. Deutscher Lebertag

Lebererkrankungen können jeden treffen

Lebererkrankungen sind häufiger als man denkt. Oft lassen sie sich gut behandeln – wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Darauf macht der heutige Deutsche Lebertag unter dem Motto „Lebererkrankungen können jeden treffen“ aufmerksam.
Lebererkrankungen häufiger als man denkt

Eine gesunde Lebensweise hält auch die Leber fit.

Lebererkrankungen sind in den meisten Fällen nicht „selbst verschuldete Krankheiten“, wie viele Menschen immer noch glauben. Darauf will der 15. Deutsche Lebertag aufmerksam machen, der heute stattfindet. Das diesjährige Motto lautet daher: „Lebererkrankungen können jeden treffen.” Das gilt unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebens­weise, wie Mediziner betonen. Wichtig ist in jedem Fall die frühzeitige Diagnose, denn dann können sie oft gut behandelt werden. Doch da Lebererkrankungen fast immer schleichend verlaufen und erst sehr spät ernste Beschwerden verursachen, werden sie oft erst spät diagnostiziert.

Lebererkrankungen oft unentdeckt

Neben der Prävention, wie beispielsweise durch gesunde Ernährung und den Verzicht auf übermäßigen Alkoholgenuss, ist die regelmäßige Kontrolle der Leberwerte daher wichtig. Auch darauf machen die Experten anlässlich des Deutschen Lebertags aufmerksam. Organisiert wird der Aktionstag von der Gastro-Liga e.V., der Deutschen Leberhilfe e.V. und der Deutschen Leberstiftung. Bundesweit werden zahlreiche Veranstaltungen wie Arzt-Patienten-Seminare, Experten-Sprechstunden und Lebertest-Aktionen stattfinden.

Allein an chronischer Hepatitis B und Hepatitis C sind etwa eine Million Menschen in Deutsch­land erkrankt – die meisten, ohne es zu wissen. Hinzu kommen Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem aus noch unerforschten Gründen beginnt, die eigenen Leber­zellen anzugreifen, sowie die Fettleber, die insbesondere in den westlichen Industrienationen immer häufiger auftritt.

 

Fettleber immer häufiger

Die Fettleber ist zudem oft eine Vorstufe für weitere Schädigungen der Leber, wie beispielsweise der Leberentzündung. Wie bei anderen chronischen Leberkrankheiten kommt es durch die andauernde Entzündung zu einer Vernarbung der Leber. Wird dieser Prozess nicht gestoppt, drohen Spätfolgen wie Leberzirrhose oder auch Leberkrebs. Und dies geschieht immer häufiger. Schätzungsweise 20 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Fetteinlagerungen der Leber. „Es rollt eine Welle auf uns zu. Mehr als die Hälfte aller Männer und Frauen in Deutschland sind übergewichtig, jeder fünfte Deutsche ist adipös, “ erklärt Professor Claus Niederau, Vorstand der Deutschen Leberhilfe e.V. Dadurch werde es auch immer mehr Lebererkrankungen geben, so der Experte.

Besonders problematisch ist, dass auch Kinder schon häufig unter Übergewicht leiden. Sieben bis acht Prozent der Kinder gelten als fettsüchtig, und sie haben ein hohes Risiko, auch dicke Erwachsene zu werden. Damit steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie später eine Fettleber entwickeln. Mit gesunder Ernährung und einem gesunden Lebensstil kann dies jedoch verhindert werden.

Foto: © blueringmedia - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lebererkrankungen

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Bei fast allen Erkrankungen wird körperlicher Aktivität ein positiver Einfluss auf den Krankheitsverlauf nachgesagt. Zum Teil wird sie sogar schon gezielt als Therapie eingesetzt. Eine Meta-Analyse zeigt nun: Durch körperliche Aktivität kann die Gesamtsterblichkeit um 30 bis 40 Prozent gesenkt werden.
Listerien, EHEC-Erreger, Campylobacter – in Fleisch und Wurstprodukten stecken jede Menge Krankheitserreger. Das Zoonosen-Monitoring 2017 zieht eine unappetitliche Bilanz. Dabei wurden nur Stichproben ausgewertet. Die Wahrheit könnte noch viel schlimmer sein.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35 10717 Berlin, Mehrzweckraum (EG)
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.