ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie von Psychologen der Universität Mannheim. Offenbar reicht bei Stress im Job die Energie oft nicht mehr aus, um auf die geliebten Snacks zu verzichten. Die Analyse der Arbeits- und Organisationspsychologen um Professor Sabine Sonnentag wurde im Journal of Applied Psychology veröffentlicht.

Schlechte Laune lässt Arbeitnehmer zu Süßigkeiten greifen

Die Vernunft rät davon ab, doch das Bedürfnis nach fettigem und süßem Essen ist oft da – und das besonders, wenn wir unter hoher psychischer Belastung stehen. Wer bei der Arbeit unter hohem Druck steht, dem fällt es oft schwer, auch noch auf gesunde Ernährung zu achten. Das dies tatsächlich so ist, haben die Mannheimer Forscher nun anhand einer Befragung von 247 berufstätigen Personen aus verschiedenen Organisationen herausgefunden.

Das Ergebnis der Umfrage: Die Berufstätigen greifen vor allem dann zu ungesunden Snacks wie Eis oder Schokoriegeln, wenn sie ihre schlechte Laune kompensieren möchten. Die wiederum wird oft ausgelöst durch hohe Arbeitsanforderungen und Stress im Beruf. Zu Obst und anderen gesunden Snacks griffen die Teilnehmer hingegen eher an Tagen, an denen sie besonders auf ihre Gesundheit achten wollten. „Interessanterweise nimmt der Wunsch nach gesunder Ernährung nicht ab, nur weil man hohen Anforderungen ausgesetzt ist“, so Professorin Sonnentag weiter. Wer sich also fest vornimmt, sich gesund zu ernähren, und sein Essen für den Tag plant, kann es trotz hoher Arbeitsbelastung durchaus schaffen, dabei zu bleiben.

 

Gesunde Ernährungsweise sollte vorgelebt werden

Um eine gesündere Ernährung ihrer Mitarbeiter zu fördern, sind nach Auffassung der Mannheimer Forscher auch die Arbeitgeber gefragt. Wenn im Unternehmen eine gesunde Ernährungsweise vorgelebt und vom Arbeitgeber gefördert wird, helfe dies auch den Mitarbeitern. Die Forscher wollen nun untersuchen, wo genau wo genau die Hürden für ein gesünderes Verhalten im Arbeitsalltag liegen. Dabei wollen sie auch herausfinden, ob und wie Smartphones und Bewegungstracker helfen können, im Arbeitsalltag gesundheitsbewusster zu leben.

Schon frühere Studien konnten zeigen, dass Stress unsere Fähigkeit zur Selbstkontrolle reduziert. So konnten Forscher der Universität Zürich zeigen, dass bereits moderater Stress ausreicht, um unsere Entscheidungsfähigkeit herabzusetzen. Damit werden dann häufig auch gute Vorsätze, insbesondere in Bezug auf unsere Ernährung, zunichte gemacht. Diesem Mechanismus vorzubeugen, ist daher ein wichtiger Bestandteil der Prävention von ernährungsbedingten Erkrankungen.

Foto: © shurkin_son - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Fast-Food , Übergewicht , Diabetes
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ungesunde Ernährung

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Bei starkem Übergewicht kann ein Magenbypass zu einer bedeutenden Gewichtsabnahme führen. Ärzte aus Gießen nutzen für die Operation jetzt den OP-Roboter daVinci. Das sind die Vorteile.

Geschwollene Hubbel, kreisförmige Rötungen und – besonders lästig – der Juckreiz: Mit ihrer zarten Haut und ihren zarten Gefühlen haben Mückenstiche für Kinder eine ganze andere Dramatik als für Erwachsene. Hier ein paar Tipps für Eltern, um schnell und wirksam etwas dagegen zu tun.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin