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Fersenschmerz: Wirkung von Stoßwellentherapie gegenüber Placebo bestätigt

Im vergangenen Jahr hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) festgestellt, dass die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) bei bestimmten Fersenschmerzen besser wirkt als eine Placebotherapie. In einem Abschlussbericht wurde dies nun bestätigt.
Fersenschmerzen behandeln

Die Wirkung der Stoßwellentherapie bei Fersenschmerzen war lange umstritten

Fersenschmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Unter anderem können sie durch Reizungen und Entzündungen der plantaren Sehnenplatte am Fersenbein ausgelöst werden. Die Schmerzen entstehen entweder schon zu Beginn des Laufens oder erst nach längeren oder stärkeren Belastungen. In einigen Fällen verschwinden die Fersenschmerzen von allein. Wenn dies nicht der Fall ist, können verschiedene Behandlungsmethoden in Frage kommen. Unter anderem werden dann Einlagen, Dehnübungen, entzündungshemmende Medikamente oder Injektionen mit Kortikosteroiden empfohlen. Halten die Schmerzen jedoch länger an, kann auch eine extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ausprobiert werden. In schweren Fällen ist sogar eine Operation angezeigt.

Stoßwellentherapie scheint Schmerzen lindern zu können

Die Wirkung der Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz war lange Zeit umstritten. Im November 2016 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund­heits­wesen (IQWiG) eine Meta-Analyse zum Thema erstellen lassen. Dazu werteten Forscher 28 Studien aus, in denen die Stoßwellentherapie entweder mit Placebo oder mit anderen Therapien verglichen wurde. Bei 15 Studien, in denen die ESWT mit einer Placebobehandlung verglichen wurde, zeigte sich bei den Punkten Schmerz und körperlicher Funktionsstatus Be­lege für einen Nutzen der Stoßwellentherapie.

Allerdings gab es auch Studien, die Nachteile oder zumindest keine Hinweise für einen höheren Nutzen der Stoßwellentherapie ergaben. Einige Studien waren aus Sicht der Forscher schwierig zu beurteilen, weil beispielsweise die gleichzeitige Gabe von Schmerzmitteln die Ergebnisse verzerrt haben könnte. Unklar blieb zudem, wie viel Energie bei der ESWT nötig ist, um eine positive Wirkung bei möglichst wenig Nebenwirkungen zu erzielen.

 

Kaum Vorteile gegenüber aktiven Vergleichstherapien

Wenige Monate nach der Veröffentlichung des Vorberichts durch das IQWiG sind nun auch die anschließend eingegangenen Stellungnahmen sowie die Ergebnisse einer weiteren Studie ausgewertet worden. Das Institut sieht in seinem Abschlussbericht für den Endpunkt Schmerz einen Beleg und für den körperlichen Funktionsstatus einen Anhaltspunkt für einen Nutzen der Stoßwellentherapie im Vergleich zur Placebobehandlung. Gegenüber aktiven Vergleichstherapien sind die Vorteile jedoch unklar.

Nur bei zwei von sechs aktiven Vergleichstherapien ergaben sich Anhaltspunkte für einen höheren Nutzen der ESWT, nämlich gegenüber Ultraschall und der Iontophorese zusätzlich zur Einnahme schmerzstillender Mittel. Bei zwei weiteren aktiven Vergleichstherapien, nämlich Operation und Ultraschall plus Dehnübungen, fanden sich keine Anhaltspunkte für einen höheren oder geringeren Nutzen. Im Vergleich zu Dehnübungen allein und zu Glukokortikoid-Injektionen schnitt die Stoßwellentherapie sogar schlechter ab, wobei die Studienbasis keine eindeutigen Ergebnisse zuließ.

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