. Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Auch Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Arbeit

Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil für ein zufriedenes Leben. Das gilt auch für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Darauf machen Interessenverbände anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung aufmerksam.
Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Die meisten Menschen mit Behinderung wollen arbeiten

Von einer Behinderung wird gesprochen, wenn die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben durch körperliche, geistige oder seelische Einschränkungen erschwert ist. Die meisten Betroffenen haben trotz dieser Einschränkungen den Wunsch, einer als sinnvoll erlebten Tätigkeit nachzugehen – und je nach Schweregrad der Behinderung ist das meist auch möglich. Daran, wie wichtig es ist, Menschen mit Behinderung in das gesellschaftliche Leben zu integrieren, soll der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember 2017 erinnern. Der Gedenktag wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen und wird auch in Deutschland von vielen Verbänden mit Aktionen begleitet.

Menschen mit Behinderungen finden häufig keine Arbeit

Das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Arbeit wurde von den UN im Jahr 2008 bekräftigt. So heißt es in Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention, die Betroffenen hätten ein gleichberechtigtes Recht auf Arbeit, genauer gesagt, darauf, „den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, integrativen und für Menschen mit Behinderung zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen wird.“

In der Realität bleibt jedoch vielen Menschen mit Behinderung der allgemeine Arbeitsmarkt verschlossen. Dies wird unter anderem von der Aktion Mensch kritisiert. Auch die Bundesvereinigung Lebenshilfe betont die Bedeutung von Arbeit für Menschen mit Behinderungen. Ulla Schmidt, Vorsitzende der Lebenshilfe, erklärte gegenüber Gesundheitsstadt Berlin, dass Arbeitgeber oft nur schwer davon zu überzeugen, dass sie auch von der Mitarbeit durch Menschen mit geistiger Behinderung profitieren können. Schmidt hofft jedoch, dass sich die Situation mit dem Bundesteilhabegesetz in nächster Zeit verbessern wird.

 

Psychologische Barrieren abbauen

Wie wichtig Arbeit für ein zufriedenes Leben ist, darauf macht die Aktion Mensch auf ihrer Website aufmerksam. Arbeit ermöglicht demnach nicht nur finanzielle Unabhängigkeit, sondern verschafft den Menschen auch einen Platz in der Gesellschaft und bringt soziale Anerkennung. Um Inklusion zu ermöglichen, ist es jedoch zunächst wichtig, räumliche und psychologische Barrieren abzubauen, die vielerorts noch bestehen.

Mit dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen werden Organisationen dazu aufgerufen, sich dem Thema Behinderung zu widmen und es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In verschiedenen Beiträgen sollen die Belange von Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt gestellt werden. Zudem soll durch den Tag die Umsetzung internationaler Normen und Standards beim Umgang mit Behinderungen gefördert werden.

Foto: © Firma V - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Behinderung

| Das neue Bundesteilhabegesetz gilt wegen seiner Personenzentrierung als großer Wurf. Über den aktuellen Stand der Umsetzung hat Gesundheitsstadt Berlin am 29. November mit verantwortlichen Akteuren aus Berlin diskutiert. Demnach stehen den großen Chancen auch einige Herausforderungen gegenüber.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
 
. Weitere Nachrichten
Dank Corona-Krise ist die Luft in Städten besser geworden. Die Verwendung von umwelt- und klimaschädlichen Einwegverpackungen ist dagegen in die Höhe geschnellt. Jeder Kaffee aus einem plastikbeschichteten Pappbecher ist ein Kontakt zu Chemikalien, die gesundheitsschädlich sind, warnt die Deutsche Umwelthilfe: für Erwachsene und Jugendliche – und sogar für ungeborene Kinder.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.