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08.03.2021

Wie sehr schaden Smartphones unseren Augen?

Während der Corona-Pandemie sitzen die meisten Menschen noch länger vor Handy, Laptop und Co. als sonst. Doch das blauwellige Licht, das von Smartphones ausgeht, schadet den Augen und fördert die Entstehung der Altersbedingten Makuladegeneration. Das kann sogar bis zur Erblindung führen.
Smartphones

Smartphones schaden den Augen mehr als man denkt - besonders im Dunkeln

Es ist mittlerweile fast überall anzutreffen: blaues Licht, dass in besonders großer Menge von LEDs ausgesendet wird. LEDs finden sich heute in Fernseher- und Computerbildschirmen, in Tablets und Smartphones und oft sogar bei der Raumbeleuchtung. Menschen nehmen die Blaufärbung meist gar nicht wahr, sondern empfinden das Bildschirmlicht als weißlich.

Doch das sogenannte Blaulicht beeinflusst unsere Gesundheit. Schon mehrere Studien konnten zeigen, dass es uns nachts länger wachhält, wenn wir spät abends noch dem blauen Licht von Smartphones, Fernseher und Co. ausgesetzt waren. Nun konnten Wissenschaftler zeigen, dass das blaue Licht von Smartphones auch schädlich für die Augen ist und die Entwicklung einer Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) befördern kann.

Blauwelliges Licht kann AMD befördern

Die Forscher der University of Toledo in Ohio suchten nach der Ursache dieser Wirkung und konnten nachweisen, dass durch das blauwellige Licht ein Molekül, das Retinal, verändert wird. Dieses Molekül sitzt in den Stäbchen, also den Sensoren im Auge, die für das Wahrnehmen von Hell-Dunkel-Kontrasten verantwortlich sind.

Retinal sorgt beim Auftreffen von Licht auf die Netzhaut dafür, dass ein Signal an das Gehirn gesendet wird. Trifft jedoch blaues Licht eines Smartphones auf die Netzhaut, produziert das Molekül giftige Verbindungen, welche die Sehzelle zerstören. In der Folge kann dies zu großen blinden Flecken in unserer Sicht führen – das typische Kennzeichen der sogenannten Makuladegeneration. Im schlimmsten Fall droht die Erblindung.

 

Vitamin E als Augenschutz?

Es gibt jedoch auch einen Schutz gegen die Zerstörung. Die Forscher fanden heraus, dass ein Molekül namens Alpha-Tocopherol, ein Vitamin-E-Derivat, die Sehzellen vor dem Tod durch das blaue Licht bewahrt. Dieser Selbstschutz scheint jedoch mit fortschreitendem Alter immer weniger gut zu funktionieren. Die Wissenschaftler raten, Smartphones möglichst nicht im Dunkeln zu benutzen, weil dabei die Pupillen erweitert werden, wodurch noch mehr blaues Licht in die Augen gelangt. Eine gute Möglichkeit ist zudem ein Blaulichtfilter für das Smartphone. Bei einigen Geräten gehört dieser bereits zur Grundausstattung.

Was sonst noch hift: Öfter mal rausgehen und in den Himmel und die Ferne schauen. Dadurch kann sich das Auge regenieren. Studien haben auch gezeigt, dass Kinder, die öfter im Freien spielen, seltener kurzsichtig werden.

Foto: Adobe Stock / zea leanet

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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