. Typ-2-Diabetes

Erhöhtes Diabetesrisiko durch Süßstoffe?

Die Frage, ob von Süßstoffen eine Gesundheitsgefahr ausgeht, wurde bisher unterschiedlich beantwortet. Nun liefert eine Studie Hinweise, dass Süßstoffe das Diabetesrisiko steigern können – also genau das, was viele Menschen durch den Zuckerersatz verhindern wollen.
Süßstoffe

Diabetes lässt sich durch Süßstoffe nicht verhindern – im Gegenteil

Zucker steht immer stärker in der Kritik von Gesundheitsexperten. Der süße Stoff kann – im Übermaß verzehrt – nicht nur Karies verursachen, sondern auch zu Übergewicht, Diabetes und allen damit verbundenen Folgeerkrankungen führen. Lange Zeit schienen daher Zuckeraustauschstoffe und insbesondere Süßstoffe eine Lösung für das Problem darzustellen. Sie sollten den süßen Geschmack liefern, ohne der Gesundheit zu schaden. Doch ob dies wirklich so problemlos funktioniert, damit beschäftigen sich mittlerweile viele Experten. So gibt es seit einiger Zeit Hinweise, dass Süßstoffe die Stoffwechselvorgänge des menschlichen Körpers durcheinanderbringen können. Nun haben australische Forscher sogar herausgefunden, dass sie das Diabetesrisiko erhöhen.

Höherer Glukosewert nach Zufuhr von Süßstoff

Die Wissenschaftler um Professor Richard Young von der University of Adelaide konnten zeigen, dass Süßstoffe die Blutzuckerkontrolle nach der Nahrungsaufnahme beeinträchtigen. Dies könnte ihrer Meinung nach auch erklären, warum künstlich gesüßte Softdrinks die Entstehung von Diabetes begünstigen. Für ihre Studie sollten 20 gesunde Probanden zwei Wochen lang Süßstoff (Sucralose und Acesulfame-K) zu sich nehmen. Die Dosis entsprach 1,2 bis 1,5 Liter eines gesüßten Getränkes pro Tag. 20 andere Probanden fungierten als Kontrollgruppe und erhielten ein Placebopräparat.

Das Ergebnis: Die Forscher konnten zeigen, dass sich im Darm der Teilnehmer, die den Süßstoff konsumierten, nach dem Essen 20 Prozent mehr Glukose befand als bei der Kontrollgruppe. Die Plasma-Glukosewerte lagen bei ihnen im Durchschnitt um 24 Prozent höher. Zudem fiel die GLP1-Antwort auf die Zuckerzufuhr um 34 Prozent geringer als in der Placebogruppe aus. GLP-1 gehört zu den wichtigsten Inkretinen (Darm-Hormone). Die Hauptaufgabe dieser Hormone ist die Senkung des Blutzuckerspiegels durch Anregung der Betazellen. Zudem melden die Inkretine dem Gehirn, wann genug Nahrung aufgenommen wurde, also wann das Sättigungsgefühl einsetzen soll, und sorgen dafür, dass die Nahrung den Körper langsamer verlässt.

 

Häufiger Konsum von „Light“-Produkten ist ungesund

Die Forscher vermuten, dass die mit Süßstoff verbundene verstärkte Glukoseabsorption dazu führt, dass weniger Glukose die mittleren und distalen Darmabschnitte erreicht und somit weniger GLP1 sekretiert wird. Wenn Menschen nun häufig zu mit Süßstoffen versetzten sogenannten „Light“-Produkten greifen, bestehe die Gefahr einer gesteigerten glykämischen Reaktion nach der Nahrungsaufnahme, so Studienleiter Young. Dies begünstige wiederum die Entstehung von Typ-2-Diabetes. In der vorliegenden Studie wurde dies allerdings nur für eine relativ hohe Zufuhr an Süßstoffen nachgewiesen. Ob auch schon geringere Mengen Süßstoff die Glukosekontrolle beeinträchtigen, ist noch unklar.

Foto: © sabdiz - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Blutzucker , Ernährung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Patienten müssen vor einer Operation umfassend über den geplanten Eingriff aufgeklärt werden. Forscherinnen der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnten jetzt am Beispiel der Herzkatheteruntersuchung zeigen, dass ein Comic dabei helfen kann.
Wissenschaftler haben weitere Ursachen gefunden, warum Nervenzellen bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS) unwiderruflich absterben. Die Autophagie (Zell-Reininigung) spielt dabei eine wesentliche Rolle. In pre-klinischen Studien wird nun das therapeutische Potenzial eines verstärkten Proteinabbaus in den Zellen geprüft.
Die Sonne gewinnt erfreulich spürbar an Kraft, aber die Haut ist noch blass vom Winter: Der Schutz vor UV-Strahlung ist deshalb keinesfalls nur eine Angelegenheit der Sommermonate – er beginnt im April. Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Schon jetzt ist die Sonne ähnlich intensiv wie im August.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Gesundheitsakademie, Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin, Haus A, Aufgang D 06, 1. OG, Seminarraum siehe Info-Tafel am Eingang
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.