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Herpes: Medikamentenkombi verbessert Behandlung

Eine neue Wirkstoff-Kombination könnte die Behandlung von Herpes-simplex-Krankheiten verbessern. Forschern zufolge können Protonenpumpen-Inhibitoren die Wirksamkeit von Virostatika verstärken und damit möglicherweise zu besseren Ergebnisse führen.
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Herpesviren können sich unter anderem in schmerzhaften Lippenbläschen äußern

Bis zu 90 Prozent aller Menschen sind mit Herpesviren infiziert. Zum Ausbruch müssen sie allerdings nicht kommen. Die Herpes simplex-Viren befallen insbesondere die Schleimhäute und können unter anderem Lippenbläschen oder Genitalherpes verursachen. Auch Hornhautentzündungen können die Folge sein und zur Erblindung führen.

Bei Menschen mit einem unterdrückten Immunsystem wie zum Beispiel Organempfängern können Herpes-simplex-Viren lebensbedrohlich sein. Für sie sind gute Therapien besonders wichtig. Nun hat ein internationales Team unter der Leitung von Professor Jindrich Cinatl vom Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt und Professor Martin Michaeli von der School of Biosciences der University of Kent verschiedene Protonenpumpen-Inhibitoren in Kombination mit zwei Virostatika getestet.

Wirkstoffkombination verbessert Behandlung

Das Virostatikum Acyclovir wird am häufigsten zur Behandlung von Krankheiten verwendet, die mit Herpes-simplex-Infektionen einhergehen. Die Forscher testeten verschiedene Wirkstoffe in Zellkulturen und entdeckten, dass Omeprazol und andere Protonenpumpen-Inhibitoren die Wirksamkeit des Virostatikums verbessern konnten.

Während die Protonenpumpen-Inhibitoren zusammen mit Ribavirin nur einen geringen Einfluss auf die Vermehrung des Herpes-simplex-Virus zeigten, minderten sie in Kombination mit Acyclovir die Freisetzung der Viren deutlich. Dabei zeigte Omeprazol unter den untersuchten Protonenpumpen-Inhibitoren den größten Effekt.

 

Klinische Studien sollen folgen

„Was unsere Forschung so interessant macht, ist, dass Protonenpumpen-Inhibitoren eingehend charakterisierte und gut verträgliche Wirkstoffe sind. Daher können wir sie jetzt direkt zusammen mit Virostatika in Patienten testen, die an schweren, durch das Herpes-simplex-Virus verursachten Krankheiten leiden“, erklärt Professor Jindrich Cinatl, Letztautor der Studie. „Wenn wir im Menschen denselben Effekt sehen wie in der Zellkultur, werden wir vielen Patienten helfen können, für die wir derzeit nur eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten haben.“

Herpes ist leicht übertragbar

Das höchste Risiko einer Infektion mit Herpesviren besteht durch den direkten Kontakt mit den Bläschen oder Geschwüren, etwa beim Küssen oder beim Sex. Die Infektion kann aber auch durch Tröpfchen- und Schmierinfektion weitergegeben werden, also zum Beispiel durch Husten, Niesen oder das gemeinsame Benutzen von Geschirr.

Ein Herpes ist auf jeden Fall ansteckend, solange Bläschen oder Geschwüre zu erkennen sind. Sind die Bläschen bereits verkrustet und treten keine neuen mehr auf, ist das Übertragungsrisiko deutlich geringer. Allerdings können auch nach Verschwinden der Kruste noch Viren in geringer Menge ausgeschieden werden.

Foto: © Adobe Stock/uwimages

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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