Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Herpes: Medikamentenkombi verbessert Behandlung

Freitag, 20. März 2020 – Autor: anvo
Eine neue Wirkstoff-Kombination könnte die Behandlung von Herpes-simplex-Krankheiten verbessern. Forschern zufolge können Protonenpumpen-Inhibitoren die Wirksamkeit von Virostatika verstärken und damit möglicherweise zu besseren Ergebnisse führen.
Herpesviren, Herpes simplex, Medikament, Wirkstoff-Kombi

Herpesviren können sich unter anderem in schmerzhaften Lippenbläschen äußern – Foto: ©uwimages - stock.adobe.com

Bis zu 90 Prozent aller Menschen sind mit Herpesviren infiziert. Zum Ausbruch müssen sie allerdings nicht kommen. Die Herpes simplex-Viren befallen insbesondere die Schleimhäute und können unter anderem Lippenbläschen oder Genitalherpes verursachen. Auch Hornhautentzündungen können die Folge sein und zur Erblindung führen.

Bei Menschen mit einem unterdrückten Immunsystem wie zum Beispiel Organempfängern können Herpes-simplex-Viren lebensbedrohlich sein. Für sie sind gute Therapien besonders wichtig. Nun hat ein internationales Team unter der Leitung von Professor Jindrich Cinatl vom Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt und Professor Martin Michaeli von der School of Biosciences der University of Kent verschiedene Protonenpumpen-Inhibitoren in Kombination mit zwei Virostatika getestet.

Wirkstoffkombination verbessert Behandlung

Das Virostatikum Acyclovir wird am häufigsten zur Behandlung von Krankheiten verwendet, die mit Herpes-simplex-Infektionen einhergehen. Die Forscher testeten verschiedene Wirkstoffe in Zellkulturen und entdeckten, dass Omeprazol und andere Protonenpumpen-Inhibitoren die Wirksamkeit des Virostatikums verbessern konnten.

Während die Protonenpumpen-Inhibitoren zusammen mit Ribavirin nur einen geringen Einfluss auf die Vermehrung des Herpes-simplex-Virus zeigten, minderten sie in Kombination mit Acyclovir die Freisetzung der Viren deutlich. Dabei zeigte Omeprazol unter den untersuchten Protonenpumpen-Inhibitoren den größten Effekt.

 

Klinische Studien sollen folgen

„Was unsere Forschung so interessant macht, ist, dass Protonenpumpen-Inhibitoren eingehend charakterisierte und gut verträgliche Wirkstoffe sind. Daher können wir sie jetzt direkt zusammen mit Virostatika in Patienten testen, die an schweren, durch das Herpes-simplex-Virus verursachten Krankheiten leiden“, erklärt Professor Jindrich Cinatl, Letztautor der Studie. „Wenn wir im Menschen denselben Effekt sehen wie in der Zellkultur, werden wir vielen Patienten helfen können, für die wir derzeit nur eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten haben.“

Herpes ist leicht übertragbar

Das höchste Risiko einer Infektion mit Herpesviren besteht durch den direkten Kontakt mit den Bläschen oder Geschwüren, etwa beim Küssen oder beim Sex. Die Infektion kann aber auch durch Tröpfchen- und Schmierinfektion weitergegeben werden, also zum Beispiel durch Husten, Niesen oder das gemeinsame Benutzen von Geschirr.

Ein Herpes ist auf jeden Fall ansteckend, solange Bläschen oder Geschwüre zu erkennen sind. Sind die Bläschen bereits verkrustet und treten keine neuen mehr auf, ist das Übertragungsrisiko deutlich geringer. Allerdings können auch nach Verschwinden der Kruste noch Viren in geringer Menge ausgeschieden werden.

Foto: © Adobe Stock/uwimages

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herpes
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herpes simplex

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Das Image von Bakterien ist schlecht. Vielen denken dabei an Schmutz und Krankheiten. Doch das ist nur die eine Seite. Billionen von nützlichen Mikroorganismen leben auf und in unserem Körper, schützen uns vor Infektionen und erhalten uns gesund.

 
Kliniken
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin