. Lebererkrankungen

Gesunde Ernährung kann Fettleber vorbeugen

Durch zu viel Fett und Zucker im Essen kombiniert mit wenig Bewegung kann die Entwicklung einer Fettleber begünstigt werden. Davor warnt die Deutsche Leberstiftung anlässlich des diesjährigen "Tages der gesunden Ernährung".
Viele Menschen haben eine Fettleber, ohne es zu wissen

Viele Menschen haben eine Fettleber, ohne es zu wissen

Die Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung in Deutschland. Viele Menschen wissen jedoch gar nicht, dass ihre Leber verfettet ist - mit zum Teil fatalen Folgen, denn aus einer Fettleber können sich Entzündungen und eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) entwickeln; im schlimmsten Fall drohen eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) und sogar Leberkrebs. Zu den häufigsten Ursachen für eine Fettleber gehören falsche Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, übermäßiger Alkoholkonsum und eine Diabetes-Erkrankung. Die Deutsche Leberstiftung warnt nun anlässlich des „Tages der gesunden Ernährung“ am 7. März vor den Folgen einer Fettleber.

Über 30 Prozent der Erwachsenen haben eine Fettleber

Jeder dritte Deutsche über 40 hat Schätzungen zufolge eine Fettleber. Auch schlanke Menschen können eine Fettleber aufweisen, und sogar Kinder sind betroffen. Die mit Abstand häufigsten Fälle finden sich jedoch bei erwachsenen übergewichtigen Personen.

Um eine Fettleber zu diagnostizieren, gibt es mehrere Möglichkeiten: Neben der Ultraschall-Untersuchung des Oberbauchs bildet die Bestimmung der Leberblutwerte wie GPT, GOT und GGT die wichtigste Grundlage. Aus den Werten für GGT und Triglyceride kann der Arzt unter Berücksichtigung des Body-Mass-Index (BMI) und des Taillenumfangs den sogenannten Fettleber-Index (FLI) bestimmen. Ist dieser Wert höher als 60 und zeigt die Ultraschall-Untersuchung eine vergrößerte Leber, kann das ein Hinweis auf eine Fettleber sein. Die Diagnose einer Fettleberhepatitis kann letztlich aber nur durch eine Gewebeprobe (Biopsie) gesichert erfolgen.

Der Krankheitsverlauf bei einer Fettleber verläuft in drei Stadien. Im ersten Stadium handelt es sich um eine reine Fettleber, die keine entzündlichen Reaktionen aufweist. In der zweiten Phase, die jeder zweite Betroffene entwickelt, zeigt die Leber bereits entzündliche Reaktionen; hier spricht man von einer „Steatohepatitis“. Diese sogenannte Fettleberhepatitis wird unterschieden in eine „nicht-alkoholische Fettleberentzündung“ und eine durch Alkoholkonsum verursachte „alkoholische Fettleberentzündung“. Im dritten Stadium, das bei etwa zehn Prozent der Fälle auftritt, entwickelt sich aus der Fettleberhepatitis über eine Leberfibrose eine Leberzirrhose.

 

Bewegung und gesunde Ernährung können Fettleber entgegenwirken

Jede Fettleberhepatitis beinhaltet auch ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Leberzellkrebs. Bei einer Fettleberhepatitis, die bereits zu einer Fibrose geführt hat, liegt das Risiko dafür bei zwei bis drei Prozent pro Jahr. Ein Leberzellkrebs aufgrund einer Fettleberhepatitis kann sich aber auch ohne Vorliegen einer Zirrhose entwickeln. Und häufig verlaufen die krankhaften Veränderungen des lebenswichtigen Stoffwechselorgans Leber ohne Symptome: „Nur einige der Patienten mit einer Lebererkrankung leiden unter unspezifischen Symptomen. Druck im Oberbauch, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit sind einige mögliche Anzeichen. Bei den meisten Betroffenen ist die Lebererkrankung nicht spürbar“, erläutert Professor Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Lässt man seine Leberwerte testen, ist häufig eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Lebererkrankungen möglich.“

Oftmals könne schon eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten viel bewirken, betont der Experte. „Durch Veränderungen der Essgewohnheiten und des Lebensstils kann sich eine Fettleber auch wieder zurückbilden. Einer Entzündung der Leber wird vorgebeugt und in der Folge ein Leberzellkrebs vermieden“, so Manns. In vielen Fällen können die Fett-Einlagerungen in der Leberzelle durch Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung und Alkoholverzicht rückgängig machen. Besonders bewährt hat sich dabei ein reduzierter Kohlenhydratverzehr, eine sogenannte „Low Carb“-Diät, sowie mehr Bewegung im Alltag.

Foto: © blueringmedia - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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