Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Zeitumstellung erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt

Dienstag, 25. März 2014 – Autor:
Die Umstellungvon Winter- auf Sommerzeit erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt. Das zeigt eine aktuelle Langzeit-Analyse der DAK.
Zeitumstellung erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt

Umstellung auf Sommerzeit bringt Hormonhaushalt durcheinander

Die Zeitumstellung im Frühjahr macht offenbar vielen Menschen gesundheitlich zu schaffen. Nach einer aktuellen DAK-Analyse der vergangenen acht Jahre kamen in den ersten drei Tagen nach der Umstellung auf Sommerzeit rund 25 Prozent mehr Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus als üblicherweise. Während pro Tag im Schnitt 30 DAK-Versicherte wegen Herzproblemen ein Krankenhaus aufsuchen, sind es der Analyse zufolge in den ersten Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit jeweils 40 Patienten.

DAK-Krankenhaus-Experte Peter Rowohlt glaubt nicht an einen Zufall. „Die Häufung in mehr als einem halben Jahrzehnt ist auffällig und stützt eine schwedische Studie, die zu der gleichen Beobachtung gekommen ist.“ Rowohlt vermutet als Ursache unter anderem Schlafmangel und die Änderung des Biorhythmus durch die Zeitumstellung: „Die fehlende Stunde bringt den Hormonhaushalt durcheinander“, so Rowohlt. Vor allem Frauen seien betroffen.

Tipps gegen den Mini-Jetlag

Die Gesundheitskasse rät, bereits ein paar Tage vor der Zeitumstellung immer etwas früher zu Bett gehen und auch die Mahlzeiten früher als gewohnt einnehmen. So werde der Körper langsam auf die Zeitumstellung vorbereitet. Aufputschende Getränke wie Kaffee oder Alkohol sollten vor dem Schlafengehen unbedingt vermieden werden. Wer dennoch unter Einschlafproblemen leide, sollte Dragees oder Kräutertees mit Baldrian, Hopfen, Johanniskraut und Melisse ausprobieren. Auch autogenes Training könne helfen.

Die nächste Zeitumstellung steht in der Nacht vom 29. Auf dem 30. März an. Um zwei Uhr werden die Uhren auf drei Uhr vorgestellt. Am Sonntag fehlt dann eine Stunde – dafür ist es abends länger hell.

 

Aigner fordert Abschaffung der Sommerzeit

Dass viele keine Lust mehr auf die Zeitumstellung haben, belegen mehrere Umfragen. Kürzlich hat die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die Abschaffung der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit gefordert und angekündigt, eine online-Petition zu starten. Aigners Argument: Die Zeitumstellung verursache bei vielen Menschen "einen Mini-Jetlag", und habe nicht die erhoffte Energieersparnis erbracht. In Deutschland wurde die Zeitumstellung von "Winter- auf die Sommerzeit im Jahr 1980 eingeführt. Laut Erkenntnissen des Bundesumweltamtes steigt der Energieverbrauch durch die Zeitumstellung sogar an.

Foto: DAK

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herzinfarkt , Herz , Herz-Kreislauf-System
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herzinfarkt

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Mit einem sogenannten CRP-Schnelltest können Ärzte in wenigen Minuten einen viralen von einem bakteriellen Infekt unterscheiden. Zahlen der AOK Sachsen-Anhalt zeigen, dass durch den Test deutlich weniger Antibiotika verordnet werden.


Nach fast zwei Jahren Pandemie liegen die Nerven im Gesundheitswesen blank. Tausende Pflegekräfte haben in den vergangenen Monaten ihren Job verlassen. Wie kommen wir aus der Krise heraus und vor allem: Wie geht es danach weiter? Der 15. Nationale Qualitätskongresses Gesundheit versucht, Antworten zu finden.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin