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Zehn Tipps gegen Stürze im Haushalt

Freitag, 6. August 2021 – Autor:
Die Zahl der tödlichen Unfälle im eigenen Zuhause hat erstmals die Marke von 12.000 Fällen im Jahr überschritten. Die mit Abstand häufigste Todesursache sind Stürze, die meisten Betroffenen sind alte Menschen über 75. Zehn Ratschläge von der Aktion „Das Sichere Haus“, um solche Unfälle zu vermeiden.
Haushaltsunfall: Seniorin ist von der Treppe gestürzt.

Mehr als 12.000 Tote gibt es in Deutschland im Jahr durch Unfälle in Privatwohnungen oder -häusern. Das sind fast die Hälfte aller Unfalltoten – und mehr als dreimal so viele Tote wie im Straßenverkehr. – Foto: AdobeStock/WavebreakmediaMicro

12.436 Menschen sind 2019 nach einem Haushaltsunfall gestorben. Das sind rund 500 Todesfälle mehr als noch im Vorjahr – und ein neuer Höchststand. Bei 10.755 der  tödlichen Haushaltsunfälle – oder in 86 Prozent der Fälle – war ein Sturz die Ursache. Von den Gestürzten waren 9.227 Personen 75 Jahre oder älter. „Ab 75 Jahren steigt das Risiko, nach einem Sturz im Haushalt zu sterben, überproportional an“: Darauf weist die Aktion „Das sichere Haus“ (DSH), Hamburg, nach einer Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamts hin. Andere Unfallarten wie Vergiftungen, Ersticken oder Ertrinken spielen demnach bei den tödlichen häuslichen Unfällen nur eine untergeordnete Rolle.

Tödliche Haushaltsunfälle: Stolperfallen besonders tückisch

„Wir müssen endlich erkennen, dass ein Sturz im Haushalt für Seniorinnen und Senioren ein tödliches Risiko darstellt und Maßnahmen ergreifen", mahnt deshalb DSH-Geschäftsführerin Susanne Woelk. Bei einem Sturz denken wir zuerst an einen Sturz von der Leiter. „Dabei sind Stolperfallen und rutschige Stellen in der Wohnung weitaus tückischer", sagt Woelk, die das häusliche Unfallgeschehen seit 25 Jahren beobachtet. Schon einfache und preiswerte Maßnahmen könnten dabei viel bewirken. Zehn Tipps der gemeinnützigen Aktion „Das Sichere Haus“ zur Vermeidung von Unfällen im Haushalt:

 

Zehn Tipps gegen Ausrutschen und Stolpern

  1. Schlafzimmer: Bettlicht mit Bewegungsmelder schaltet sich ein, sobald Sie die Beine aus dem Bett schwingen.
  2. Flur: Steckdosenlichter machen den Weg nachts vom Schlafzimmer zum Bad sicherer.
  3. Bad: An der Wand montierte Griffe in der Duschkabine und neben der Toilette stützen bei einem Schwindelanfall und helfen beim Aufstehen.
  4. Bad: Ein Duschhocker sorgt für bequemes und sicheres Duschen.
  5. Bad und Küche: Wasserlachen, Duschgel-Reste und Fettspritzer auf dem Boden sofort aufwischen.
  6. Treppen: Selbstklebende Antirutschstreifen sorgen für Grip auf den Stufen. Tipp: Auf Kontrastfarbe und fluoreszierendes Material achten. Leuchtet im Dunkeln.
  7. Ganze Wohnung: Türschwellen und andere Stolperfallen entfernen oder mit einer Rampe angleichen und farbig markieren.
  8. Ganze Wohnung: Verzichten Sie möglichst auf lose Teppiche und Läufer.
  9. Selbstfürsorge: Sicher gehen in Socken mit Anti-Rutsch-Sohle („ABS-Socken").
  10. Selbstwahrnehmung: Wie gut sind mein Balancegefühl und meine Kraft? Die DSH bietet einen kostenlosen Selbsttest und passende Übungen an.

Haushalt und Freizeit: Dreimal so viel Tote wie im Straßenverkehr

Insgesamt verunglücken laut DSH in Deutschland jährlich rund sieben Millionen Menschen bei Unfällen zu Hause und in der Freizeit, davon mehr als 12.000 tödlich. Das sind fast die Hälfte aller Unfalltoten –  und mehr als dreimal so viele Tote wie im Straßenverkehr.

Hauptkategorie: Demografischer Wandel
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