. Impflücken

Hepatitis-A-Ausbruch in Berlin: RKI rät zur Impfkontrolle

Für den aktuellen Hepatitis-A-Ausbruch in Berlin sollen Impflücken bei Männern, die Sex mit Männern haben, verantwortlich sein. Das Robert-Koch-Institut (RKI) bittet Ärzte, bei gefährdeten Patienten den Impfstatus zu überprüfen und sie gegebenenfalls gegen Hepatitis A zu impfen.
Impfung gegen Hepatitis A

Das RKI bittet Ärzte, den Impfstatus ihrer Patienten zu überprüfen

Seit Mitte November 2016 ist es in Berlin zu einer akut angestiegenen Zahl von Hepatitis-A-Fällen gekommen. Betroffen sind vorwiegend Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Das berichten das Robert-Koch-Institut (RKI), das Landes­amt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) sowie die Berliner Gesund­heits­ämter. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI empfiehlt daher Berliner Ärzten, bei Patienten mit entsprechenden Risiken den Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls eine Hepatitis-A-Impfung durchzuführen. Dadurch soll der aktuelle Ausbruch so schnell wie möglich eingedämmt werden.

Impfschutz innerhalb von zwei bis vier Wochen

Mehr als 90 Hepa­ti­tis-A-Erkrankungen sind zwischen November 2016 und Anfang April 2017 an das RKI übermittelt worden. Zu 88 Prozent sind Männer im Alter zwischen 20 und 60 Jahren betroffen, darunter über­wiegend MSM, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Bisherige Ergebnisse der Ausbruchsuntersuchen weisen darauf hin, dass bei den betroffenen Männern die empfohlenen Hepatitis-A-Impfungen nicht ausreichend umgesetzt wurden und Impflücken bestehen.

Für einen möglichst schnellen Impfschutz rät das RKI zu einer monovalenten Hepatitis-A-Vakzine. Damit sind die geimpften Personen bereits nach einer einmaligen Impfung innerhalb von zwei bis vier Wochen ausreichend geschützt. Für den Langzeitschutz sollte sechs bis 18 Monate später eine zweite Dosis verabreicht werden. Für Kontaktpersonen von Hepatitis-A-Erkrankten ist eine nachträgliche Impfung mit monovalentem Hepatitis-A-Impfstoff bis zu zwei Wochen nach Kontakt möglich.

 

Weitere Ausbreitung von Hepatitis A befürchtet

Hepatitis A kann als fäkal-orale Schmierinfektion über­tra­gen werden, also beispielsweise beim Analsex. Die Verwendung von Kondomen ist kein sicherer Schutz gegen die Vi­ren, da auch hierbei ein hohes Infektionsrisiko durch Kontakt zu Fäkal­spu­ren bestehen bleibt. Die Ständige Impfkommission des RKI (STIKO) rät allen Personen mit hoher Infektionsgefährdung eine Hepatitis-A-Impfung.

Bisher beschränkt sich der Hepatitis-A-Ausbruch innerhalb Deutschlands in erster Linie auf Berlin, obwohl vereinzelt auch aus anderen Großstädten Hepa­titis-A-Fälle bei MSM beobachtet wurden. Zudem wurde neben Deutschland auch aus England, den Niederlanden, Spanien und Portugal von ähnliche Häu­fungen berichtet.

Grippeähnliche Symptome können auf Infektion hinweisen

Eine Infektion mit Hepatitis A macht sich meist zunächst durch Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens bemerkbar. Eine spezifische Therapie gegen die Erkrankung gibt es nicht; die Behandlung beschränkt sich daher auf eine Bekämpfung der grippeähnlichen Symptome sowie auf Bettruhe.

In den meisten Fällen heilt eine Hepatitis A nach mehreren Wochen von alleine aus. In etwa zehn Prozent der Fälle kann es jedoch zu protrahierten Verlaufsformen kommen, die unter Umständen mehrere Monate lang andauern, aber ebenfalls komplikationslos ausheilen. Bei einem sehr geringen Teil der Patienten ist der Verlauf schwerwiegend und dann fast immer tödlich. Dies gilt vor allem für ältere und geschwächte Patienten sowie Menschen, die bereits unter chronischer Hepatitis B oder C leiden.  

Foto: © Alexander Raths - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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