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Zika-Virus: Wie gefährlich ist eine Reise nach Brasilien wirklich?

Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro finden trotz der Gefahren durch das Zika-Virus statt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Entwarnung gegeben. Doch wie gefährlich ist ein Aufenthalt in Brasilien zurzeit wirklich?
Zika-Virus

Aedes aegypti überträgt das Zika-Virus

Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür, und ein Thema, das in den letzten Monaten die Medien beherrscht hat, scheint nun kaum noch von Interesse zu sein: Zika. Veranstalter und Sportler scheinen Glück gehabt zu haben, denn die Aktivität der Moskitoart Aedes aegypti, des Hauptüberträgers des Erregers, wurde durch die kühleren Temperaturen im südamerikanischen Winter stark reduziert. Damit ist die Gefahr für eine Infektion mit dem Zika-Virus vorerst zurückgegangen. Ausgeschlossen werden kann eine Infektion aber natürlich nicht. Experten des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) haben kürzlich die Gefahren erläutert und Tipps für Reisende gegeben.

Risiko einer Infektion mit Zika zurzeit gering

Im Juni hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro trotz der Zika-Viren stattfinden können. Das Risiko einer weiteren internationalen Ausbreitung bewertete die Organisation als gering. Zuvor hatten rund 200 Gesundheitsexperten die WHO in einem offenen Brief aufgefordert, die Spiele zu verschieben. Nach Meinung von Professor Christian Drosten und Professor Jan Felix Drexler von der Universität Bonn besteht für Sportler und Besucher jedoch durchaus eine Gefahr, sich während der Olympischen Spiele mit dem Zika-Virus zu infizieren.

Allerdings sei die allgemeine Aktivität von Überträgermücken mit Beginn des Winters auf der Südhalbkugel etwas geringer, so die Experten. Auch seien in Brasilien bereits sehr viele Menschen mit dem Virus infiziert worden und deshalb nun mit großer Wahrscheinlichkeit immun, was das Risiko einer Virusweitergabe zwischen den Moskitos und damit auch Rate an neuen Infektionen von Menschen reduziere.

Dagegen bestehe weiterhin die Gefahr einer Infektion mit anderen von Mücken übertragenen Viren, beispielsweise Dengue- und Chikungunya-Viren, die auch schwere Krankheitssymptome hervorrufen können. Die Experten des DZIF empfehlen daher das Tragen langer Kleidung, die empfindliche Stellen wie die Fußgelenke, den Hals und die Unterarme bedeckt. Bei der Verwendung von Mückenschutzmitteln sollte darauf geachtet werden, dass die Mittel auch für tropische Gebiete empfohlen werden.

Gefahr für Schwangere nicht auszuschließen

Eine Infektion mit dem Zika-Virus nimmt normalerweise einen milden Verlauf und ruft, wenn überhaupt, leichte Symptome wie Rötungen der Augenbindehaut, Kopfschmerzen und ein allgemeines Fieber- und Müdigkeitsgefühl hervor. Für Schwangere ist eine Infektion allerdings problematischer, da man vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem Zika-Virus und Gehirnfehlbildungen bei Neugeborenen gibt. Bisher weiß man zwar nicht, wie häufig eine Infektion mit dem Zika-Virus bei Schwangeren zu solchen Missbildungen führt. Dennoch rät das Auswärtige Amt Schwangeren und Frauen, die planen, schwanger zu werden, von vermeidbaren Reisen in die Risikogebiete ab. Eine Impfung oder eine spezifische Therapie gibt es derzeit noch nicht.

Professor Drosten und Professor Drexler machen auch darauf aufmerksam, dass das Zika-Virus noch geraume Zeit nach der Infektion über die männliche Samenflüssigkeit übertragbar sei, in Einzelfällen eventuell sogar über mehrere Wochen. Kondome schützen gegen diese Übertragungsform. Männer, die aus einem Zika-Gebiet zurückkehren und Sorge haben, ihre schwangere Partnerin zu infizieren, können sich nach Ablauf von etwa zehn Tagen seit Ausreise durch einen spezifischen Antikörpertest untersuchen lassen. Ein negatives Testergebnis schließt eine Infektion durch Zika aus.

Foto: © tacio philip - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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