. Seniorenwirtschaft

Silver Economy – Welche Chancen bietet sie?

Der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten. Immer mehr Länder zählen zu den überalternden Gesellschaften. Doch was bedeutet das für die Wirtschaft? Werden sich tatsächlich ganz neue Wirtschaftszweige entwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigen sich immer mehr Experten.
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Das Alter wird zunehmend als Lebensphase mit neuen Chancen wahrgenommen

Silver Economy (zu deutsch: Seniorenwirtschaft) bezeichnet den Teil der Wirtschaft, der sich speziell mit den Bedürfnissen und Konsumwünschen älterer Menschen beschäftigt und entsprechende Produkte und Dienstleistungen anbietet. Dass die Nachfrage nach solchen Angeboten steigen wird, scheint angesichts des demografischen Wandels zweifelsfrei zu sein. Ob es dafür jedoch eines eigenen Sektors bedarf, ist noch umstritten. Vor allem in Deutschland sind Konzepte einer eigenständigen Seniorenwirtschaft noch relativ jung; einige andere Länder sind da schon weiter, beispielsweise die USA oder Japan.

Der demografische Wandel als Chance

Nach Schätzungen der UN wird die Zahl der Menschen, die über 60 Jahre alt sind, bis zum Jahr 2050 auf 2,1 Milliarden steigen. Im Jahr 2017 waren es noch 962 Millionen. Dazu passt, dass sich Mediziner, Wirtschaftsexperten und Politiker darum bemühen, das bisher eher als negativ konnotierte Alter positiver zu besetzen.

So hat beispielsweise Finnland, das offiziell mittlerweile die weltweilt drittälteste Gesellschaft ist, erklärt, in seiner zurzeit bestehenden EU-Ratspräsidentschaft hierzu einen Kontrapunkt zu setzen. Der demografische Wandel soll demnach weniger als Bedrohung, sondern vielmehr als Chance begriffen werden – nicht nur für jeden einzelnen, sondern auch für die Gesellschaften und auch ökonomisch. Im Juli 2019 fand in Helsinki sogar das erste hochrangige EU-Forum zur Silver Economy statt. Vertreter aus Politik und Wirtschaft trafen sich, um die Chancen einer Seniorenwirtschaft auszuloten.

 

Silver Economy: Viel mehr als Pflege- und Gesundheitswirtschaft

Dabei geht es längst nicht nur um Versorgung und Pflege. Vielmehr wird die Seniorenwirtschaft mehr und mehr auch als Impulsgeber für Wachstum und Beschäftigung verstanden. Als Hauptbranchen, die für eine spezielle Silver Economy in Frage kommen, gelten:

  • Freizeit, Tourismus und Bildung
  • Wohnen und Dienstleistungen
  • Medizin und Gesundheit
  • Ernährung
  • Transport

Senioren verstärkt als eigenständige Zielgruppe betrachten

Hinzu kommen neue technische Lösungen, wie sie beispielsweise durch Künstliche Intelligenz (KI) und andere innovative Techniken entstehen sollen. Sie sollen dazu beitragen, die Versorgung sowie das Wohlbefinden älterer Menschen zu unterstützten.

Senioren wird damit verstärkt eine eigenständige Verbraucherrolle auf den öffentlichen und privaten Konsummärkten zuerkannt. Und umgekehrt führt ein sich erweiternder Seniorenmarkt dazu, dass es zu einem "aktiven Altern" kommen kann und ältere Menschen diese Lebensphase als Chance und Bereicherung erleben.

Foto: © seventyfour - Fotolia.com

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