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15.06.2013

Zensus belegt demografische Herausforderung

Die Volkszählung Zensus hat ein überraschendes Ergebnis zutage gebracht: Mit 80,2 Millionen Einwohnern leben insgesamt 1,8 Millionen Menschen weniger in Deutschland als angenommen. Bestätigt wurde dagegen, dass Deutschland weiter schrumpft und altert.
Zensus belegt demografische Herausforderung

Zensus: Die Deutschen werden immer weniger und älter

Vor zwei Jahren haben Statistiker an etliche Türen geklopft und die erste Volkszählung im wiedervereinigten Deutschland vorgenommen. Die am 31. Mai präsentierten Ergebnisse der Volkszählung „Zensus 2011“ haben zunächst überrascht. Denn mit 80,2 Millionen Einwohnern leben insgesamt 1,8 Millionen Menschen weniger in Deutschland als angenommen. Auch die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer ist deutlich niedriger als gedacht: Statt 7,25 Millionen leben in der Bundesrepublik lediglich 6,17 Millionen Menschen mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft. Im Hinblick auf die Altersstruktur der Bevölkerung lassen sich hingegen keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zur bisher angenommenen Demografiestruktur erkennen.

Demografie: Rentnergeneration fast so stark wie Babyboomer

So ist „Zensus 2011“ zufolge ein Fünftel der Deutschen heute bereits 65 Jahre oder älter. Die Altersgruppe der sogenannten Babyboomer (50- bis 64-Jährigen) liegt mit 16,5 Millionen knapp über der Gruppe der über 65-jährigen mit 16,3 Millionen. Fakt ist, dass die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten insgesamt älter wird und die absolute Bevölkerungszahl schrumpft. „Der Zensus 2011 zeigt eindrucksvoll, dass sich die demografische Herausforderung unverändert stellt“, sagt Dr. Alexander Spermann Vorstand des Demografientzwerks (ddn). Denn die Altersstruktur der Bevölkerung habe sich kaum geändert. Dies führe wiederum zu einem niedrigeren Erwerbspersonenpotenzial, welches nur durch eine insgesamt stärker wachsende Produktivität ausgeglichen werden könne. „Alle Maßnahmen, die die Bundesregierung bisher auf den Weg gebracht hat, wie etwa die Demografiestrategie werden deshalb umso dringlicher“, so Spermann.

 

Halb Deutschland geht arbeiten

Dabei arbeiten laut Zensus derzeit so viele Menschen wie noch nie in Deutschland, nämlich über 40 Millionen. Im Bildungsbereich zeichnet sich sogar ein Trend zu mehr akademischen Abschlüssen ab. Bei den 30- bis 49-Jährigen verfügen bereits 20 Prozent über einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss bzw. über eine Promotion. Auf der anderen Seite fehlt immer noch vielen jungen Menschen ein beruflicher Ausbildungsabschluss. 3,2 Millionen Menschen über 15 Jahren sind ohne Schulabschluss und 26,6 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren (bisher) ohne Berufsabschluss. „Hier liegt großes Potenzial, das es zu fördern gilt“, meint ddn-Vorstand Spermann. „Das geht am besten über gute Ausbildung und lebenslange Weiterbildung.“ Deutschland benötige eine Agenda für lebenslanges Lernen, um die demografischen Herausforderungen bewältigen zu können.

Mit dem Zensus 2011 liegen erstmals für das wiedervereinigte Deutschland genaue Einwohnerzahlen für das gesamte Land, die Bundesländer und die Kommunen sowie Details etwa zu Bildung, Erwerbsbeteiligung und Migrationshintergrund vor. Insgesamt wurden mehrere Millionen Menschen befragt. Die letzte vergleichbare Erhebung gab es in der alten Bundesrepublik 1987 und in der DDR 1981.

Weniger Einwohner als gedacht

Dass dem Land nun weniger Einwohner bescheinigt werden, als bislang angenommen, hat auch Auswirkungen auf die Bundesländer. So fanden die Zensus-Statistiker heraus, dass etwa Berlin 5,2 Prozent und Hamburg 4,2 Prozent weniger Einwohner haben, als gedacht. Da sich der Länderfinanzausgleich nach der jeweiligen Einwohnerzahl richtet, stehen Berlin künftig 515 Millionen Euro weniger im Jahr zu als bislang. Ein Bundesland dürfte sich aber freuen: Bayern muss ab sofort 184 Millionen Euro weniger in den Ländertopf einzahlen.

Foto: © Dmitry Naumov - Fotolia.com

Hauptkategorie: Demografischer Wandel
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