Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
31.08.2017

Macht Süßstoff dick?

Der Konsum von künstlichen Süßstoffen hilft nicht beim Abnehmen. Vielmehr deuten Forschungsdaten darauf hin, dass er langfristig mit einer Gewichtszunahme verbunden sind. Macht Süßstoff also dick?
Süßungsmittel

Künstliche Süßstoffe helfen anscheinend nicht beim Abnehmen

Künstliche Süßstoffe können mit einer langfristigen Gewichtszunahme verbunden sein. Übergewicht erhöht wiederum das Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes 2, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Das ist das Ergebnis kanadischen Studie, die im Fachblatt CMAJ (Canadian Medical Association Journal) veröffentlicht wurde.

Künstliche Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin oder Stevia sollen den herkömmlichen Haushaltszucker ersetzen. Der Konsum ist weit verbreitet und nimmt zu. Doch es gibt Hinweise darauf, dass sie Stoffwechsel, Darmbakterien und Appetit negativ beeinflussen. Das zeigte sich in einem Mäuse-Versuch.

Süßstoff macht eher dick

Um herauszufinden, ob die Süßungsmittel mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind, werteten Forscher der University of Manitoba 37 Studien aus, in denen insgesamt 400.000 Menschen über einen Zeitraum von durchschnittlich 10 Jahren beobachtet wurden. Sieben dieser Studien waren randomisiert und kontrolliert. An diesen nahmen 1.003 Personen über einen durchschnittlichen Zeitraum von 6 Monaten teil.

Dabei zeigte sich keine eindeutige Wirkung von künstlichen Süßstoffen auf den Gewichtsverlust. Süßstoff macht eher dick. Die längeren Beobachtungsstudien wiesen auf eine Verbindung zwischen dem Verzehr von künstlichen Süßstoffen und einem erhöhten Risiko für Gewichtszunahme, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Diabetes 2 und Herzerkrankungen hin.

In experimentellen Studien konnte dieser Effekt allerdings bislang nicht nachvollzogen werden. Dazu kommt, dass Menschen, die zu Süßstoff statt Zucker greifen, eher übergewichtig sind und daher bereits einen Riskofaktor mitbringen.

 

Gesundheitliche Auswirkungen sollten weiter erforscht werden

„Vorsicht ist gerechtfertigt, bis die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von künstlichen Süßstoffen vollständig beschrieben sind“, meint Studien-Autorin Dr. Meghan Azad. Ihr Team führt derzeit eine neue Studie durch, die untersucht, ob und wie der Süßstoffverbrauch von schwangeren Frauen Gewichtszunahme, Stoffwechsel und Darmbakterien bei dem Säugling beeinflusst.

Angesichts der weit verbreiteten und zunehmenden Verwendung von künstlichen Süßstoffen und der aktuellen Epidemie von Fettleibigkeit, sei mehr Forschung erforderlich, um die langfristigen Risiken und Vorteile der Zuckerersatz-Produkte zu bestimmen, betont Azad.

Foto: monropic/fotolia.com

Foto: ©monropic - stock.adobe.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Übergewicht , Adipositas
 

Weitere Nachrichten zum Thema Süßstoff

24.01.2017

Was taugen Süßungsmittel wie Birkenzucker, Kokosblütenzucker oder Stevia? Die Verbraucherzentrale Hessen nahm die als natürliche Alternative zum Haushaltszucker angepriesenen Produkte unter die Lupe.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Die Zahl der Diabetesfälle ist dabei zu explodieren – in Deutschland wie weltweit. Die WHO spricht schon jetzt von einer weiteren „Pandemie“. Ein Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt, was jeder Einzelne selbst tun kann und sollte, um sein persönliches Risiko für eine Diabetes-Erkrankung zu reduzieren.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin