. Alzheimer Gesellschaft veröffentlicht neueste Zahlen

Zahl der Demenzkranken steigt auf drei Millionen

In Deutschland leben gegenwärtig 1,5 Millionen Demenzkranke, zwei Drittel davon sind an Morbus Alzheimer erkrankt. Nach neuesten Berechnungen könnte sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 verdoppeln.

Keine guten Aussichten: Zahl der Demenzkranken wird sich laut Alzheimer Gesellschaft bis 2050 verdoppeln

Mit den neuesten Zahlen zur Häufigkeit von Demenzerkrankungen kann die Deutsche Alzheimer Gesellschaft leider keine Entwarnung geben. Wenn nicht bald ein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt, wird sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 von heute 1,5 Millionen auf drei Millionen verdoppeln, teilt die Gesellschaft am Montag mit. Das sind jedes Jahr rund 40.000 Demenzerkrankungen mehr bzw. etwa 100 Neuerkrankungen täglich. Grundlage dieser Prognose ist eine Neuberechnung, die Dr. Horst Bickel von der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der TU München für die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) vorgenommen hat.

Zwei Drittel der Demenzkranken sind älter als 80

Die Berechnung basiert auf den vom Statistischen Bundesamt im April 2014 veröffentlichten Bevölkerungsdaten der 2011 durchgeführten Volkszählung. Die neue Erhebung hat ergeben, dass die Zahl der über 65-jährigen, also der Altersgruppe, die besonders von Demenzerkrankungen betroffen ist, geringer ist, als bisher angenommen. Das ändert aber nichts daran, dass die genau diese Gruppe in den kommenden Jahren weiter stark wachsen wird. Und diese – auch vom Statistischen Bundesamt quasi belegte Tatsache - führt zusammen mit der wachsenden Lebenserwartung zu einer überproportionale Zunahme von Höchstbetagten. Diese Gruppe wiederum wird unweigerlich die Krankenzahlen erhöhen – und möglicherwiese bis 2050 verdoppeln. Laut Deutsche Alzheimer Gesellschaft haben zwei Drittel aller Demenzerkrankten das 80. Lebensjahr vollendet. Nur etwa 20.000 von 1,5Millionen sind jünger als 65.

NRW hat die meisten Patienten

„Wir müssen uns klar machen, dass hinter diesen Zahlen menschliche Schicksale stehen. Das Leben jedes einzelnen Betroffenen und das seiner Familie wird durch eine Demenzerkrankung aus der Bahn geworfen“, sagt Heike von Lützau-Hohlbein, 1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. „Jeden Tag werden es 100 Menschen mehr, und das auf Jahrzehnte, denn ein wirksames Gegenmittel ist derzeit nicht in Sicht.“

Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland, hat den Statistikern zufolge derzeit mit mehr als 320.000 Betroffenen die höchste absolute Zahl an Demenzkranken. In Berlin sind 8,2 Prozent der über 65-Jährigen an einer Demenz erkrankt.

Der ausführliche Bericht „Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen“ ist nachzulesen unter www.deutsche-alzheimer.de/unser-service/informationsblaetter-downloads.html  

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demenz , Alzheimer , Demografie

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Demenz

| Vom späten Nachmittag bis frühen Abend erleben etwa 20 Prozent der Patienten, die an einer Alzheimerdemenz leiden, eine Zunahme ihrer Symptome wie Aggressivität, Verwirrung, Angst oder Orientierungslosigkeit. Forscher haben nun die Ursachen für diesen Zusammenhang genauer untersucht.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Ein Forscher-Team hat in Deutschland Zecken der in den Tropen beheimateten Gattung Hyalomma gefunden. Eine der Zecken trug den Zecken-Fleckfieber-Erreger in sich. Die Experten befürchten, dass sich die gefährliche Art auch hierzulande ausbreiten könnte.
Tollwut-Impfstoffe ohne Wirkstoff, gepfuschte Kombi-Impfstoffe für Kinder – China wird von einem Impfstoffskandal erschüttert. Deutschland ist davon nicht betroffen, versichert das Paul-Ehrlich-Institut. Das chinesische Unternehmen Changchun Changsheng habe keine Zulassung in Europa.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.