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19.03.2017

Down-Syndrom: Betroffenen eine Stimme geben

Menschen mit Trisomie 21 können bei entsprechender Förderung meistens ein glückliches und erfülltes Leben führen. Der Welt-Down-Syndrom-Tag, der am 21. März stattfindet, will Betroffenen und Angehörigen eine Stimme verleihen und die Öffentlichkeit besser aufklären.
Down-Syndrom

Menschen mit Down-Syndrom verfügen häufig über besondere soziale Fähigkeiten

Etwa eines von 700 Kindern, die in Deutschland zur Welt kommen, hat das Down-Syndrom. Um auf die speziellen Belange der Betroffenen aufmerksam zu machen, findet jedes Jahr am 21. März der Welt-Down-Syndrom-Tag statt. Seit 2006 wird der Aktionstag, der durch die Organisationen Downsyndrome International (DSI) und European Downsyndrome Association (EDSA) eingeführt wurde, begangen. In diesem Jahr heißt das Motto „My Voice – My Community“. Damit soll betont werden, wie wichtig es ist, dass die Stimme von Menschen mit Down-Syndrom gehört wird und dass ihre Meinung Einfluss auf Politik und Gesellschaft hat.

Ein Chromosom zuviel führt zu Beeinträchtigungen

Jede Zelle unseres Körpers enthält im Zellkern 46 Chromosomen, die in 23 Chromosomenpaaren angeordnet sind. Auf ihnen sind die genetischen Informationen darüber abgespeichert, welche Eigenschaften der Organismus bekommt - wie beispielsweise die Augenfarbe oder die Körpergröße. Sobald die Eizelle befruchtet ist, werden diese Informationen für das Wachstum eines neuen Menschen abgerufen.

Normalerweise befinden sich in den Keimzellen 46 Chromosomen, doch manchmal kommt es vor, dass sie ein zusätzliches Chromosom enthalten. Bei Menschen mit Down-Syndrom ist das Chromosom 21 dreifach vorhanden – daher lautet eine weitere Bezeichnung dafür Trisomie 21. Das Extra-Chromosom liegt bei ihnen „frei“ und ist nicht mit einem anderen Chromosom verwachsen. Menschen mit Down-Syndrom weisen in der Regel typische körperliche Merkmale auf, sind in ihren kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt und zeigen Verzögerungen in der Entwicklung.

 

Menschen mit Down-Syndrom haben vielfältige Fähigkeiten

Die meisten Menschen mit Down-Syndrom sind dennoch nicht häufiger krank als andere. Zudem leiden sie meist nicht unter ihrem Syndrom, sondern eher unter der Zurückweisung oder dem Unverständnis ihrer Mitmenschen. Gerade in den vergangenen Jahren haben viele Untersuchungen gezeigt, dass Menschen mit Down-Syndrom größere Fähigkeiten haben, als oft angenommen wird, und dass sie diese Talente ausbilden und nutzen können, wenn man sie entsprechend fördert und fordert.

So können viele Betroffene bei entsprechender Förderung Lesen und Schreiben lernen. Oft können sie auch besonders gut mit anschaulichen und konkreten Aufgaben umgehen. Zudem zeigen fast alle Menschen mit Down-Syndrom ausgesprochen gute soziale und emotionale Fähigkeiten und sind von großer Offenheit und Herzlichkeit gegenüber anderen Menschen. Um Betroffene zu fördern und ihnen die notwendige Unterstützung zu ermöglichen, will der Welt-Down-Syndrom-Tag die Öffentlichkeit aufklären und für mehr Verständnis und Engagement werben.

Foto: © denys_kuvaiev - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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