. Flavonole

Stärkt Kakao die kognitiven Leistungen?

Positive Nachrichten für alle Schokoladen-Fans: die Flavonole im Kakao, die besonders in Bitterschokolade enthalten sind, sollen Studien zufolge die kognitiven Leistungen verbessern. Dieser Wirkung liegen offenbar verschiedene Mechanismen zugrunde.
Flavonole

Schokolade mit hohem Kakaoanteil kann positive Effekte auf die Gesundheit haben

Mehrere Untersuchungen haben bereits belegt, dass die in der Kakaobohne enthaltenen Flavonole positive Auswirkungen auf die Herzgesundheit haben. Daher soll der regelmäßige Verzehr von Schokolade, insbesondere von Bitterschokolade, die einen hohen Kakao-Anteil hat, durchaus gesundheitliche Vorteile haben. Nun hat eine Meta-Analyse Hinweise geliefert, dass Kakao auch die Funktion des Gehirns verbessern kann. Forscher der Universität von L'Aquila hatten dafür Studien ausgewertet, die sich mit den Kurz- und Langzeiteffekten von Kakaoflavonolen auf die kognitive Leistung beschäftigten.

In den untersuchten Studien wurden unter anderem die kognitiven Leistungen der Probanden nach einer einmaligen Gabe einer Kakaozubereitung mit hohen Flavonolgehalt gemessen. Besonders deutlich war dabei der Effekt bei jüngeren Probanden. Ihre kognitiven Leistungen sowie die visuelle Informationsverarbeitung verbesserten sich signifikant.

Kakaoflavonole wirken direkt und indirekt auf das Gedächtnis

Die Forscher vermuten, dass die Kakaoflavonole ihre Wirkung auf verschiedenen Wegen entfalten. Zum einen regen sie offenbar im Hippocampus durch Interaktion mit Proteinen der zellulären Signalwege das synaptische Wachstum an. Zugleich wirken die Flavonole aber vermutlich auch indirekt auf das Gehirn, indem sie das Herz-Kreislaufsystem stärken und damit auch zu einer Erhöhung des zerebralen Blutvolumens im Hippocampus führen. Das Ergebnis ist eine verbesserte Gedächtnisleistung.

Auch eine längerfristige Einnahme von Kakaoflavonolen in einer Dosis zwischen 250 und 900 mg führte zu einer signifikanten Steigerung der kognitiven Leistungen. Die Probanden waren aufmerksamer, konnten Informationen besser verarbeiten und sprachen flüssiger. Dieser Effekt war allerdings nur bei älteren Personen zu beobachten, die bereits unter kognitiven Beeinträchtigungen litten. Bei gesunden Probanden blieben die Leistungen nach langfristiger Flavonolaufnahme auf dem anfänglichen Niveau.

 

Schokolade könnte kognitive Leistungen langfristig fördern

Für die Studienautoren bedeuten die Ergebnisse, dass vor allem ältere, bereits eingeschränkte Personen von der gezielten Einnahme von Flavonolen profitieren können. „Eine reguläre Aufnahme von Kakao könnte sich langfristig positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken“, so ihr Fazit. Über die geeignete Dosis und die Art der Flavonolgabe müsse aber noch weiter geforscht werden.  

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Meta-Analyse: Vor allem bei einer akuten Belastung kann Kakao die kognitiven Funktionen unterstützen. So zeigten Frauen, die eine Nacht nicht schlafen durften, nach der Einnahme von Flavonolen weniger Einschränkungen ihrer kardiovaskulären und kognitiven Funktionen als erwartet. Schokolade – insbesondere bittere – gegen Müdigkeit einzusetzen, kann also eine durchaus sinnvollere Strategie sein.

Foto: pixabay.com

Autor:
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Gedächtnis , Demenz , Ernährung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Kognitive Leistungen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Hitze und Sonne belasten den menschlichen Körper auf unterschiedliche Art und Weise. Vor allem die Gesundheit von älteren Menschen, Babys und chronisch Kranken kann dabei gefährdet werden. Kreislaufversagen und Hitzschlag können die Folgen sein.
Henna-Tattoos sind ein beliebtes Urlaubs-Souvenir. Dem rotbraunen Farbstoff sind jedoch oft Chemikalien zugesetzt, die Allergien auslösen können und in Europa verboten sind. Schwarzes Henna gibt es in der Natur nicht.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.