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21.05.2020

Hilft Rosenwurz gegen Stress?

Rosenwurz (Rhodiola rosea) wird eine positive Wirkung gegen Stress nachgesagt. Doch die Studienlage ist nicht eindeutig genug, um eine Wirksamkeit zu belegen. Darauf weisen die Verbraucherzentralen und die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hin.
Rosenwurz, Stress, Wirkung

Ein Extrakt aus der Rosenwurz soll gegen Stresssymptome helfen

In der Naturheilkunde wird Rosenwurz schon lange zur Linderung von leichten Stresssymptomen wie Erschöpfungszuständen, Antriebslosigkeit und Schwächegefühl verwendet. Der Extrakt der Pflanze soll das Nervensystem stärken und die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit insbesondere in Stresssituationen stärken. Erhältlich sind Rosenwurz-Extrakte als Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln, Tabletten oder in Tropfenform.

Rosenwurz soll Stresshormone regulieren

Die Rhodiola rosea gilt als adaptogene Heilpflanze. Das bedeutet, dass ihre Inhaltsstoffe den menschlichen Organismus widerstandsfähiger gegenüber Stressfaktoren machen soll, indem sie physiologische Reaktionen beeinflusst. Dazu gehört unter anderem die Ausschüttung von Stresshormonen.

Die Studienlage zur Wirksamkeit von Rosenwurzpräparaten ist jedoch nicht eindeutig. Einem Bericht der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zufolge unterscheiden sich die bisherigen Untersuchungen in ihrer Qualität so stark, dass daraus keine ausreichenden Beweise für eine therapeutische Wirksamkeit abzuleiten sind. Dennoch sei gegen eine vorübergehende Anwendung von Rosenwurz als pflanzliches Arzneimittel bei Stresssymptomen wie Erschöpfung und Schwächegefühl nichts einzuwenden, so die EMA, zumal einige Studien eine Wirkung zwar nicht beweisen, jedoch durchaus plausibel machen.  

 

Aussagen zur Wirksamkeit bei Nahrungsergänzungsmitteln verboten

Anders sieht es bei Nahrungsergänzungsmitteln aus, die Rosenwurzextrakt enthalten. Da die Extrakte und ihre Menge hier nicht standardisiert sind, können sich die tatsächlich vorhandenen Wirkstoffe stark zwischen den verschiedenen Mitteln unterscheiden. Werbeaussagen für Rhodiola-haltige Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise „wirkt gegen Stress“ sind daher nicht zulässig, wie die Verbraucherzentralen betonen. Zudem sei bisher nicht geklärt, ob es sich bei den Extrakten um die wirkbestimmenden Inhaltsstoffe handelt oder ob die Wurzel als Ganzes am besten wirkt.

Zu beachten sind auch mögliche unerwünschte Nebenwirkungen, auch wenn die Verträglichkeit von Rosenwurz-Zubereitungen im Allgemeinen als gut gilt. So kann in seltenen Fällen nach der Einnahme eine verstärkte Unruhe auftreten. Auch allergische Reaktionen sind nicht auszuschließen.

Foto: Adobe.stock / renatehenkel

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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