Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.01.2020

Zehn Fakten rund um Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind nach wie vor der häufigste Grund für Fehltage in Deutschland. Experten haben jetzt zehn Fakten rund um Rückenschmerzen zusammengetragen, die Back-Facts.
Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen

Über die Ursache und Behandlung von Rückenschmerzen kursieren viele falsche Vorstellungen

Rückenschmerzen sind nach wie vor der häufigste Grund für Fehltage in Deutschland. Ein Expertteam hat jetzt zehn Fakten rund um Rückenschmerzen zusammengetragen, die Back-Facts. Die sollen helfen, unnötige Ängste der Patienten abzubauen und den Weg zu einer angemessenen Behandlung zu öffnen.

Der entsprechende Artikel erschien im British Journal of Sports Medicine. Hauptautor ist Peter O’Sullivan von der Dustin University in Perth. Er will teure, ineffektive und manchmal schädliche Therapien verhindern, in dem er über Rückenschmerzen aufklärt und hilft sie richtig einzuordnen.

Zehn Fakten rund um Rückenschmerzen

Vermeidungsverhalten ist ungünstig. O'Sullivan rät zu einem positive Denkweisen fördernden Coaching der Patienten - sofern die Rückenschmerzen nicht auf eine ernsthafte Erkrankung deuten. Das Gefühl der Selbstwirksamit sollte gestärkt und die Patienten angehalten werden, ihre körperliche und geistige Gesundheit durch körperliche Aktivität und Bewegung, soziale Aktivitäten, gesunde Schlafgewohnheiten und ein gesundes Körpergewicht zu fördern.

Das sind die 10 Fakten rund um Rückenschmerzen:

1) Schmerzen im unteren Rückenbereich (Lower Back Pain) können belastend sein und zu Einschränkungen führen. Es handelt sich aber nicht um eine schwerwiegende lebensbedrohliche Erkrankung.

2) Rückenschmerzen nehmen nicht mit dem Alter zu und lassen sich auch dann gut behandeln.

3) Rückenschmerzen sind selten auf eine Verletzung zurückzuführen. Meist führt eine Alltagsbewegung zu den Schmerzen. Stress, Erschöpfung, Inaktivität oder eine unangemessene Aktivität haben den Rücken in dem Fall empfindlicher gemacht.

4) Röntgen, CT- oder MRT-Aufnahmen geben keine Auskunft über die Ursache der Rückschmerzen und sind nicht hilfreich. Dazu kommt: Oft zeigen sich auf den Bildern andere Auffälligkeiten wie Bandscheibenvorfälle oder eine Arthrose, die bislang ohne Symptome blieben und mit den Rückenschmerzen nichts zu tun haben.

5) Bewegung in alle Richtungen ist gut für die Wirbelsäule. Die Schmerzen zeigen nur, wie empfindlich der Rücken ist, nicht aber, dass er dabei Schaden nimmt. Bewegungsübungen und Training sind die effektivste Methode, um Rückenschmerzen loszuwerden.

6) Rückenschmerzen werden nicht durch eine falsche Haltung wie ein Hohlkreuz oder ein runder Rücken hervorgerufen.

7) Eine schwache Rumpfmuskultatur ist kein Grund für Rückenschmerzen. Es ist gut, die Rückenmuskeln zu trainieren, aber ebenso sinnvoll, diese Muskelgruppe regelmäßig zu entspannen.

8) Regelmäßige Aktivitäten wie Laufen, Bücken und Heben stärken die Rückenmuskulatur.

9) Schmerz-Spitzen bei Rückenschmerzen werden meist durch Stress, Schlafmangel, Sorgen, gedrückte Stimmung, Inaktivität oder unangemessene Aktivität hervorgerufen. Atmen Sie durch, entspannen Sie sich und bewegen Sie sich weiter.

10) Spritzen, Operationen oder starke Schmerzmittel helfen nicht, Rückenschmerzen langfristig zu bekämpfen. Sie haben zudem Risiken und Nebenwirkungen. Es sollte eine anderer Weg gesucht werden, um die Rückenschmerzen zu kontrollieren.

Foto: glisic _ albina/adobe.com

 

Foto: ©glisic_albina - stock.adobe.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rückenschmerzen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Sie entstehen meist als Folge von einseitiger Belastung, langem Sitzen oder Fehlhaltungen. Arbeitnehmer, die körperlich arbeiten, Männer und Ältere sind besonders oft deswegen krankgeschrieben. Dabei kann man Rückenschmerzen vorbeugen: durch viel Bewegung, rückenfreundliche Arbeitstechniken – und ergonomische Sessel oder Betten.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Die Zahl der Diabetesfälle ist dabei zu explodieren – in Deutschland wie weltweit. Die WHO spricht schon jetzt von einer weiteren „Pandemie“. Ein Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt, was jeder Einzelne selbst tun kann und sollte, um sein persönliches Risiko für eine Diabetes-Erkrankung zu reduzieren.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin