. Lebererkrankungen

Nichtalkoholische Fettleber häufig Vorbote von Krebs

Dass eine Nichtalkoholische Fettleber ein direktes Vorzeichen für die Entstehung von Krebs sein kann, ist nicht allen Gastroenterologen bewusst. Es ist jedoch wichtig, dass die Patienten zur Leberkrebs-Vorsorge gehen.
Fettleber kann Vorbote von Krebs sein

Fettleber kann Vorbote von Krebs sein

Die Nichtalkoholische Fettleber (NAFL) stellt einen hohen Risikofaktor für die Entstehung eines Leberzellkarzinoms dar. Darauf weisen die Ergebnisse einer neuen Studie hin, die während der 47. Jahrestagung der European Association for the Study of the Liver (EASL) in Barcelona vorgestellt wurde. An der internationalen Kohortenstudie, die im Journal of Hepatology veröffentlicht wurde, hatten 160 Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC) teilgenommen. Die Patienten waren durchschnittlich 70 Jahre alt.

Das auffälligste Ergebnis der Studie war, dass 43 Prozent der Patienten ein Leberzellkarzinom entwickelt hatten, ohne vorher eine Leberzirrhose zu bekommen. Zudem hatten sie nicht an chronischer Hepatitis B oder C oder an Alkoholismus gelitten. Damit hätten sie bisher nicht zur Zielgruppe für Leberkrebs-Vorsorgeprogramme gehört. In der aktuellen Richtlinie der EASL wird nun auch Patienten mit einer Nichtalkoholischen Fettleber empfohlen, sich regelmässig einer Sonografie zu unterziehen.

Krebsrisiko stärker ins Bewusstsein rücken

"Diese umfangreiche Multicenter-Studie zeigt, welch bedeutende Rolle die Nicht-alkoholische Fettleber als Risikofaktor bei der Entwicklung des Leberzellkarzinoms spielt" erklärt Professor Jean-Francois Dufour von der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin in Berlin in einer Mitteilung der United European Gastroenterologie (UEG). Die UEG fordert, dass die NAFL als Vorzeichen von Krebs stärker ins Bewusstsein der Gastroenterologen rücken sollte.

Die Nicht-alkoholische Fettleber ist eine Form der Fettleber, die nicht durch den chronischen Missbrauch von Alkohol bedingt ist. Ihre Ursachen könnten Stoffwechselerkrankungen, Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen, Virusinfektionen oder in seltenen Fällen genetisch bedingte Krankheiten sein. Treten neben der Fettablagerung auch Zeichen einer Entzündung auf, spricht man von einer Fettleberhepatitis oder Steatohepatitis (NASH).

Foto: CLIPAREA.com - Fotolia.com

Autor:
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Leber

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

| Dicke Menschen gelten oft als gemütlich und widerstandsfähig. Was das Krebsrisiko angeht, stimmt die Formel allerdings nicht. Körperfett ist bei manchen Tumorarten an jeder zweiten Krebserkrankung schuld.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Stress löst bei der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen depressionsartigen Zustand aus. Dieser ließ sich durch Lithium oder Zucker beheben. Dies ergab eine Studie von Neurobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Vom Hepatitis C Medikament Sovaldi ist eine Fälschung auf den deutschen Markt gelangt. Das BfArM warnt davor, die Tabletten einzunehmen. Patienten können die Fälschung leicht erkennen: Die Filmtabletten sind weiß statt gelb.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KommRum e.V., Schnackenburgstr. 4, 12159 Berlin-Friedenau
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.