Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
20.01.2015

WHO warnt: Ungesunder Lebensstil wird zum größten Killer

Rund 16 Millionen Menschen sterben laut dem jüngsten WHO-Bericht an den Folgen von Alkohol, Zigaretten oder ungesunder Ernährung. Die Weltgesundheitsorganisation warnte am Montag in Genf vor einer «langsam fortschreitenden Katastrophe.“
WHO warnt: Ungesunder Lebensstil wird zum größten Killer

Fastfood, Übergewicht und Bewegungsmangel sind laut WHO Hauptursache für die Epidemie von Volkskrankheiten

Die Ausführungen von Shanti Mendis waren alarmierend. Die Chef-Autorin des am Montag in Genf vorgestellten WHO-Berichts bezeichnete die Folgen eines ungesunden Lebensstils als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. „Nicht Tausende sterben, sondern Millionen sterben jährlich im Alter von 30, 40, 50 und 60 Jahren, nicht als 80- und 90-Jährige“, sagte sie. Die Lage sei beängstigend. „Wir haben es mit einer langsam fortschreitenden Katastrophe zu tun.“ Laut WHO-Bericht sind im Jahr 2012 rund 38 Millionen Menschen weltweit an nicht übertragbaren Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Lungenkrankheiten und bestimmten Krebserkrankungen gestorben. Davon waren rund16 Millionen unter 70. Ein Großteil dieser Erkrankungen sei auf ungesunde Lebensweisen, darunter Rauchen, Alkoholmissbrauch, Bewegungsmangel  oder auch der Genuss von zu viel Fetten, Salz und Zucker, zurückzuführen und daher vermeidbar, warnte Mendis.  

Ungesunder Lebensstil führt zu 16 Millionen vorzeitigen Todesfällen weltweit

Dem Bericht zufolge sterben jährlich vorzeitig rund sechs Millionen Menschen durch Tabakkonsum, 3,3 Millionen an Alkoholmissbrauch, 3,2 Millionen an den Folgen von Bewegungsmangel. Weitere 1,7 Millionen frühe Todesfälle gingen auf den Verzehr von zu viel Salz zurück, der etwa Bluthochdruck verursacht. Die mit Abstand meisten der 16 Millionen Todesopfer unter 70 Jahren - nämlich 82 Prozent - lebten in Entwicklungs- und Schwellenländern.

In Deutschland starben laut dem Bericht im Jahr 2012 etwa 170.000 Menschen unter 70 Jahren an einer nicht ansteckenden Krankheit, was etwa einem knappen Viertel aller 866.000 Todesfälle im Land entspricht. Deutschland könne wesentlich mehr dagegen tun, meinte Mendis, das Land habe mehr Mittel zur Verfügung als die meisten anderen.

 

WHO fordert mehr Geld für Prävention

In dem Bericht rechnen die Autoren vor, dass Millionen Menschenleben gerettet werden könnten, wenn pro Kopf ein bis drei Dollar jährlich für Aufklärung über eine gesündere Lebensweise ausgegeben würden. Manchmal koste Prävention auch gar nichts. Als Beispiel nannte Mendis die Türkei, wo die Zahl der Raucher seit 2008 um 13,4 Prozent gesunken sei. Die türkische Regierung hatte seinerzeit ein Werbeverbot für Tabakwaren in Verbindung mit Warnungen und einer deutlichen Steuererhöhung für Tabakprodukte eingeführt.

Die WHO rief die Staatengemeinschaft auf, mehr in Aufklärung und Prävention zu investieren. Das WHO-Ziel, die Zahl der nichtübertragbaren Krankheiten bis 2025 um ein Viertel zu senken, würden wohl viele Länder nicht erreichen.

Foto: © Creativa - Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Übergewicht , Rauchen , Alkohol , Herzinfarkt , Diabetes , Bluthochdruck
 

Weitere Nachrichten zum Thema Volkskrankheiten

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft Dr. Johannes Bruns über den Aufbau von flächendeckenden klinischen Krebsregistern und warum Daten für die Krebsbekämpfung unverzichtbar sind.
 
Weitere Nachrichten

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Im Profi-Sport wird den Zellbausteinen seit ein paar Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Durch spezielle Trainingsmaßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit offenbar enorm steigern.

Mitarbeiter im Gesundheitswesen kämpfen an vorderster Front: Viele kamen während der Pandemie an die Grenzen dessen, was Menschen aushalten können. Eine Studie der Universität Bonn zeigt: Besonders in einer Berufsgruppe haben Ängste und Depressionen behandlungsbedürftige Dimensionen erreicht.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin