. DGPPN lobt Preis aus:

Zeichen gegen die Stigmatisierung von psychisch Kranken

Ein Zeichen gegen die Stigmatisierung von psychisch kranken Menschen will die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) setzen: Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit lobt sie deshalb den Antistigma-Preis aus.

Menschen mit psychischen Erkrankungen werden oft ausgegrenzt

Trotz Fortschritten in der psychiatrischen Forschung und Versorgung hätten Menschen mit psychischen Erkrankungen in Deutschland nach wie vor mit Vorurteilen zu kämpfen“, schreibt die DGPPN in einer Pressemitteilung. Die Angst vor Zurückweisung und Ausgrenzung sei für die Betroffenen nicht nur eine enorme Belastung, sie könne sich auch negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken. DGPPN-Präsident Professor Wolfgang Maier unterstreicht deshalb die Wichtigkeit der Antistigma-Arbeit: „Mit dem DGPPN-Antistigma-Preis setzen wir als Fachgesellschaft gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ein wichtiges Zeichen – gegen die Diskriminierung und für die Akzeptanz.“ 

Psychische Erkrankungen: Initiativen sollen helfen, Vorurteile abzubauen

Professor Wolfgang Gaebel, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit und Vorstandsmitglied der DGPPN, erläutert die Ziele: „Ob Aufklärungsarbeit, Schulungen, Ausstellungen, Theaterinszenierungen oder Medienarbeit, die zahlreichen Initiativen tragen mit Ihrem Engagement maßgeblich dazu bei, dass Vorurteile und Berührungsängste gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung abgebaut werden. Nicht zuletzt stärkt es das Selbstbewusstsein der Betroffenen selber und fördert damit nachhaltig die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen am sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben.“

Der Preis ist in diesem Jahr mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und damit doppelt so hoch wie im Jahr zuvor. Zum zwölften Mal werden Projekte, Institutionen und Selbsthilfegruppen ausgezeichnet, die sich für eine nachhaltige gesellschaftliche Integration psychisch erkrankter Menschen einsetzen. Die Verleihung des Preises findet im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung auf dem DGPPN Kongress vom 26. – 29. November 2014 im CityCube Berlin statt.

DGPPN-Antistigma-Preis mit hochkarätig besetztem Beirat

Bewerbungen sind bis zum 31.07.2014 möglich. Über die Vergabe des Preises entscheidet der Beirat der Stiftung für Seelische Gesundheit auf Grundlage der Empfehlung eines unabhängigen wissenschaftlichen Beirats unter Vorsitz von Professor Gaebel. Dem Beirat gehören des Weiteren folgende Juroren an: Prof. Dr. Arno Deister (Itzehoe), Prof. Dr. Asmus Finzen (Berlin), Dr. Iris Hauth (Berlin), PD Dr. Werner Kissling (München), Prof. Dr. Wolfgang Maier (Präsident DGPPN, Bonn), Thomas Müller-Rörich (Deutsche Depressionsliga, Schwaikheim), Prof. Dr. Dieter Naber (Hamburg), Gudrun Schliebener (BApK).

Foto: Fotolia

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Psychische Erkrankungen

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Stress löst bei der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen depressionsartigen Zustand aus. Dieser ließ sich durch Lithium oder Zucker beheben. Dies ergab eine Studie von Neurobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.