. Herzgesundheit

Klassische Musik schützt das Herz

Klassische Musik kann unser Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von der Ruhr-Universität Bochum. Besonders Musikstücke von Mozart und Strauss scheinen positive Effekte zu haben.
Musik und Herzgesundheit

Musik kann die Herzfrequenz senken

Musik kann entspannen – diese Erfahrung hat sicher jeder schon gemacht. Doch kann sie auch zu nachweisbaren positiven Veränderungen im Körper führen? Das wollte eine Wissenschaftlerin der Ruhr-Universität Bochum in ihrer Dissertation herausfinden. Dabei stellte sie fest, dass besonders Musik von Mozart und Strauss dazu beitragen kann, die Herzfrequenz zu senken. Die Ergebnisse der Studie wurden im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. 

Klassische Musik senkt Herzfrequenz

An der Studie nahmen 120 Probanden teil. Die Hälfte der Teilnehmer wurde in drei verschiedene Gruppen unterteilt, die alle jeweils für 25 Minuten der Musik von verschiedenen Komponisten oder Interpreten lauschten. Während eine Gruppe Musik von Mozart hörte, wurde die zweite mit Stücken von Strauss „beschallt“. Die Teilnehmer der dritten Gruppe hörten Musik der schwedischen Popgruppe ABBA. Die übrigen Teilnehmer dienten als Kontrollgruppe und verbrachte die Zeit im Stillen.

Vor und nach der Einwirkung der Musik wurden bei den Probanden Blutdruck, Herzfrequenz und Cortisol-Konzentration gemessen. Dabei zeigte sich, dass klassische Musik von Mozart und Strauss den Blutdruck und die Herzfrequenz gegenüber den Nichthörern senken konnte. Beim Hören der Musik von ABBA war der Effekt hingegen kaum nachweisbar. Allerdings führten nach Angaben der Forscher alle Musikgenres zu einer deutlich geringeren Konzentration von Cortisol im Blut.

Warum ABBA einen geringeren therapeutischen Effekt hat

Nach Auffassung der Forscherin spricht Musik Emotionen an, die positiv auf das Herz-Kreislaufsystem wirken können. Vor allem harmonische, eingängige Melodien ohne große Lautstärke- und Rhythmusschwankungen zeigen dabei gute Effekte. Gesang spreche hingegen auch noch andere Hirnregionen an als reine Instrumentalklänge, was eventuell den therapeutischen Effekt reduzieren könnte. Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass sich bei der Musik von ABBA weniger positive Effekte zeigten. Möglichweise könnte die Studie dazu beitragen, in Zukunft Musik als Teil der Therapie für Herzpatienten einzusetzen.

Foto: © Syda Productions - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Herzgesundheit

| Wer von Kindheit an regelmäßig Sport treibt, entwickelt im späteren Leben seltener Bluhochdruck. Sport kann auch Älteren helfen, den Blutdruck zu normalisieren und so auf Medikamente zu verzichten.
| Chronischer Stress erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Ein neuer Ratgeber der Deutschen Herzstiftung bietet Tipps zur gezielten Stressbewältigung, um einer Dauerschädigung des Herz-Kreislauf-Systems entgegenzuwirken.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Ein alter Herr ist bettlägerig. Er wird in den eigenen vier Wänden von seiner Tochter gepflegt. Wenn diese plötzlich krank wird, hat der Pflegebedürftige Anspruch auf eine stationäre Kurzzeitpflege.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Kinder bekommen normalerweise keinen Hautkrebs – es sei denn sie leiden an der seltenen Erbkrankheit Xeroderma Pigmentosum (XP). Gesundheitsstadt Berlin sprach mit dem XP-Spezialisten Prof. Steffen Emmert über die Fortschritte in der Diagnostik und die Suche nach einer wirksamen Therapie.
Mehr als jeder dritte Pflegebedürftige wird über Nacht zum Pflegefall. Angehörige müssen dann nicht nur die Pflege organisieren, sondern einen Berg an Bürokratie bewältigen. Töchter & Söhne-Gründer Thilo Veil will sie dabei unterstützen.
Prof. Dr. Diana Lüftner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), über die Kampagne „Klug entscheiden“, ihre Bedeutung für Krebspatienten und warum Ärzte ein neues Bewusstsein für Über- und Unterversorgung brauchen.