. Letzte Wünsche

Wünschewagen in immer mehr Bundesländern unterwegs

Die Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) erfüllen letzte Lebenswünsche schwerstkranker Menschen. Nun starten die Wagen auch in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Hessen, um Betroffenen noch einmal schöne Stunden zu bescheren.
MIt dem Wünschewagen ans Meer

Mancher Schwerstkranke wünscht sich, noch einmal das Meer zu sehen

Viele Menschen, die schwerstkrank sind und deren Leben sich dem Ende zuneigt, haben noch bestimmte Wünsche, die sie sich gerne erfüllen würden, aber ohne Hilfe von außen nicht können. Manch einer würde gerne noch einmal am Meer sein, der nächste seine Familie sehen oder mit dem Partner ein Konzert besuchen. Oft scheint das aber nicht möglich zu sein, weil die Betroffenen ständige medizinische Betreuung benötigen oder weil es an Transportmöglichkeiten mangelt. Hier springt der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) ein: Mit ihm können letzte Lebenswünsche schwerstkranker Menschen jeden Alters erfüllt werden.

Der Patient soll sich möglichst wohlfühlen

In mehreren Bundesländern sind die Wagen in blau-weiß-rot schon unterwegs, seit diesem Jahr nun auch in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Hessen. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um eigens für dieses Projekt umgebaute Krankentransportwagen. Im Inneren sind sie auf alle medizinischen Bedürfnisse der Patienten eingerichtet. Aber anders als in normalen Krankenwagen gibt es hier eine bequeme Trage sowie eine richtige Decke und Kopfkissen, damit sich der Patient wohlfühlt. Auch gibt es ein DVD-System und ein vom Fahrer unabhängiges Soundsystem. Eine Rundum-Verglasung ermöglicht einen Panorama-Blick auf die Umgebung, und ein Gesamtkonzept aus Licht und Farben rundet das Ganze ab. Auch für den Lebenspartner oder eine andere Begleitperson bietet der Wünschewagen Platz.

 

Entlastung für die Angehörigen

Karina Dinge­bauer vom ASB erklärt, dass das Angebot da ansetzt, wo Angehörige überfordert sind: „Zum Beispiel, wenn ein Fahrgast nur liegend transportiert werden kann oder pflegerische oder medizinische Betreuung benötigt.“ So wurde beispielsweise in Nordrhein-Westfalen eine neunjährige Patientin, die an einer neurodegenerativen Grund­er­kran­kung leidet, zum St.-Martins-Umzug in ihrer ehemaligen Schule begleitet. Ein an­deres Mal fuhr der Wünschewagen eine 27-Jährige mit Brustkrebs und Hirn-, Knochen- und Leber­metastasen für einen Tag ans Meer. Ein 64-Jähriger schaffte es dank des Fahrzeugs, trotz seiner Krebserkrankung bei der Hochzeit seiner Tochter dabei zu sein.

Der erste Wünschewagen startete vor zwei Jahren im Ruhrgebiet. Für die Fahrgäste ist der Transport kostenfrei. Daher ist das Projekt auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Wer eine Wunschanfrage hat, kann diese beispielsweise auf der Website wuenschewagen.com eintragen. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht – auch Kindern können mit dem Wagen Wünsche erfüllt werden.

Foto: © Fxquadro - Fotolia.com

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